Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

 im Verband der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn e. V.                                                                 

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1724

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            Fotos vom Traditionsbewahrungsverein Budakeszi

                           vom Bingerlball am 21.02.2009

                           im Erkel Ferenc Kulturhaus

 

             Tanz als Lebenselixier - 

unsere Ahnen in Wudigeß tanzten 

                     leidenschaftlich gern

 

Mit dem schwungvollen Lied „Brüderchen komm tanz mit mir“ lädt Gretel in der 1893 von dem deutschen Komponisten Engelbert Humperdinck geschaffenen Märchenoper „Hänsel und Gretel“ ihren Bruder zum Tanzen ein. Fröhlich schweben sie hin und her und drehen sich vergnügt im Kreise. Das Tanzen lässt sie vergessen, dass sie die hungrigen Kinder eines armen Besenbinders sind, und ihre Mutter sie beauftragte, Strümpfe zu stricken und Besen zu binden. Die Freude an Musik, Tanz und Gesang scheint Kindern in die Wiege gelegt zu sein, denn schon die Kleinsten reagieren sensibel auf wohltuende Klänge, die die Fröhlichkeit an rhythmisch wiegenden Bewegungen auslösen. Der Tanz fordert und fördert alle Sinne des Menschen, da diese körperlich, emotional und geistig kommunizieren. Nach neuesten Erkenntnissen wirkt sich Tanz positiv auf Krankheiten aus und wird daher zur Therapie z. B. bei Parkinson-Erkrankten eingesetzt. Auch zu Hause in Wudigeß lag das Tanzen unseren Ahnen im Blut. Nach der erfolgreichen Arbeit, die sie im späten Herbst zusammen mit den Hausschlachtern leisteten, damit in den nächsten langen und bitterkalten Wintermonaten deftige Würste, köstlich geräucherte Schinken und schmackhafter, fetter Speck auf die Teller kommen konnten, waren die genussreichen Sautänze gute Sitte. Im Winter schlossen sich die beliebten Bingerlbälle an. Freunde, Nachbarn und Verwandte organisierten die Hausbälle. Ein Musiker war schnell gefunden, schließlich waren Mundharmonika und Akkordeon spielen begehrte Freizeitaktivitäten. Die Teilnehmer packten alles, was verzehrt werden sollte, in ein sauberes Tuch zu einem Bündel, das sie an einen Stock befestigten und kamen so mit ihren Spezialitäten zum Ball. Die Gastgeberin servierte meist schmackhafte Zimmedkropfen, und der Gastgeber kredenzte einen vollmundigen Tropfen Wein. Bei guter Musik wurde zum Imbiss geschritten und jede/jeder konnte essen, was das Herz begehrte. Bei bester Stimmung feierten und tanzten die Ballgäste bis in die frühen Morgenstunden. Im Grunde kennen wir auch heute noch „Bingerlbälle“, nur die Art und Weise hat eine Änderung erfahren. Heute wird zur Party eingeladen, die Gäste fahren in ihren klassischen Autos oder eleganten Limousinen vor, bringen Salate, Kuchen und Torten in lebensmittelechten „Tupperware“-Kunststoffbehältern mit, und die Musik kommt von einem formschönen CD-Player. Seit den 80zigern Jahren erinnert der Traditionsbewahrungsverein in Budakeszi an den alten Brauch der Bingerlbälle und veranstaltet diese einmal jährlich im Erkel Ferenc Kulturhaus. In diesem Jahr fand der Ball am 21.02.09 statt. Zum Tanz spielte die schwäbische Kapelle „Szomor Sramli“, die sich den Verpflichtungen der Vergangenheit und der Pflege der deutschen, beziehungsweise schwäbischen Musiktraditionen mit großer Begeisterung widmet. Neben einer Tombola wurde ein Krapfenbackwettbewerb veranstaltet, der ein voller Erfolg war. Die Budakeszierinnen kreierten wahre Krapfen-Kunstwerke, so dass die Bewertung äußerst diffizil war. Unsere Altvorderen wirbelten auch gerne bei den grandiosen, gepflegten Bällen über das edle Parkett. Stellvertretend erinnert sei an die festlichen Tanzveranstaltungen in den Gasthäusern beim Martin Lorenz in der Waldgasse 63 und der Stoflitz Wirtin in der Hauptstraße 132. Prächtig dekoriert waren die Säle und verbreiteten eine brillante, formvollendete Stimmung. Die Ballkleider der Frauen und Mädchen waren aus kostbaren, erlesenen Materialien, und auch die Herren gingen im feinen Zwirn zum Ball. Zum Essen gönnte man sich ein knusprig gebratenes Spanferkel, das der Ober am Tisch tranchierte. Alle Bälle hinterließen bleibende Eindrücke und sorgten lange Zeit für Gesprächsstoff, der die wundervollen Abende noch vielmals erleben ließ.

 

Rosina Schmalzhaf nach Erzählungen von Budakesser Landsleuten

                                               

    

                           

                                                   

                                                                    

  

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