|
|
Festschrift 12. September 1999
Gemeinschaft
Patenstadt Neckarsulm
Fotos von der Patenschaftsfeier
Die Glocken der Neckarsulmer Stadtkirche St. Dionysius riefen am 12. September 1999 zum Festgottesdienst um 10.30 Uhr anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Patenschaft zwischen der Stadt Neckarsulm und der Budakesser
Gemeinschaft. Zahlreich folgten Menschen aus Neckarsulm und unsere Landsleute der Einladung in das getreu der alten Form wiedererrichtete und 1949 eingeweihte Gotteshaus im barocken Stil mit seinem bedeutendsten Kunstwerk einer Pieta, wahrscheinlich einer Nürnberger Arbeit von 1500, die früher in einer Ölberganlage westlich der Kirche stand, die ebenfalls, wie auch die Altstadt, Opfer des Krieges wurden. „Alles meinem Gott zu Ehren in der Arbeit, in der Ruh!“ brachte die Gemeinde gesanglich als Eingangslied zum Ausdruck. Unser Landsmann, Pater Dr. Gerhard Ring, begrüßte die Landsleute aus Budakeszi und die Christen aus Neckarsulm. Ganz herzlich konnte er eine Abordnung aus Budakeszi mit ihrem Bürgermeister, Herrn Szemereki Zoltán, sowie die Delegation aus der Partnerstadt Budakeszis, Csikszereda in Siebenbürgen/Erdély, zum 52. Kirchweihfest willkommen heißen. Pater
Dr. Gerhard Ring führte weiter aus: "Wir feiern wieder einmal Jubiläum: Vor 10 Jahren hatten wir die Ehre und Freude, dass die Stadt Neckarsulm die Patenschaft über unsere Budakesser Gemeinschaft übernommen hat. Für diese ermutigende Hilfe, die unserer Verbandsarbeit in vieler Hinsicht Auftrieb gegeben hat, möchte ich den früheren und gegenwärtigen Verantwortlichen der Stadt Neckarsulm unseren aufrichtigen Dank aussprechen. Unser Dank gilt insbesondere Herrn Oberbürgermeister Blust, weil er sich für unsere Budakesser Gemeinschaft stets helfend eingesetzt hat und unseren Anliegen gegenüber immer offen war, und das schon, bevor er in das höchste Amt dieser Stadt gewählt wurde. Ich habe in all diesen Jahren dankbar erfahren, dass wir in ihm einen großen Förderer unserer Sache gefunden haben, der uns und unserer alten Heimat viel Sympathie
und persönliches Interesse entgegenbringt. Seit unsere Budakesser Gemeinschaft besteht, ist es für uns alle selbstverständlich gewesen und von unseren früheren wie gegenwärtigen Vorständen, wie ich an dieser Stelle dankbar herausheben möchte, immer als Verpflichtung angesehen und zugleich als persönliches Anliegen empfunden worden, dass wir unsere Kirchweihtreffen mit einem Festgottesdienst eröffneten. Seit zehn Jahren haben wir dabei die Gastfreundschaft der Katholischen Kirchengemeinde St. Dionysius genossen. Diese Kirche ist für uns dabei ein Stück Heimat geworden, wo wir uns wohlfühlen. Danken wollen wir dafür allen, die diese Kirche betreuen, bzw. betreut haben: am Altar, an der Orgel, in der Sakristei und vor allem auch denen, die unsere heutige Festmesse gestalten: dem Blasorchester des Kolpingwerkes mit Chor, den Organisten, Vorlesern und Ministranten. Eine ganz besondere Freude ist es für mich, dass der Hirte dieser Kirche, Stadtpfarrer Dr. Uwe Scharfenecker, sich gern bereit erklärt hat, in der heutigen Jubiläumsmesse die Festpredigt zu halten. In der kurzen Zeit seines Wirkens hier haben wir mannigfache, gute Kontakte gepflegt und sind uns auch persönlich nahe gekommen. Für die freundschaftliche, aufgeschlossene Atmosphäre, der wir hier nun begegnen, möchte ich persönlich wie auch im Namen unserer ganzen Budakesser Gemeinschaft Dir, lieber Mitbruder, ganz herzlich danken. Ich hoffe, wir haben noch recht
lang miteinander zu tun. In unserer alten Heimat hat man früher seinen Dank durch ein 'Vergelt´s Gott' zum Ausdruck gebracht. Ich möchte diesen sinnigen Brauch aufgreifen und wünsche, Gott möge den Genannten und Ungenannten, die sich um unsere Budakesser Gemeinschaft verdient gemacht haben, reich vergelten und alle durch seine vergebende Gnade für die Feier der Eucharistie bereit machen." nicht auch du mit jenem Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?“
