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Ein Kenner der
Theologie Augustins Pater Dr.
Thomas Gerhard Ring in Würzburg mit Festschrift geehrt Pater
Dr. Thomas Gerhard Ring OSA, geb. am 7.Juli 1936 in Budakeszi, geweiht am 23.
Februar 1963 in Würzburg, feierte im Augustinerkonvent zu Würzburg
seinen 70. Geburtstag. Als ausgewiesenem Kenner der Gnadenschriften und des
Gesamtwerkes des Kirchenvaters Augustinus (geb. 354 in Thagaste, gest. am 28. 8.
430 in Hippo) wurde P: Dr. Thomas Gerhard Ring am 24. September 2006 im Rahmen
einer Feierstunde des Konvents St. Augstin zu Würzburg eine Festschrift überreicht.
Die Laudatio hielt Prof. Dr. Dr. h.c. Cornelius Petrus Mayer OSA. Dieser hob
einleitend hervor, dass die herkömmliche Dogmatik ihren Stoff in sieben oder
acht Traktate aufteile und das sechste über die Gnadenlehre als Herzstück
christlicher Theologie zu bezeichnen sei. Das Evangelium des Neuen Testaments
gipfle im Erlösungswerk Jesu Christi, und Christi Erlösungswerk sei die Gnade
schlechthin. Der für uns gekreuzigte Jesus lebt und als der verherrlichte Erlöser
schenkt er allen, die an ihn glauben, Anteil an seinem Leben. Gnade im Sinne der
Theologie sei daher immer Gnade Christi. Pater
Dr. theol. Ring werde als ausgewiesener Kenner der Theologie Augustins geehrt
durch eine Festschrift, weil es ihm gelungen sei, nachzuweisen, dass der
Kirchenvater Augustinus bereits als junger Priester Briefe des Apostels Paulus
auslegte und sich der Bedeutung der Gnade in seinem Schrifttum bewusst war.
Pater Gerhard habe erkannt, dass eine von der Ordensprovinz der Augustiner
geplante Edition der Gnadenschriften Augustins ohne eine Miteinbeziehung der frühen
Paulus-Kommentare historisch betrachtet ein Torso bleiben musste, weil diese
erst genügend Licht nicht nur auf das Werden, sondern auch auf die Eigenart der
augustinischen Gnadenlehre werfe. Durch die Herausgabe mehrerer Ergänzungsbände
zur Gnadenlehre Augustins mit dem Titel "Schriften über die Gnade:
Prolegomena 1-111« und das magistrale Werk »An Simplicanus zwei Bücher über
verschiedene Fragen« habe sich Thomas Gerhard Ring in der Fachwelt einen Namen
gemacht. Abschließend
betonte der Festredner, dass Augustinus in der Gnadenlehre zweifelsohne als größter
Herold nach Paulus gelte, und die Gnadenlehre als Herzstück der christlichen
Theologie zu betrachten sei. Eine Verkümmerung der Gnadenlehre schade der
Theologie insgesamt, weil Christologie zu Jesuologie verkümmere. Jesus sei dann
nicht mehr Herr und Retter, sondern lediglich unser Bruder. Somit leide auch die
Trinitätslehre darunter, was schließlich der Ekklesiologie schade, denn
dadurch gehe die im Neuen Testament so beliebte Vorstellung von der Kirche als
Leib Christi verloren. Kenner der Dogmengeschichte wiesen daraufhin, dass man
derartige Degenerationsphänomene nur überwinden könne durch eine neuerliche
Besinnung auf die Gnadenlehre, die nur durch vertieftes Studium der Briefe des
Apostels Paulus - speziell des Römerbriefs - sowie der Lektüre der Schriften
des hl. Augustinus er- reicht werden könne. Pater
Petrus dankte dem Geehrten namens des Konvents der Augustiner in Würzburg für
seine wissenschaftlichen Leistungen und überreichte dem Jubilar unter großem
Applaus der Confratres und Gäste die Festschrift. Anschließend fand ein
Stehempfang statt. Rudolf
Fath aus
„Unsere Post“ – Ausgabe Dezember 2006
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