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Ein Seniorennachmittag
wie aus dem Bilderbuch Die Budakesser Gemeinschaft zeigte ihren historischen Film Weiß-blau, freundlich und trocken
zeigte sich der Himmel am Nachmittag des 9. Mai 2009 in weiten Teilen
unseres Landes und bestärkte unsere Budakesser Landsleute der Einladung zum
Seniorentreffen im Kolpinghaus in Neckarsulm Folge zu leisten und einige
unbeschwerte Stunden im vertrauten Kreis der Heimatverbundenen zu verbringen. So
füllten sich bis 14 Uhr alle Reihen und nur im hinteren Teil des Saales blieben
einige Plätze frei. Nach herzlicher Begrüßung untereinander und kleinem Plausch
zur Einstimmung ergriff der 1. Vorsitzende der
Budakesser Gemeinschaft, Franz
Huber, das Wort und sprach im Namen der Vorstandschaft allen anwesenden Wudigeßern und den Gästen ein Willkommen in freundschaftlicher Verbundenheit
aus. Herzlich begrüßte er die Ehrenmitglieder Anton Deberle, Jakob Holl und
Georg Messner mit ihren Frauen. Den Kranken wünschte er gute Genesung. Huber
überbrachte die besten Grüße unseres Landsmannes, Pater Dr. Thomas Gerhard Ring,
der längere Zeit im Krankenhaus verbringen musste und sich, Gott sei Dank, nach
einer Reha auf dem Wege der Besserung befindet. Dann gedachte er dem Heimgang
unseres langjährigen Weggefährten Andreas Fruh, der am 18. März verstorben ist.
Huber betonte, dass dies Ableben ein schmerzlicher Abschied von einem guten
Freund sei, der über lange Jahre im Vorstand der
Budakesser Gemeinschaft
als
Beisitzer tätig war, bis ihm seine Krankheit Grenzen setzte. Andreas Fruh habe
dieses Amt nicht nur ausgeübt, er habe es auch gelebt. Im Namen dessen Ehefrau
Elfriede und dessen Kinder sprach Huber der Vorstandschaft für die
Kranzniederlegung und allen Landsleuten, die András auf dem Friedhof in
Waibstadt das letzte Geleit gaben, ein herzliches Dankeschön aus. Er dankte den
Familien, die unser Seniorentreffen wiederum nutzten und in dieses ihr eigenes
Familientreffen integrierten. Diesem Wiedersehen wünschte er den erhofften
Erfolg. Ein großes Dankeschön galt dem Kolpinghausteam sowie Angela
Gorzawski, der Tochter unserer ehemaligen
Schriftführerin, Irma Kreisz, für die Organisation des Kuchenbuffets und
natürlich allen, die mit einem Kuchen zum Gelingen dieses Nachmittages
beitrugen. Huber berichtete, dass er und seine Frau am 19. März auf Einladung
des Deutschen Stadtrates Budakeszi und des dortigen Traditionsbewahrungsvereins
an der Gedenkfeier zur Vertreibung 1946 aus Budakeszi teilgenommen und die
Budakesser Gemeinschaft vertreten haben. Um 13 Uhr wurden sie an der Gedenktafel
„60 Jahre Vertreibung“ beim Rathaus von Frau Starcz Terczi begrüßt, deren
Frauenchor die Gedenkstunde musikalisch umrahmte. Huber betonte als Gastredner
die unmenschliche Vertreibung der Budakesser. Schülerinnen sagten ein Gedicht
auf, und die Leiterin des Kindergartens Kunterbunt, Marika Kerekes, trug das
Gedicht unseres stellvertretenden Vorsitzenden, Josef Pable, vor. Anschließend
legten verschiedene Vereine und Institutionen Kränze nieder.
In der Bilder-Ausstellung in der
"Széchenyi István" Grund- und Hauptschule wurden die
Vorstellungen der Schüler und Schülerinnen über die Arbeit und das Leben von
damals lebendig und anschaulich dargestellt. Die sehr gut besuchte Lichtermesse
am 21. März in unserer Budakesser Pfarrkirche „Maria Schnee“ mit Pfarrer dr.
