Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

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1724

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                                                                                                       Fotos vom Seniorennachmittag vom 09. Mai 09 von Hans Müller und  Herbert Schmalzhaf           Fotos aus dem Filmdokument "Budakeszi in alter Zeit" 1926/1927

 

Ein Seniorennachmittag wie aus dem Bilderbuch

Die Budakesser Gemeinschaft zeigte ihren historischen Film

 

Weiß-blau, freundlich und trocken zeigte sich der Himmel am Nachmittag des 9. Mai 2009 in weiten Teilen unseres Landes und bestärkte unsere Budakesser Landsleute der Einladung zum Seniorentreffen im Kolpinghaus in Neckarsulm Folge zu leisten und einige unbeschwerte Stunden im vertrauten Kreis der Heimatverbundenen zu verbringen. So füllten sich bis 14 Uhr alle Reihen und nur im hinteren Teil des Saales blieben einige Plätze frei. Nach herzlicher Begrüßung untereinander und kleinem Plausch zur Einstimmung ergriff der 1. Vorsitzende der Budakesser Gemeinschaft, Franz Huber, das Wort und sprach im Namen der Vorstandschaft allen anwesenden Wudigeßern und den Gästen ein Willkommen in freundschaftlicher Verbundenheit aus. Herzlich begrüßte er die Ehrenmitglieder Anton Deberle, Jakob Holl und Georg Messner mit ihren Frauen. Den Kranken wünschte er gute Genesung. Huber überbrachte die besten Grüße unseres Landsmannes, Pater Dr. Thomas Gerhard Ring, der längere Zeit im Krankenhaus verbringen musste und sich, Gott sei Dank, nach einer Reha auf dem Wege der Besserung befindet. Dann gedachte er dem Heimgang unseres langjährigen Weggefährten Andreas Fruh, der am 18. März verstorben ist. Huber betonte, dass dies Ableben ein schmerzlicher Abschied von einem guten Freund sei, der über lange Jahre im Vorstand der Budakesser Gemeinschaft als Beisitzer tätig war, bis ihm seine Krankheit Grenzen setzte. Andreas Fruh habe dieses Amt nicht nur ausgeübt, er habe es auch gelebt. Im Namen dessen Ehefrau Elfriede und dessen Kinder sprach Huber der Vorstandschaft für die Kranzniederlegung und allen Landsleuten, die András auf dem Friedhof in Waibstadt das letzte Geleit gaben, ein herzliches Dankeschön aus. Er dankte den Familien, die unser Seniorentreffen wiederum nutzten und in dieses ihr eigenes Familientreffen integrierten. Diesem Wiedersehen wünschte er den erhofften Erfolg. Ein großes Dankeschön galt dem Kolpinghausteam sowie Angela Gorzawski, der Tochter unserer ehemaligen Schriftführerin, Irma Kreisz, für die Organisation des Kuchenbuffets und natürlich allen, die mit einem Kuchen zum Gelingen dieses Nachmittages beitrugen. Huber berichtete, dass er und seine Frau am 19. März auf Einladung des Deutschen Stadtrates Budakeszi und des dortigen Traditionsbewahrungsvereins an der Gedenkfeier zur Vertreibung 1946 aus Budakeszi teilgenommen und die Budakesser Gemeinschaft vertreten haben. Um 13 Uhr wurden sie an der Gedenktafel „60 Jahre Vertreibung“ beim Rathaus von Frau Starcz Terczi begrüßt, deren Frauenchor die Gedenkstunde musikalisch umrahmte. Huber betonte als Gastredner die unmenschliche Vertreibung der Budakesser. Schülerinnen sagten ein Gedicht auf, und die Leiterin des Kindergartens Kunterbunt, Marika Kerekes, trug das Gedicht unseres stellvertretenden Vorsitzenden, Josef Pable, vor. Anschließend legten verschiedene Vereine und Institutionen Kränze nieder. In der Bilder-Ausstellung in der "Széchenyi István" Grund- und Hauptschule wurden die Vorstellungen der Schüler und Schülerinnen über die Arbeit und das Leben von damals lebendig und anschaulich dargestellt. Die sehr gut besuchte Lichtermesse am 21. März in unserer Budakesser Pfarrkirche „Maria Schnee“ mit Pfarrer dr. Filó Kristóf beendete