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Ein
frohes Pfingstfest zeugt von altem Brauchtum
Zwischen Pfingsttaube und Pfingstochse,
vom jüdischen Fest zur Pfingstrose
Erstmals im Jahr 130 wird Pfingsten als christliches Fest erwähnt. Nach der Apostelgeschichte 2,1 des Lukas hat sich das Pfingstgeschehen am jüdischen Fest Schawuot ereignet, das ursprünglich ein Dankfest, das Fest der Erstlingsfrüchte, nach der Ernte des Wintergetreides war und schon zu sehr früher Zeit zum Fest der Gesetzgebung wurde und an Moses erinnert, der am Berge Sinai von Gott die Gesetzestafeln mit den 10 Geboten empfing. Für dieses frohe Fest werden die Thorarollen und der Thoraschrein, also die Gesetzesrollen und der Schrank, in dem sie aufbewahrt werden, mit Blumen geschmückt. Das Grün und der Duft sollen an die Erstlingsfrüchte erinnern. Das Fest wird 50 Tage nach dem Pessachfest, passach ist hebr. und bedeutet vorübergehen, im Gedenken an die Beendigung der 400 jährigen Knechtschaft der Israeliten gefeiert. Der Todesengel ging nachts an den Häusern der Israeliten, die die Türpfosten mit dem Blut eines einjährigen, männlichen, fehlerlosen Schafes oder Ziegenböckleins markiert hatten, vorbei und vollstreckte, nach neun erfolglosen Plagen, Gottes Strafaktion, die Tötung der Erstgeborenen von Mensch und Tier, nur an den Ägyptern, die sich geweigert hatten, die Israeliten aus der Versklavung ziehen zu lassen. Auch die Zahl 50 ist von historischer Bedeutung. Im Talmud, neben der hebräischen Bibel ist der Talmud in zwei Ausgaben, der Talmud Bavli, der Babylonische Talmud, das bedeutendere Werk über das Judentum, das seine Kultur, Geschichte, Religion und Tradition beschreibt. Daneben entstand in Palästina der erheblich kürzere, in seinen Bestimmungen oft weniger strenge und weniger wichtige Talmud Jeruschalmi. Der Talmud erklärt: "Fünfzig Tage vergehen, bevor sich aus der Apfelblüte eine Frucht entwickelt, fünfzig Tage wartete das Volk Israel in der Wüste, bevor es die Thora aus der Hand des Herrn empfing." Verschiedenen Völkern habe Gott - so der jüdische Glaube - die Thora, also das Gesetz, angeboten. Jedoch wollten alle zuvor wissen, was in ihr geschrieben stehe, und wie sich die Völker zu verhalten hätten. Alleine die Israeliten nahmen die Thora mit dem Versprechen "Wir wollen tun und hören" an und schworen, nach den Gesetzen zu leben. Erst dann hörten sie, was geschrieben stand. Zu Schawuot werden ferner spezielle Speisen gereicht. In Anlehnung an das Versprechen, das Gott nach jüdischem Verständnis beim Auszug aus Ägypten gegeben hat - das Volk in ein Land zu führen, in dem Milch und Honig fließen - werden an diesem Feiertag vorwiegend Milch- und Süßspeisen gegessen. In Erinnerung an die Gesetzgebung am Berg Sinai, werden Mehlspeisen so geformt, dass sie Ähnlichkeit mit Gesetzestafeln oder einem Berg aufweisen. Auch unser Pfingstfest wird am fünfzigsten Tag nach Ostern gefeiert. Im Griechischen heißt fünfzig "pentecoste", aus diesem Wort leitet sich der Name "Pfingsten" ab. Es ist ein frohes Fest und erinnert an den Heiligen Geist, der neues Leben schenkt. In Deutschland wird das Pfingstfest sonntags und montags gefeiert. Einige alte Bräuche und Sitten haben sich bis in unsere Tage erhalten und werden in verschiedenen Gegenden Deutschlands gepflegt. Kirchen werden mit jungem Birkengrün geschmückt. Es gibt die "Pfingstritte" mit Pferden, an denen meistens nur Männer teilnehmen. Umzüge im Freien, Spiele und Wallfahrten finden statt. Pfingstfeuer werden entzündet. Oft wird das Vieh zum ersten Mal auf die Weide getrieben. Das Tier, das den Zug anführt, manchmal auch das letzte, ist besonders schön mit Blumenkrone, farbigen Bändern und Glocke geschmückt. Zur bunten Vielfalt des pfingstlichen Brauchtums gehören der Pfingstausflug, der auch heute noch in vielen Familien gute Tradition ist und die Zeltlager der Jugendlichen. Auch der "Pfingstochse" ist bekannt. So führen die Metzger einen fetten Ochsen durch das Dorf. Das Tier ist mit Blumen und Girlanden geschmückt. Am nächsten Tag wird es dann geschlachtet. Gebräuchlich ist auch die Redensart: "aufgeputzt wie ein Pfingstochse". Die Friedenstaube war schon im Alten Testament ein Symbol für Frieden und Versöhnung. Noah ließ nach der Sintflut eine Taube frei. Als diese wieder zurückkam, hatte sie einen Olivenzweig im Schnabel, ein Zeichen für Noah, dass es Land gab. Davon inspiriert entwarf Pablo Picasso dieses Symbol zum Weltfriedenskongress 1949. Die Pfingsttaube steht für den Heiligen Geist, aber auch für die Reinheit und das vom Geist inspirierte Denken. Lukas (3,22) erzählt, dass bei der Taufe Jesu der Heilige Geist "sichtbar auf ihn herab" kam "wie eine Taube". Die Pfingstrose ist ein, aus dem Mittelmeerraum und China stammendes Pfingstsymbol, das der Sage nach aufgrund ihrer heilenden Wirkung nach dem Götterarzt Paeon benannt worden ist. Der Geschichte nach ging eine Frau, als sie vom Tode Jesu erfuhr, in ihren Rosengarten und weinte. Als sie merkte, dass ihre Rosen keine Dornen mehr besaßen, sagte sie: "Gott hat die Dornen fortgenommen, das Leid hat sich in Freude verwandelt." Als Fest des Heiligen Geistes ist Pfingsten auch ein Fest der Hoffnung und der Freude. Und beides können wir auch heute in unserer Welt sicherlich gut gebrauchen! Die Budakesser Gemeinschaft wünscht Ihnen ein gesegnetes, frohes Pfingstfest, falls Sie verreisen, wenige Staus, schöne Eindrücke und Erlebnisse sowie eine glückliche Heimkehr. Rosina Schmalzhaf
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