Filó Kristóf beendete die Gedenkveranstaltungen. Dann kündigte Vorsitzender
Franz Huber unseren historischen Film „Budakeszi in alter Zeit“ an und dankte
für die geleistete Arbeit zur Erstellung des Filmes ganz herzlich Herrn Andreas
Ritter, Frau Annamaria von Staden-Holl sowie Eva und Anton Deberle. Dank galt
auch Herbert Schmalzhaf, der die technischen Geräte zur Verfügung stellte und
den Film vorführte. Huber erwähnte mit dem 5. – 7. September den Termin des
diesjährigen Ganzhornfestes in Neckarsulm, auf dem sich die
Budakesser Gemeinschaft
wieder mit ungarischen Spezialitäten beteiligen werde und
teilte mit dem 20. September den Termin des diesjährigen Kirchweihtreffens mit.
Zum guten Redeschluss folgte die Einladung im Namen der Vorstandschaft, Gäste
der
Budakesser Gemeinschaft zu
sein und Kaffee und Kuchen zu genießen sowie einen schönen, unterhaltsamen
Nachmittag im Kreise der Landsleute zu verbringen. Der Kaffee und die
Kuchenkreationen der Budakesser Bäckerinnen waren in der Tat ein köstlicher
Gaumenschmaus. Danach wurde der durch unseren
Budaörser Landsmann Andreas Ritter,
Schwetzingen, 2006 als Video erstellte Film vorgeführt.
Während der Ausstrahlung des Films herrschte
Mucksmäuschenstille. Ritter gliederte den
sechsminütigen, in den Jahren 1926 und
1927 von Unbekannt aufgenommenen Stummfilm mit historischen Ereignissen in 95
Einzelbilder auf und ermöglichte den Betrachtern bei einzelnen Aufnahmen zu
verweilen, einen Blick zurück zu werfen, um Eltern, Großeltern und vielleicht
sogar die Urgroßeltern leibhaftig zu erleben. Gleichzeitig bot sich dem
Regisseur Ritter die Möglichkeit, im Film Personen hervorzuheben, kleine Effekte
einzufügen und die Bilder mit Ton und Farbe zu unterlegen. Mit Originalklängen
der Blaskapelle Theisz, aus einer Aufnahme des Jahres 1920, stimmt der Film
besinnlich auf den beschaulich, ruhig und idyllisch gelegenen Ort Budakeszi ein.
Präsent wird der 1923 von Rudolf Edelmann und Gustav Lakos gegründete
Männergesangverein Lyra beim Landeswettbewerb der Chöre in Debrecen. Mit dem
Jahre 1927 gab es in Budakeszi Passionsspiele. Die Laienspielgruppe nahm diese
in ihr Programm und führte sie während der Karwoche im großen Saal des
Gasthauses Stofflitz auf. Das Bühnenbild schuf Josef de Ponte senior.
Künstlerisch ließ man sich vom Theater in Budapest beraten. Im Film festgehalten
sind die Szenen vom letzten Abendmahl, wie Simon von Cyrene von einem römischen
Soldaten gezwungen wird, Jesus beim Tragen des schweren Kreuzes zu helfen und
wie Veronika Jesus das Schweißtuch reicht auf dem ein Abdruck seines Antlitzes
zurückbleibt. Im dritten Teil des Films wird die Fronleichnamsprozession
dokumentiert: »Fronleichnam, für uns, die wir es noch erleben durften, etwas
Einzigartiges. Die Glocken läuteten. Man hörte singende Männer-, Frauen- und
Kinderstimmen, dann spielte wieder die »Musi«, »klinzelnten« die Ministranten.
Vor dem Himmel schwebte eine Weihrauchwolke, schwere Fahnen wurden von stämmigen
Burschen getragen. Kongregationsmädl trugen eine Marienstatue auf ihren
Schultern, von der viele weiße Bände in die Hände der seitlich schreitenden
Jungfrauen liefen. Die Mädchen waren in weiß oder hellen Farben gekleidet mit
hoch, unterm Jupperl gebundenen, tausendfaltigen, glockenhaften Kitteln, ein
Taschentuch, ein Gebetbuch und eine Betten in der Hand, das Haar kunstvoll in
Nestform gebannt und überall Blumenduft und gleißendes Sonnenlicht«, so
beschrieben von Jakob Bechtold. Fazit: Ein Seniorennachmittag wie aus dem Bilderbuch. Rosina Schmalzhaf
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