Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

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Pater Dr. Thomas Gerhard Ring OSA  Verzeichnis der bisher veröffentlichten Schriften von Pater Dr. Ring  

 

Ein Kenner der Theologie Augustins       

Pater Dr. Thomas Gerhard Ring in  Würzburg mit Festschrift geehrt

 

Pater Dr. Thomas Gerhard Ring OSA, geb. am 7.Juli 1936 in Budakeszi, geweiht am 23. Februar 1963 in Würzburg, feierte im Augustinerkonvent zu Würzburg seinen 70. Geburtstag. Als ausgewiesenem Kenner der Gnadenschriften und des Gesamtwerkes des Kirchenvaters Augustinus (geb. 354 in Thagaste, gest. am 28. 8. 430 in Hippo) wurde P: Dr. Thomas Gerhard Ring am 24. September 2006 im Rahmen einer Feierstunde des Konvents St. Augstin zu Würzburg eine Festschrift überreicht. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Dr. h.c. Cornelius Petrus Mayer OSA. Dieser hob einleitend hervor, dass die herkömmliche Dogmatik ihren Stoff in sieben oder acht Traktate aufteile und das sechste über die Gnadenlehre als Herzstück christlicher Theologie zu bezeichnen sei. Das Evangelium des Neuen Testaments gipfle im Erlösungswerk Jesu Christi, und Christi Erlösungswerk sei die Gnade schlechthin. Der für uns gekreuzigte Jesus lebt und als der verherrlichte Erlöser schenkt er allen, die an ihn glauben, Anteil an seinem Leben. Gnade im Sinne der Theologie sei daher immer Gnade Christi.

Pater Dr. theol. Ring werde als ausgewiesener Kenner der Theologie Augustins geehrt durch eine Festschrift, weil es ihm gelungen sei, nachzuweisen, dass der Kirchenvater Augustinus bereits als junger Priester Briefe des Apostels Paulus auslegte und sich der Bedeutung der Gnade in seinem Schrifttum bewusst war. Pater Gerhard habe erkannt, dass eine von der Ordensprovinz der Augustiner geplante Edition der Gnadenschriften Augustins ohne eine Miteinbeziehung der frühen Paulus-Kommentare historisch betrachtet ein Torso bleiben musste, weil diese erst genügend Licht nicht nur auf das Werden, sondern auch auf die Eigenart der augustinischen Gnadenlehre werfe. Durch die Herausgabe mehrerer Ergänzungsbände zur Gnadenlehre Augustins mit dem Titel "Schriften über die Gnade: Prolegomena 1-111« und das magistrale Werk »An Simplicanus zwei Bücher über verschiedene Fragen« habe sich Thomas Gerhard Ring in der Fachwelt einen Namen gemacht.

Abschließend betonte der Festredner, dass Augustinus in der Gnadenlehre zweifelsohne als größter Herold nach Paulus gelte, und die Gnadenlehre als Herzstück der christlichen Theologie zu betrachten sei. Eine Verkümmerung der Gnadenlehre schade der Theologie insgesamt, weil Christologie zu Jesuologie verkümmere. Jesus sei dann nicht mehr Herr und Retter, sondern lediglich unser Bruder. Somit leide auch die Trinitätslehre darunter, was schließlich der Ekklesiologie schade, denn dadurch gehe die im Neuen Testament so beliebte Vorstellung von der Kirche als Leib Christi verloren. Kenner der Dogmengeschichte wiesen daraufhin, dass man derartige Degenerationsphänomene nur überwinden könne durch eine neuerliche Besinnung auf die Gnadenlehre, die nur durch vertieftes Studium der Briefe des Apostels Paulus - speziell des Römerbriefs - sowie der Lektüre der Schriften des hl. Augustinus er- reicht werden könne.

Pater Petrus dankte dem Geehrten namens des Konvents der Augustiner in Würzburg für seine wissenschaftlichen Leistungen und überreichte dem Jubilar unter großem Applaus der Confratres und Gäste die Festschrift. Anschließend fand ein Stehempfang statt.

 

Rudolf Fath

aus „Unsere Post“ – Ausgabe Dezember 2006

                                                                                                     

 

                                                             

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