Unsere
Wäsche waschen wir heute problemlos!
Wie bequem haben wir es doch heute! Das Waschen bereitet uns keine Probleme
mehr. Hausfrauen und Hausmänner erledigen das Wäschewaschen in kurzer Zeit.
Sie sortieren die Wäsche nach den Pflegesymbolen. Ein Blick erfolgt in die
Taschen an der Kleidung und Münzen, Schlüssel oder Kugelschreiber müssen und
sollten nicht mitgewaschen werden. Flecken werden mit einer Waschpaste
vorbehandelt und die Koch- Bunt- oder Feinwäsche wird in die Waschmaschine gefüllt,
das Waschmittel dazugegeben und das Waschprogramm gewählt. Nach dem Start
erscheint auf dem Display die Dauer des Waschvorganges in Stunden und Minuten
und am Ende ertönt ein Signalton. Ganz anders der Waschtag unserer Mütter und
Großmütter. Maria Bresch geb. Natto beschreibt in ihrem Buch „Einblick in
tiefverwurzelte Traditionen“ den Waschtag als Plage, Anstrengung und Umtrieb
im Haus. Schon am Vorabend erfolgte das Einweichen der Wäsche. Gutes
Waschpulver gab es nicht, nur Seife und Soda und davor wurde die Lauge aus
Holzasche hergestellt. Stark verschmutzte Handtücher und Hemden wurden vor dem
Kochen der Wäsche von Hand gebürstet und rausgewaschen. Ungefähr zehn Minuten
dauerte die Kochzeit der Wäsche, danach wurde sie in einen Holztrog geschöpft
und alle Stücke auf Sauberkeit kontrolliert. Noch vorhandene Flecken wurden mit
der Hand nachgerieben. Dann wurde zuerst mit heißem Wasser geschwenkt, später
mit kaltem. Leintücher und Bettwäsche hatten ihr Gewicht und ein wahrer
Kraftakt war das Auswringen. Um der Wäsche noch einen weißeren Teint zu
verleihen, wurden oft Blaukugeln in Wasser aufgelöst, und die Weißwäsche über
Nacht hineingelegt. Eine wunderbar, frischriechende Wäsche war für die Frauen
die Entschädigung für die viele Stunden dauernde, mühevolle Arbeit.

Rosina
Schmalzhaf