(Mt. 18,33) auf. "Mit dieser Frage am Ende seiner Erzählung vom gnadenlosen Schuldner wendet sich Jesus an uns. Wir spüren, dass es um eine ernste Sache geht, der wir uns als Christen nicht entziehen können. Und doch tun sich heute viele schwer, die Voraussetzung zu akzeptieren, von der Jesus ausgeht, - den Tatbestand nämlich, dass wir alle auf Gottes Erbarmen angewiesen sind, dass wir ihm gegenüber Tag für Tag zu Schuldnern werden. Soll die Kirche endlich schweigen von Sünde und Schuld. 'Ich habe doch niemanden umgebracht', so denken nicht wenige und meinen, damit sei das Thema abgehandelt. Wer aber gewissenhaft und ehrlich in die eigene Seele blickt, das eigene Handeln und Reden betrachtet, wird erkennen, dass er nicht frei ist von Schuld und Versagen. Mit dieser Ehrlichkeit entsprechen wir Gottes heilendem Handeln an uns. Wenn wir uns schuldlos wähnen, machen wir Gott zum Lügner, stellen in Frage, was wir bei jeder heiligen Wandlung beten, dass Christi Blut vergossen wird 'zur Vergebung der Sünden'. Diese Vergebung schenkt uns Gott in seinem Sohn, wir erhalten sie ohne Vorbehalt, so wie im Gleichnis dem Schuldner zehntausend Talente nachgelassen werden. Damit aber ist eine wichtige Voraussetzung geschaffen für unser menschliches Miteinander. Wer sich selbst als Sünder erkennt, der auf Erbarmen angewiesen ist, wird niemanden mehr verteufeln, der an ihm schuldig wird. Wer sich selbst als Sünder erkennt, wird bereit sein zu vergeben. Das ist keine Zwangsläufigkeit; das zeigt uns die Unbarmherzigkeit des Knechtes seinem Kollegen gegenüber. Christus aber sagt uns, dass von uns Erbarmen eingefordert wird, dass wir uns nicht davonstehlen können, wenn es darum geht zu vergeben, sich zu versöhnen, einander anzunehmen. Der Mensch, der uns Leid zufügt, ist kein ganz anderer, keine Ausgeburt der Hölle im Gegensatz zu uns 'Lichtgestalten'. Wir sind einander Brüder und Schwestern, wir sind einander gleich in unserem Versagen, unserer Schuld Gott gegenüber. Wir sind einander aber auch gleich in der Erlösung, in der Vergebung, die Gott uns schenkt. Gerade der überragende Ottokár Prohászka (1858-1927), Bischof von Székesfehérvár/Stuhlweißenburg (in dieser Diözese liegt Budakeszi ja) betont den Eigenwert jedes Menschen: so sehr wir uns unterscheiden, im wesentlichen sind wir verbunden, und allen Menschen gebührt unsere Anerkennung und Versöhnungsbereitschaft, weil sie alle durch Christi Blut erlöst sind. Der heilige Augustinus (354-430), Ordensvater unseres geschätzten Paters Dr. Gerhard Ring, kommt in seinen Schriften immer wieder darauf zu sprechen, wie sehr wir der menschlichen Gemeinschaft, der Verbundenheit
untereinander bedürfen. Überwinden wir Feindschaft und Hass zwischen den Völkern und Staaten, in Verwandtschaft und Nachbarschaft, lernen wir von der Güte Gottes, selbst gut zu sein, seien wir barmherzig miteinander, so wie Gott sich unser erbarmt und
unser Leben rettet. Amen." Eindrucksvoll zur Kommunion das Kolping Blasorchester mit Chor unter Leitung seines Dirigenten, Michael Monroy, mit Mozarts „Ave Verum“. Erhabene Töne auf
der Orgel durch den zukünftigen Budakeszier Organisten, Szabó Lörinc. dass
ich mich daran gewöhnt habe, die
Elendsbilder der Kinder aus den Armen- und Kriegsgebieten
oder den Erdbebengebieten aller Welt zu sehen. Herr,
verzeih mir, dass
ich mich daran gewöhnt habe, ab
und zu vielleicht etwas Geld zu geben für diese Menschen, es
beruhigt mein Gewissen. Herr,
verzeih mir, dass
ich mich an die grauenhaften Zahlen der Toten, an
die Katastrophen aller Welt gewöhnt habe, was
kann ich schon daran ändern. Herr,
verzeih mir, dass
ich es für selbstverständlich halte, in Sicherheit und Wohlstand
zu leben und von Krise zu reden, wenn es einmal
nicht im gleichen Tempo weitergeht. hier
gibt es an jeder Ecke einen McDonald's, und
was ich im Monat für Zigaretten und für meine Freizeit ausgebe, muss
in Lateinamerika den Lebensunterhalt einer ganzen Familie decken. dass
ich oft und oft das 'Vater unser' bete und
doch nur an mein tägliches Brot dabei denke. Aber
wie sieht wirkliche Liebe in diesem Fall aus? ich
will meinen Teil beitragen. Doch
