Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

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1724

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„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche“

Der Geheime Rat Johann Wolfgang von Goethe beschreibt so im Faust I den herannahenden Frühling und lässt Heinrich Faust sich bei seinem Ostergang darüber freuen. Goethes bekanntes Gedicht „Der Osterspaziergang“ gewinnt in diesem Jahr an Aktualität. Die Sehnsucht nach Sonne und Wärme ist fühlbar geworden. Auch können wir nun nicht mehr beteuern, dass es gar keine Winter mehr gäbe. Meteorologisch begann der Frühling ja schon am 1. März, aber da schüttelte Frau Holle noch einmal tagelang gewaltig ihre Betten aus, so dass dichte Schneeflocken zur Erde tanzten, und der Winter, besonders in Süddeutschland, massiv zurückkehrte. Auf den Autobahnen herrschten chaotische Verkehrsverhältnisse, die Autos stauten sich insgesamt auf mehr als 300 Kilometern Länge, Straßenbahnen, Züge und Flüge fielen aus und 10.000 Menschen waren zwischenzeitlich ohne Strom. Mehrere Schulen blieben geschlossen. In den Alpen herrschte große Lawinengefahr. Seit Ende der 80er Jahre hatten Bayern und Baden-Württemberg nicht mehr soviel Schnee gesehen. Eine Veränderung der Natur war jedoch trotz der Schneemassen festzustellen. Wie jedes Jahr waren die Tage länger geworden. Es wurde früher hell und später dunkel. Seit einigen Jahren kennen wir, vor allem aus dem Bereich der Wirtschaft, den Begriff der „Warteschleife“, in die wir geschickt werden. In diesem Jahr zeigt uns die Natur, dass sie dieses Phänomen ebenfalls beherrscht. Und so warten wir auf das blühende Erwachen von Schneeglöckchen, Krokussen, Narzissen, Veilchen, Schlüsselblumen und Tulpen. Wir wünschen uns, dass die Knospen an Bäumen und Sträuchern sprießen, und das erste zarte Grün sich bildet. Die Hausfrau wartet auf die Zeit, den gründlichen Frühjahrsputz erledigen zu können, in der Landwirtschaft, im Garten- und im Obstbau ist der Boden zu bestellen, zu pflanzen und zu säen. Die Zugvögel, die den Winter im Süden verbracht haben, kehren zurück. Sie bauen ihre Nester, legen und brüten ihre Eier aus und ziehen ihre Jungen groß. Dank der Hormone, den Endorphinen, erwachen bei uns Menschen die Frühlingsgefühle, erzeugen gute Laune, Glücksgefühle und versetzen uns in Hochstimmung. Die Älteren, die unter Rheuma und Gicht leiden, fühlen mit jedem Sonnenstrahl Linderung und Besserung. Im übertragenen Sinn bezeichnet man mit Frühling die Jugendzeit des Lebens. Verlieben sich ältere Menschen noch einmal, erleben sie ihren zweiten Frühling. In die Zeit des Lenzes, um Frühling einmal poetisch auszudrücken, gehört eine Reihe von Festen. Aus einem heidnischen Frühlingsfest ist unser christliches Osterfest, das höchste und wichtigste Fest der Christenheit, entstanden. Die christlichen Kirchen gedenken der biblischen Überlieferung von der Auferstehung Jesus vom Tod, die allen Gläubigen die Hoffnung gibt, einst selbst vom Tod ins Leben zurückzukehren. Ein Großteil des österlichen Brauchtums und der österlichen Symbole finden ihren Ursprung in heidnischen Überlieferungen, wie zum Beispiel der Osterhase, das Osterei und das Osterfeuer. Fünfzig Tage nach Ostern feiern die Christen das Pfingstfest, das Fest der Herabkunft des Heiligen Geistes und der Gründung der Kirche. Wie Ostern ging Pfingsten aus einem jüdischen Fest hervor. Es war ursprünglich ein Erntefest mit Dankopfern. Während das Passah-Fest, das Osterfest, den Beginn der Getreideernte markierte, wurde am fünfzigsten Tag darauf der Schawuot begangen, der Tag der Darbringung der Erstlingsfrüchte. Für Menschen, die mit der religiösen Bedeutung von Pfingsten nicht viel anzufangen wissen oder sich kirchlich nicht gebunden fühlen, ist Pfingsten lediglich ein verlängertes Wochenende. Sie nutzen die Feiertage für Wanderungen und Ausflüge zu Fuß oder mit dem Fahrrad oder für kurze Pfingstreisen. Im Mai gibt es den Tag der Arbeit mit Setzen des Maibaumes und zahlreiche Blütenfeste. Dazu passend kann mit Heinrich Faust geschlossen werden „Ich höre schon des Dorfs Getümmel, hier ist des Volkes wahrer Himmel, zufrieden jauchzet groß und klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!“

Rosina Schmalzhaf

                              

                                                                                            

                                                       

                                                                         

                                                       

                                    

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