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Was die Großmutter alles noch nicht
kannte Vom
baren Geldverkehr zur elektronischen Überweisung
Für uns ist es heute unvorstellbar, kein eigenes Girokonto zu haben. Erinnern wir uns jedoch zurück, konnten Privat-Girokonten erst eröffnet werden, als die Arbeitgeber Lohn oder Gehalt nicht mehr bar auszahlen, sondern auf ein Konto überweisen wollten. Noch vor vierzig Jahren erhielten nicht wenige Arbeitnehmer wöchentlich oder einmal im Monat ihren Lohn oder das Gehalt durch den Meister oder im Lohnbüro bar ausgezahlt. Das Geld steckte, zusammen mit dem schmalen Lohnstreifen, der über die Abzüge Auskunft gab, in der „Lohntüte“. Sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer war diese Prozedur sehr aufwändig. Die einen mussten sich mit einer Menge Bargeld eindecken, die anderen darauf achten, den Verdienst gut und nach Möglichkeit vollständig nach Hause zu bringen. Als Folge dieser Bareinnahmen wurden die laufenden Zahlungen, die zu entrichten waren, als Barzahlungen beglichen. Der Hausherr oder seine Frau quittierten die Mietzahlungen in einem Büchlein. Die Stromrechnung kassierte der Stromableser, das Gas der Gasmann und für die Versicherungsgesellschaften waren Kassierer unterwegs, die als Beitragsquittung immer die jeweilige Marke von einer Karte abschnitten und die Märkchen dann aushändigten, die oftmals in einem Gefäß zur Aufbewahrung verschwanden. Auch die Renten wurden bar am Postschalter ausbezahlt und häufig hatten sich die Rentner in eine Warteschlange einzureihen. Blieben der Großmutter am Monatsende einige Groschen übrig, so kamen diese in den Sparstrumpf, der unter dem Kopfkissen ruhte. Waren die Einnahmen auch noch so karg, so verstand sie es trotzdem, so zu wirtschaften, dass sie ein paar Heller zur Seite legen konnte.
Da haben wir es heute mit unserem Konto auf der ganzen Linie wesentlich bequemer. Die Rente oder das Gehalt werden überwiesen, mit Dauer- und Abbuchungsaufträgen wird unser Zahlungsverkehr automatisch geregelt, an Geldautomaten können wir uns Tag und Nacht, auch im Ausland, mit Bargeld versorgen. Haben wir mit unserer Bank eine Vereinbarung getroffen, ist es möglich, zu Hause am Computer unser Konto einzusehen und es auszudrucken, Überweisungen und Umbuchungen vorzunehmen und der Bank verschiedene Aufträge zu erteilen. Viele Geschäfte haben es eingerichtet, dass die Waren entweder mit der Geld- oder der Kreditkarte bezahlt werden können. Meistens haben wir mit unserer Bank auch eine Vereinbarung getroffen, die uns erlaubt, das Konto bei Bedarf zu überziehen, sollte es einmal mit unserem Geld knapp werden. Das Girokonto ist für uns wichtig geworden, keines zu haben bedeutet Ausgrenzung und sozialen Abstieg.
Rosina Schmalzhaf
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