Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

 im Verband der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn e. V.                                                                 

        Die Budakesser Gemeinschaft stellt Ihnen 

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1724

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Unser Werdegang

      

Budakeszi/Wudigeß liegt im Ofner Bergland, in unmittelbarer Nähe zur ungarischen Hauptstadt Budapest.

Gemäß amtlichen Angaben zählte Budakeszi im Jahre 1940 8.165 Einwohner. Die Gemeinde war damals zu 95% deutschstämmig, somit lebten seinerzeit etwa 7.770 Menschen deutscher Abstammung dort.  

Die nachfolgenden Zahlen sind einfachheitshalber auf- oder abgerundet.

Im Herbst 1944 flüchtete ein geringer Teil der Einwohner vor den herannahenden   sowjetischen Truppen. Ein erheblicher Teil der Schüler/innen der deutschen Schule,  wurde aus diesem Grund evakuiert. Insgesamt waren es 400–450 Personen, also 5–6% der Bevölkerung Budakeszis. Der überwiegende Teil kehrte nach Kriegsende (1945) und vor der Vertreibung (Frühjahr 1946) in die angestammte Heimat zurück.  

Auf der Potsdamer Konferenz 17.7.1945 - 1.8.1945 haben die alliierten Siegermächte - außer Frankreich - die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung aus den Ostgebieten beschlossen.

So rollten in der Zeit vom 19. März bis 25. März 1946 vier Transporte mit je ca. 1.000  Budakessern vom Bahnhof Biatorbágy/Wihall in Richtung Deutschland.

Nach rund zehn Tagen Eisenbahnfahrt trafen die Transporte nacheinander in der damaligen amerikanischen Besatzungszone ein.

Die Ankunftsorte der Transporte waren:

1.Transport: Sulzbach / Murr - Ankunft: Ende März  

2.Transport: Siegelsbach, RNK  - Ankunft: 01. April 1946

3.Transport: Lager Kislau (Bad Schönborn/Mingolsheim) 01. April 1946

4.Transport: Neckarzimmern - Ankunft: 01. April 1946  

 

Zum Vergrößern auf das Bild klicken:

 1._Transport  2._Transport  

                                                          1. Transport             2. Transport 

                                                                                                 

 

3._Transport 4._Transport

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Alle Zeichnungen:   Heinz Hilbert, Heilbronn

Etwa 4000 Personen aus Budakeszi waren der Heimat beraubt.

Trotzdem die vertriebenen Budakesser weitgehend das gleiche Schicksal erleiden mussten, waren ihre politischen und weltanschaulichen Ansichten und ihre Volkszugehörigkeitsgefühle nicht so homogen, wie sich bei oberflächlicher Betrachtung vermuten lässt.

Es gab Schuldzuweisungen, Ausgrenzungen und Wegbleiben, was sich in weitgehend verminderter Form bis in die heutigen Tage auswirkt.

 Zur chronologischen Darstellung:

Wie kam es zur Budakesser Gemeinschaft?

Kurz nach der Ankunft bildeten sich – man könnte es im positiven Sinn so nennen – „Keimzellen“ in den verschiedenen Orten der neuen Heimat.

Beispiele: eine Fußballmannschaft ausschließlich aus Budakessern/Wudigessern wurde gegründet. Wer diese Mannschaft ins Leben gerufen hat, ist nicht mehr in Erfahrung zu bringen. SIE WAR DA UND SPIELTE!

Tanz- und Folkloregruppen in Kirrlach (Kreis Bruchsal) wurden von Hans Fritz initiiert.

Später wurden selbstständige Geschäftsleute, wie z. B. die Familie Josef und Elisabeth Natto, Familie Franz und Helene (Ilus) Jerzsabek u. a. zu Anlaufstellen für die Budakesser/Wudigesser Heimatvertriebenen.

Bald danach entstand in völlig loser Form eine Gemeinschaft.

Die Hauptaufgaben bestanden darin, die Anschriften der in der neuen Heimat ansässig gewordenen Budakesser/Wudigesser zu sammeln, an Interessierte weiterzugeben, Nachrichten aus Budakeszi auszutauschen und generell den Zusammenhalt der vertriebenen Budakesser zu fördern.

Im Sommer 1947 konnte das erste organisierte Heimattreffen bei Familie Natto in Helmhof veranstaltet werden.

Hinweis: In den ersten Jahren hießen die Zusammenkünfte „Heimattreffen“. Der Begriff Kirchweihtreffen wurde erst in den 80-er Jahren verwendet.

In den Anfängen der 50-er Jahre wurde die Budakesser Gemeinschaft als  solche ins Leben gerufen.

Die Gründer waren: Dr. Adalbert Gödrösy, Dr. Franz Follath, Anton Pentei, Josef Stadler und Hans Fritz. Sie waren die Vertreter der Budakesser im Verband der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU).

Über Jahrzehnte hinweg organisierten die Herren Dr. Gödrösy und Hans Fritz das alljährlich stattfindende Heimattreffen.

Inzwischen haben 56 Kirchweihtreffen (Stand 2002) stattgefunden.

In den Anfängen der 80-er Jahre taten sich etwa 20 Budakesser zusammen, um das im Jahre 1986 erschienene Heimatbuch

 Budakeszi/Wudigeß

zu verfassen.

Man könnte sagen, dass diese Buchgemeinschaft die letzten Reserven der Erlebnisgeneration mobilisiert und zusammengeführt hat.

In diese Zeitphase fällt auch der Beginn der aktiven und seitdem fortwährenden Mitarbeit unseres Landsmannes, des akademischen Malers und Graphikers Josef de Ponte.

Nachdem sich im Laufe dreier Jahrzehnte durch Alter, Krankheit und Tod in der Führung der Gemeinschaft Lücken bemerkbar machten, war es an der Zeit, eine neue Vorstandschaft zu konstituieren. Dies war am 24. Januar 1987.

Die neue Vorstandschaft übernahm den alten Namen der Gemeinschaft:

BUDAKESSER GEMEINSCHAFT im Verband der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn e.V.

Die neue Vorstandschaft nahm unter Vorsitz von Hans Fritz ihre Arbeit auf. Von den fünf Vorstandsmitgliedern waren zwei, die bei der Vertreibung noch keine 18 Jahre alt waren.

Nach kurzer Einarbeitungszeit fand diese Vorstandschaft zur Kontinuität. Sie sah ihre Hauptaufgabe darin, anderen Ortsgemeinschaften folgend, z. B. der Ortsgemeinschaft Pomáz, auch für die vertriebenen Budakeszier eine Patengemeinde oder Patenstadt zu finden. Mit viel Glück konnte die Gemeinschaft schon 1987 die Zusage seitens der Stadt Neckarsulm erhalten.

Diese Zusage hatte, nach meinem persönlichen Empfinden, bei dem einen oder anderen Vorstandsmitglied gemischte Gefühle geweckt. Es galt zu verarbeiten:

·      die Freude über die Patenschaft

·        ein wenig Angst vor der eigenen Courage

·        die Akzeptanz der vertriebenen Budakesser für dieses Vorhaben zu finden

 

Anton Deberle

Aufzeichnungen zur Hauptversammlung 2002

 

  

 

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