Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

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1724

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„Nomen est omen“

Unsere Vornamen begleiten uns durchs Leben

 

„Nomen est omen“, die alten Römer prägten diese Ausdrucksweise, wohlwissend, dass klangvolle Namen ihre Wirkung zeigen. Daneben kennen wir aber auch die Redensart aus Goethes Faust, Teil 1 „Name ist Schall und Rauch“, die besagen soll, dass Namen vergänglich sind und überhaupt nichts über eine Person oder Sache aussagen. Ob wir nun glücklich oder unglücklich über unseren Vornamen sind, in der Regel begleitet er uns ein Leben lang, auch wenn es da den Saulus gegeben hat, aus dem nach seiner Bekehrung der Apostel Paulus wurde oder den Simon, dem Jesus den Namen Petrus verliehen hat. Die Wahl der Vornamen ist dem Zeitgeist unterworfen. Unsere Eltern und Großeltern waren sehr stark religiös geprägt und haben christliche und Namen von Heiligen gewählt. So waren Maria, Anna, Rosa, Theresia, Elisabeth, Katharina, Barbara, Magdalena, Juliana und Eva beliebte Mädchennamen. Die Jungs hießen Franz, Johannes, Josef, Jakob, Adam, Anton, Georg, Stefan, Martin und Andreas. Gerne erhielten die Erstgeborenen die Vornamen der Väter und Mütter, um diese von Generation zu Generation weiterzugeben, stolz zu tragen und zu bewahren. Oft haben die Pfarrer im Taufbuch unter dem Namen des Täuflings das Datum des Gedenktages des Heiligen, der geistiger Pate des nach ihm Benamten sein sollte, gleich mitvermerkt, um eine Verwechslung, wie sie z. B. für den Namen Theresia möglich wäre, auszuschließen, war doch der Namenstag vorwiegend in katholischen Gegenden wichtiger als der Geburtstag. Zu beobachten ist, dass sowohl der Anteil der Vornamen, die aus traditionellen Gründen vergeben werden als auch der Anteil der Vornamen aus christlich, religiösen Motiven deutlich abnehmen. Eindeutigen Zuwachs erhält der Namensanteil aus anderen Kulturen als dem christlich-deutschen Kulturkreis. Die Entscheidung zum „richtigen“ Vornamen sollte gut durchdacht sein. Er sollte schön und melodisch klingen, eine treffende Bedeutung haben, zum Nachnamen passen und nicht dazu verleiten, ihn zu verunstalten. Hanna, Laura, Anna, Leonie, Lea, Lena, Lara, Lina, Emily und Sophie sind aktuell in Deutschland die beliebtesten Vornamen bei Mädchen. Die Vornamens-Hitliste in Deutschland bei den Jungs führen Jonas, Leon, Paul, Finn, Luca, Jan, Niclas, Lukas, Jannick und Luis an. Der weltweit am häufigsten vertretene Vorname ist übrigens Mohammed, der besonders in islamischen Ländern verbreitet ist. Während die Vornamen in einigen Ländern beliebig gebildet werden können, sind die Möglichkeiten in Deutschland eingeschränkt. Aus dem Vornamen muss zum Beispiel das Geschlecht erkennbar sein. Weiterhin darf der Vorname nicht identisch mit dem Nachnamen sein. Die Familie Martin darf ihr Kind also nicht auch mit Vornamen Martin nennen. Anstößige oder auch belastende Namen, darunter Allah oder Judas sollen von den Standesbeamten zurückgewiesen werden. Der Standesbeamte wird in diesen Fällen an die Verantwortung der Namengeber appellieren. Denn hier ist das Kindswohl betroffen. Jedes Kind muss mindestens einen, kann aber mehrere Vornamen besitzen. Der Vorname, mit dem die Person gerufen wird, heißt Rufname. Es ist möglich, den Rufnamen zwischen seinen standesamtlich eingetragenen Namen zu wählen. Der Rufname ist also nicht unveränderlich festgelegt. Ebenso stellt die Reihenfolge der Vornamen keine Rangfolge dar. Wie im Ungarischen werden in vielen asiatischen und afrikanischen Kulturen erst der Familienname und danach der Vorname genannt. Möge uns die Kenntnis unseres Namens nicht wie im Grimms-Märchen Rumpelstilzchen zum Verhängnis werden.

 

Rosina Schmalzhaf

 

 

                            

                                                                                            

                                                       

                                 

 

 

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