Unser Werdegang
Budakeszi/Wudigeß
liegt im Ofner Bergland, in unmittelbarer Nähe zur ungarischen Hauptstadt
Budapest.
Gemäß amtlichen Angaben zählte Budakeszi im Jahre 1940 8.165 Einwohner. Die Gemeinde
war damals zu 95% deutschstämmig, somit lebten
seinerzeit etwa 7.770 Menschen deutscher Abstammung dort.
Die nachfolgenden Zahlen sind einfachheitshalber auf- oder abgerundet.
Im Herbst 1944 flüchtete ein geringer Teil der Einwohner vor den herannahenden
sowjetischen Truppen. Ein erheblicher Teil der Schüler/innen der deutschen Schule,
wurde aus diesem Grund evakuiert.
Insgesamt
waren es 400–450 Personen, also 5–6% der Bevölkerung Budakeszis. Der überwiegende
Teil kehrte nach Kriegsende (1945) und vor der Vertreibung (Frühjahr 1946) in die angestammte
Heimat zurück.
Auf
der Potsdamer Konferenz 17.7.1945 - 1.8.1945 haben die alliierten Siegermächte
- außer Frankreich - die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung aus den
Ostgebieten beschlossen.
So rollten in der Zeit vom 19. März bis 25. März 1946 vier Transporte
mit je ca. 1.000 Budakessern vom
Bahnhof Biatorbágy/Wihall in Richtung
Deutschland.
Nach
rund zehn Tagen Eisenbahnfahrt trafen die Transporte nacheinander in der
damaligen amerikanischen Besatzungszone ein.
Die Ankunftsorte der Transporte waren:
1.Transport:
Sulzbach / Murr - Ankunft: Ende März
2.Transport:
Siegelsbach, RNK - Ankunft: 01. April 1946
3.Transport:
Lager Kislau (Bad
Schönborn/Mingolsheim)
01.
April 1946
4.Transport:
Neckarzimmern - Ankunft: 01. April 1946
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klicken:
1. Transport
2.
Transport

3.
Transport
4. Transport
Alle
Zeichnungen: Heinz Hilbert, Heilbronn
Etwa
4000 Personen aus Budakeszi waren der Heimat beraubt.
Trotzdem die vertriebenen
Budakesser weitgehend das gleiche Schicksal erleiden mussten, waren ihre
politischen und weltanschaulichen Ansichten und ihre Volkszugehörigkeitsgefühle
nicht so homogen, wie sich bei oberflächlicher Betrachtung vermuten lässt.
Es
gab Schuldzuweisungen, Ausgrenzungen und Wegbleiben, was sich in weitgehend
verminderter Form bis in die heutigen Tage auswirkt.
Zur chronologischen
Darstellung:
Wie
kam es zur Budakesser Gemeinschaft?
Kurz
nach der Ankunft bildeten sich – man könnte es im positiven Sinn
so nennen – „Keimzellen“ in den verschiedenen Orten der neuen Heimat.
Beispiele: eine Fußballmannschaft ausschließlich aus Budakessern/Wudigessern
wurde gegründet. Wer diese Mannschaft ins Leben gerufen hat, ist nicht mehr in
Erfahrung zu bringen. SIE WAR DA UND SPIELTE!
Tanz-
und Folkloregruppen in Kirrlach (Kreis Bruchsal) wurden von Hans Fritz
initiiert.
Später wurden selbstständige Geschäftsleute, wie z. B. die Familie Josef und
Elisabeth Natto, Familie Franz und Helene (Ilus) Jerzsabek u. a. zu Anlaufstellen
für die Budakesser/Wudigesser Heimatvertriebenen.
Bald danach entstand in völlig loser Form eine Gemeinschaft.
Die
Hauptaufgaben bestanden darin, die Anschriften der in der neuen Heimat ansässig
gewordenen Budakesser/Wudigesser zu sammeln, an Interessierte weiterzugeben,
Nachrichten aus Budakeszi auszutauschen und generell den Zusammenhalt der
vertriebenen Budakesser zu fördern.
Im Sommer 1947 konnte das erste organisierte Heimattreffen bei Familie Natto in
Helmhof veranstaltet werden.
Hinweis:
In den ersten Jahren hießen die Zusammenkünfte „Heimattreffen“. Der
Begriff Kirchweihtreffen wurde erst in den 80-er Jahren verwendet.
In den Anfängen der 50-er Jahre wurde die Budakesser
Gemeinschaft als solche
ins Leben gerufen.
Die Gründer waren: Dr. Adalbert Gödrösy, Dr. Franz Follath, Anton Pentei,
Josef Stadler und Hans Fritz.
Sie waren die Vertreter der Budakesser im Verband der Landsmannschaft der
Deutschen aus Ungarn (LDU).
Über Jahrzehnte hinweg
organisierten die Herren Dr. Gödrösy und Hans Fritz das
alljährlich stattfindende Heimattreffen.
Inzwischen
haben 56 Kirchweihtreffen (Stand 2002) stattgefunden.
In den Anfängen der 80-er Jahre taten sich etwa 20 Budakesser zusammen, um das
im Jahre 1986 erschienene Heimatbuch
Budakeszi/Wudigeß
zu
verfassen.
Man
könnte sagen, dass diese Buchgemeinschaft die letzten Reserven der
Erlebnisgeneration mobilisiert und zusammengeführt hat.
In diese Zeitphase fällt auch der Beginn der aktiven und seitdem fortwährenden
Mitarbeit unseres Landsmannes, des akademischen Malers und Graphikers Josef de
Ponte.
Nachdem sich im Laufe dreier Jahrzehnte durch Alter, Krankheit und Tod in der Führung
der Gemeinschaft Lücken bemerkbar machten, war es an der Zeit, eine neue
Vorstandschaft zu konstituieren. Dies war am 24. Januar 1987.
Die
neue Vorstandschaft übernahm den alten Namen der Gemeinschaft:
BUDAKESSER
GEMEINSCHAFT im Verband der Landsmannschaft der
Deutschen aus Ungarn e.V.
Die neue Vorstandschaft nahm unter
Vorsitz von Hans Fritz ihre Arbeit auf.
Von den fünf Vorstandsmitgliedern waren zwei, die bei der Vertreibung
noch keine 18 Jahre alt waren.
Nach kurzer Einarbeitungszeit fand diese Vorstandschaft zur Kontinuität. Sie
sah ihre Hauptaufgabe darin, anderen Ortsgemeinschaften folgend, z. B. der
Ortsgemeinschaft Pomáz, auch für die vertriebenen Budakeszier eine
Patengemeinde oder Patenstadt zu finden. Mit viel Glück konnte die Gemeinschaft
schon 1987 die Zusage seitens der Stadt Neckarsulm erhalten.
Diese
Zusage hatte, nach meinem persönlichen Empfinden, bei dem einen oder anderen
Vorstandsmitglied gemischte Gefühle geweckt. Es galt zu verarbeiten:
·
die
Freude über die Patenschaft
·
ein
wenig Angst vor der eigenen Courage
·
die
Akzeptanz der vertriebenen Budakesser für dieses Vorhaben zu finden
Anton Deberle
Aufzeichnungen zur Hauptversammlung 2002
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