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Seife sieden ist heute ein
schönes und kreatives Hobby
Unsere
Ahnen verarbeiteten beim Seife sieden einen Teil des Fettes vom Schlachten Das
erste Seifenrezept der Menschheit wurde 2500 Jahre vor Christus in Keilschrift
auf eine Tontafel eingeritzt und ist zugleich der antikste Nachweis einer
chemischen Reaktion. Die Sumerer, das älteste Kulturvolk der Erde,
die das Gebiet des heutigen südlichen Irak bewohnten, stellten nach dieser
Anleitung eine Art Seife aus Pottasche und Ölen her.
Zur Gewinnung der Pottasche verbrannten sie Tannenzapfen oder Dattelpalmen. Auf
ähnliche Weise kochten die alten Ägypter, Griechen und Römer ihre Seife. Zusätzlich
stellten die Ägypter fest, dass sich Soda zum Wäsche reinigen bestens eignete,
das sie in ausgetrockneten Binnenseen in der Wüste fanden. Diese ersten Seifen
entsprachen in ihrer Eigenschaft eher Schmierseifen und wurden weniger zur Körperpflege
als zum Wäsche waschen und zu anderen Reinigungsarbeiten benutzt. Auch in
unserer alten Heimat Budakeszi kochten viele unserer Ahnen ihre Seife zum
Waschen und Putzen selbst. Zur
Versorgung ihrer großen, kinderreichen Familien wurden fast in jedem Haus
Schweine gemästet. Zum Einkauf der jungen Ferkel fuhr man mit den Pferdewagen
in die ungarischen Dörfer und kaufte dort von den sich aufs Schweinezüchten
hervorragend verstehenden Ungarn die Wollschweinchen der Rasse Mangalitza, eine
robuste, dem Klima ausgezeichnet angepasste Fettschweinrasse, und fütterte die
Jungtiere vorwiegend mit „Kukuruz“ (Mais) dick und schwer bis sie nach einem
Jahr schmackhaftes, gesundes und natürlich gereiftes Fleisch hatten. Heutzutage
werden mehr die mageren Fleischschweine gezüchtet, die nach 100 Tagen
schlachtreif sein müssen. Holte der Metzger beim Schlachten das Fleisch zur
weiteren Verarbeitung aus dem heißen Kessel, wurde das herab triefende Fett
eiligst in einem emailliertem Eimer aufgefangen und in den Keller gestellt.
Weiteres überflüssiges Fett kam beim Schlachten anderer Haustiere dazu. War
die Fettmenge zum gewünschten, lohnenden Seifensieden erreicht, holte man sich
aus dem Rathaus eine Genehmigung, die erlaubte, sich aus der Apotheke
Kautschuk/Soda oder Laugenstein, eine stark ätzende Natriumverbindung, die bei
Augenkontakt sogar zur Erblindung führen kann, zu besorgen. 3 bis 4 Kilo Fett
wurden in einem Kessel mit etwas Regenwasser unter gelegentlichem Rühren
langsam bis auf höchstens 90 °C
erhitzt und, wenn alles Fett geschmolzen war, wieder auf etwa 50 °C
abgekühlt, dann wurde unter vorsichtigem Hinzugeben des ebenfalls mit
Regenwasser und etwas Salz aufgelöstem Kautschuk/Soda die Masse zum Gerinnen
gebracht aus der unter weiterem ständigem Rühren Seife entstand, die sich nach
oben absetzte. Danach wurde alles in einen mit einem Tuch bespannten Holzrahmen
geschüttet unter dem für die ablaufende Brühe ein Gefäß parat stand. An der
Luft trocknend wurde auf dem Dachboden die Seife fest und konnte nach einigen
Tagen in Stücke geschnitten werden. Durch weitere Lagerung reifte sie nach und
verbesserte ihre Qualität täglich. Die Brühe wurde in Flaschen gefüllt,
diente ebenfalls zum Reinigen und wurde wegen ihrer lebensgefährlichen Wirkung
im Falle des versehentlichen Trinkens an einem für Kinder unzugänglichen Ort
aufbewahrt. Das 1789 entdeckte Verfahren des französischen
Arztes und Chemikers Nicolas Leblanc zur Sodaherstellung, das 1865 durch das
umweltschonendere Verfahren des belgischen Chemikers Ernest Solvay abgelöst
wurde, und die Importe billiger Fette und Öle aus den tropischen Ländern machten
im 19. Jh. die industrielle Seifenproduktion möglich. Vorbei war die Zeit, in
der sich nur wohlhabende Menschen Seife leisten konnten. Heute werden uns in den
Geschäften die verschiedensten Seifen zu Reinigungszwecken und zur Körperpflege
angeboten, wie flüssige Seifen, Transparent- oder Cremeseifen, Toiletteseifen,
Deo-, Luxus- und Babyseifen, Seifen für die Gesichts-, Hand- und Fußpflege und
Kernseifen. Es gibt die Seifen in allen möglichen Formen, Größen,
Duftrichtungen und Farben aus kostbaren pflanzlichen oder ätherischen Ölen mit
hochwertigen Zutaten wie Kräutern, Blüten, Früchten, Meeresalgen, Aloe Vera,
Vitaminen, Gewürzen, Honig, Kakaobutter, Tee, Kaffee, Schokolade, Stutenmilch,
Heilerde oder Totes Meer Salz.
In unserem Streben nach einer gesunden Lebensführung wollen wir auch zur
Reinigung für unserer Körper das Edelste und Beste. Dies kann nur eine
Naturseife sein ohne synthetische Duft- und Konservierungsstoffe. In Mode
gekommen ist auch das selbst Seife ziehen, um Seife, ganz den eigenen Wünschen
und Bedürfnissen angepasst, herzustellen. Rosina Schmalzhaf unter Verwendung von
Aufzeichnungen von Maria Bresch geb. Natto
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