Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

 im Verband der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn e. V.                                                                 

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1724

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      Hausschlachter Andreas Heuschmidt links 1940 bei der Arbeit in Budakeszi - Foto aus dem Familienalbum der Maria Geszler geb. Telcher                                 

Sautanz daham -

keine Macht dem Küchenmeister Schmalhans

 

Johann Strauß setzte ihnen, den Mangalitza-Wollschweinen, 1885 in seiner Operette „Der Zigeunerbaron“ ein Denkmal, in dem er den Schweinezüchter Zsupán "Mein idealer Lebenszweck ist Borstenvieh, ist Schweinespeck ... " singen lässt. In der Tat verstanden und verstehen sich die Ungarn aufs Schweinezüchten. Seit 1870 werden die blonden, roten und schwarzen Wollschweine mit ihrem schmackhaften Fleisch als robuste, anspruchslose Rasse gezüchtet, die aufgrund ihrer dicken Speckschicht und dem dichten, lockigen Haarkleid ganzjährig im Freien leben können. Daham wurde fast in jedem Haus mindestens ein Schwein zur Versorgung einer meist großen Familie vorwiegend mit „Kukuruz“ (Mais) dick und schwer gemästet, bis sich nach einem Jahr schmackhaftes, gesundes und natürlich gereiftes Fleisch angesetzt hatte. Bereits am Vortag des Schlachtfestes gab es viel zu tun. Da wurden Salz und Gewürze, wie Paprika, Pfeffer, Majoran und Thymian eingekauft, die Schaffeln, Kiweln und Omber blitzblank gereinigt, die Messer geschliffen, die meist aus Holz hergestellte Aufhängevorrichtung für das Schwein, der sogenannte Fleischriemen, und der Hackstock hergerichtet, eine Menge Zwiebeln und Knoblauch geschält und klein gehackt und Weißbrote oder Semmel für die Blutwürste in kleine Würfel geschnitten. Am Schlachttag wurde früh morgens ein großer Kessel beheizt, der heißes Wasser in ausreichender Menge lieferte. In einem großen Zecka (Tasche) brachte der Hausmetzger sein Schlachtwerkzeug mit. Mit einem gezielten Stich in den Hals wurde die Halsschlagader geöffnet, das austretende Blut aufgefangen und gerührt, um eine Gerinnung zu vermeiden. Dann wurde das Schwein in einem großen Holztrog gewaschen, und die Borsten abgeschabt, danach an den Fleischriemen gehängt und ausgenommen. Vor der Verarbeitung des Schweins war die Freigabe durch den amtlichen Fleischbeschauer notwendig, der die Trichinenfreiheit und die Genusstauglichkeit mittels Stempel auf der Schwarte des Schweins bestätigte. Erwartungsvoll verfolgten die anwesenden Kinder, ob im Schwein auch tatsächlich Äpfel gewachsen waren, wie ihnen die Mutter immer erzählte, denn sie hatten ja vorschriftsgemäß das ganze Jahr beim Essen von Äpfeln die Reste in den Eimer mit den Küchenabfällen geworfen, die für das Schwein zum Fressen bestimmt waren, und deshalb sollten Äpfel im Bauch des Schweins wachsen. Ein guter Schlachter wusste dies und fand tatsächlich im Leib des Schweins einige Äpfel. Nach dem fachgerechten Zerlegen des Schweins wurde Speck geschnitten, Grieben ausgelassen und Brat-, Blut- und Leber- sowie Schwartelwürste hergestellt und geräuchert. Fleisch wurde durch Einsalzen haltbar gemacht, in dem es in einem Holzbottich in eine Salzlake gelegt wurde. Schmalz wurde in großen Schmalzkübeln, den Tesn, gelagert. Da in Budakeszi die Luft trocken war, war die Haltbarmachung durch Trocknen auf Schnüren auf dem Dachboden möglich. Trotz des anstrengenden Tages stellte sich am Abend die Feierlaune ein. Verwandte, Nachbarn und Freunde kamen zum Essen. Oft gab es Székelykraut, eine Art Sauerkraut mit viel Fleisch und saurer Sahne, dazu selbst eingelegte Gurken, süßsaure Zwetschgen oder süßsauer eingelegte grüne Tomaten und selbsteingelegte mit Weißkraut gefüllte Paprikaschoten. Aus den frischen Grieben wurden Grammüpogatscherln hergestellt oder an einem der Sonntage nach dem Sautanz Schmerstrudel. Doch zunächst konnte das Tanzbein geschwungen werden, denn einer der Gäste hatte seine Mundharmonika dabei und spielte auf. Zum Abschluss des Schlachtfestes war guter Brauch, ein Paket mit Geschlachtetem, dem sog. Schlochted, zu übergeben, mit dem sich die Verwandten, Nachbarn und Freunde bei ihrem Sautanz revanchierten. In Haus und Hof hatte der Sautanz seine fettigen Spuren hinterlassen, deren Beseitigung einen bis zwei Tage in Anspruch nahm. Waren die größeren Anschaffungen, wie z. B. der Fleischriemen oder der Hackstock Gemeinschaftseigentum mehrerer Familien, kamen diese, zusammen mit der Freude auf den nächsten Sautanz, bald wieder zum Einsatz. Küchenmeister Schmalhans blieb chancenlos.

 

Rosina Schmalzhaf nach Erzählungen von Budakesser Landsleuten

     

    

                           

                                                   

                                                                    

  

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