die Gedenkveranstaltungen. Dann kündigte Vorsitzender Franz Huber unseren historischen Film „Budakeszi in alter Zeit“ an und dankte für die geleistete Arbeit zur Erstellung des Filmes ganz herzlich Herrn Andreas Ritter, Frau Annamaria von Staden-Holl sowie Eva und Anton Deberle. Dank galt auch Herbert Schmalzhaf, der die technischen Geräte zur Verfügung stellte und den Film vorführte. Huber erwähnte mit dem 5. – 7. September den Termin des diesjährigen Ganzhornfestes in Neckarsulm, auf dem sich die Budakesser Gemeinschaft wieder mit ungarischen Spezialitäten beteiligen werde und teilte mit dem 20. September den Termin des diesjährigen Kirchweihtreffens mit. Zum guten Redeschluss folgte die Einladung im Namen der Vorstandschaft, Gäste der Budakesser Gemeinschaft zu sein und Kaffee und Kuchen zu genießen sowie einen schönen, unterhaltsamen Nachmittag im Kreise der Landsleute zu verbringen. Der Kaffee und die Kuchenkreationen der Budakesser Bäckerinnen waren in der Tat ein köstlicher Gaumenschmaus. Danach wurde der durch unseren Budaörser Landsmann Andreas Ritter, Schwetzingen, 2006 als Video erstellte Film vorgeführt. Während der Ausstrahlung des Films herrschte Mucksmäuschenstille. Ritter gliederte den sechsminütigen, in den Jahren 1926 und 1927 von Unbekannt aufgenommenen Stummfilm mit historischen Ereignissen in 95 Einzelbilder auf und ermöglichte den Betrachtern bei einzelnen Aufnahmen zu verweilen, einen Blick zurück zu werfen, um Eltern, Großeltern und vielleicht sogar die Urgroßeltern leibhaftig zu erleben. Gleichzeitig bot sich dem Regisseur Ritter die Möglichkeit, im Film Personen hervorzuheben, kleine Effekte einzufügen und die Bilder mit Ton und Farbe zu unterlegen. Mit Originalklängen der Blaskapelle Theisz, aus einer Aufnahme des Jahres 1920, stimmt der Film besinnlich auf den beschaulich, ruhig und idyllisch gelegenen Ort Budakeszi ein. Präsent wird der 1923 von Rudolf Edelmann und Gustav Lakos gegründete Männergesangverein Lyra beim Landeswettbewerb der Chöre in Debrecen. Mit dem Jahre 1927 gab es in Budakeszi Passionsspiele. Die Laienspielgruppe nahm diese in ihr Programm und führte sie während der Karwoche im großen Saal des Gasthauses Stofflitz auf. Das Bühnenbild schuf Josef de Ponte senior. Künstlerisch ließ man sich vom Theater in Budapest beraten. Im Film festgehalten sind die Szenen vom letzten Abendmahl, wie Simon von Cyrene von einem römischen Soldaten gezwungen wird, Jesus beim Tragen des schweren Kreuzes zu helfen und wie Veronika Jesus das Schweißtuch reicht auf dem ein Abdruck seines Antlitzes zurückbleibt. Im dritten Teil des Films wird die Fronleichnamsprozession dokumentiert: »Fronleichnam, für uns, die wir es noch erleben durften, etwas Einzigartiges. Die Glocken läuteten. Man hörte singende Männer-, Frauen- und Kinderstimmen, dann spielte wieder die »Musi«, »klinzelnten« die Ministranten. Vor dem Himmel schwebte eine Weihrauchwolke, schwere Fahnen wurden von stämmigen Burschen getragen. Kongregationsmädl trugen eine Marienstatue auf ihren Schultern, von der viele weiße Bände in die Hände der seitlich schreitenden Jungfrauen liefen. Die Mädchen waren in weiß oder hellen Farben gekleidet mit hoch, unterm Jupperl gebundenen, tausendfaltigen, glockenhaften Kitteln, ein Taschentuch, ein Gebetbuch und eine Betten in der Hand, das Haar kunstvoll in Nestform gebannt und überall Blumenduft und gleißendes Sonnenlicht«, so beschrieben von Jakob Bechtold.

Fazit: Ein Seniorennachmittag wie aus dem Bilderbuch.

 

Rosina Schmalzhaf

 

      

                                 

    

                           

                                                   

                                                                    

  

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