ich weiß nicht, wie ich es machen soll. „Halleluja“ von Händel bildete den krönenden Abschluss dieses
Festgottesdienstes. Pünktlich um 14.00 Uhr begrüßte der 1. Vorsitzende Georg Messner die Landsleute auf das herzlichste. Besonders begrüßen konnte er den „Patenonkel“, Herrn Oberbürgermeister Volker Blust mit Gattin und die Damen und Herren seines Stadtrates, den Bundesvorsitzenden der LDU, Herrn Dr. Friedrich Zimmermann, Budakeszis Bürgermeister Szemereki Zoltán mit Gattin, Frau Maria Kothy-Herczeg, die Vorsitzende der Minderheitenselbstverwaltung in Budakeszi ist, Herrn Hans Fritz, den Ehrenvorsitzenden der BKG, Pfarrer Dr. Uwe Scharfenecker, unseren Landsmann Pater Dr. Gerhard Ring und
den ev. Pfarrer Walter Hennig (früher Neckarsulm-Amorbach). Herzlich willkommen hieß er den Bürgermeister von Csikszereda, Herrn Dr. Csedö Csaba, die aus Budakeszi angereisten Landsleute, darunter die Vorsitzende des Traditionsbewahrungsvereines, Frau Maria Kerekes-Feßler, die Leiterin des Frauenchores, Frau Tercsi Nagy-Starcz, die Vorsitzende der Vereinigung Karpaten-Grund, Frau Turáni und die anwesende Presse. Ihre Grüße übermittelten Landrat Klaus Czernuska und StR. Gruber, die sich entschuldigt hatten. Herzlichen Dank sagte Messner dem Gesangverein Lassallia, dem Harmonikaclub Neckarsulm und der Tanzgruppe Herczeg aus Budakeszi, die mit ihren Beiträgen das umfassende Programm, durch das die 1. Kulturreferentin der BKG, Frau Maria Schönbrunn, führte, gekonnt bereicherten. Zum Auftakt erklangen vier ansprechende Lieder des Neckarsulmer Gesangvereins „Lassallia“, darunter
Silchers: „Ach, du klarblauer Himmel“. Als ältestes und noch einzig lebendes Gründungsmitglied gab der Ehrenvorsitzende Hans Fritz einen mit Lichtbildern unterstützten Rückblick über die markantesten Stationen nach der im Frühjahr 1946 erfolgten Vertreibung. Bereits 1947 gab es erste Überlegungen, die Budakesser zu sammeln. Dr. Gödrösy wurde die Betreuung unserer ungarndeutschen Landsleute im nordbadischen Raum anvertraut. Er war der Gründer unserer Gemeinschaft. Die Ortschaften in Baden und in Württemberg wurden abgefahren und Listen aufgestellt. Und 1947 ermöglichte Familie Natto in Helmhof das 1. Budakesser Kirchweihtreffen. Mit wenigen Ausnahmen fand ab diesem Zeitpunkt jedes Jahr in einer anderen Ortschaft unser Kirchweihtreffen statt. Leider verstarb Dr. Gödrösy 1986. Hans Fritz übernahm kommissarisch die Leitung der BKG und wurde 1987 der erste gewählte 1. Vorsitzende. Fritz stellte fest, dass die Zeit gekommen war, für die Budakesser Gemeinschaft einen festen Fuß zu schaffen. Die Vorstandschaft begann, sich Gedanken über eine Patenstadt zu machen. Maria Schönbrunn, die in Neckarsulm wohnhaft ist, schlug diese Stadt vor. Der Vorstand stimmte unwidersprochen dafür. Anfang des Jahres 1987 sprach Hans Fritz beim damaligen OB Dr. Klotz vor und bat ihn, die Patenschaft für die BKG zu übernehmen. Dr. Klotz hielt den Vorschlag für akzeptabel und bat um einen schriftlichen Antrag. Dieser Bitte entsprach die BKG und Studiendirektor Dr. Follath, der damalige Kulturreferent, schrieb den Antrag. Am 2. September 1989 zum 42. Kirchweihtreffen unterzeichneten Dr. Klotz und Hans Fritz feierlich die Patenschaftsurkunde - für die Budakesser Gemeinschaft ein historischer Augenblick, der sie zum Stolz berechtigt, eine Patenstadt wie Neckarsulm zu haben, gleichzeitig verbunden und eingeschlossen ist die große Dankbarkeit dafür, dass die Stadt die Hand zu dieser Patenschaft reichte. Weitere
wichtige Ereignisse waren: · Oktober 1986: Herausgabe des Heimatbuches Wudigeß / Budakeszi, eines · März 1990: Ehrung für Hans Fritz in Budakeszi für partnerschaftliche
Zusammenarbeit · Kirchweihfest 1990 mit Fahnenweihe durch Pater Dr. Gerhard Ring. Die Fahne zeigt unsere Heimatkirche, die um Budakeszi liegenden Berge und die Jahreszahlen der Einwanderung und der Ausweisung. Die Farben blau und silber sind die Farben unserer Kirche. Entworfen wurde die Fahne von Josef de Ponte und Hans Fritz hat sie ausgearbeitet. Frau Piero geb. Stadler
ist unsere Fahnenmutter. · Mai 1991 in Bebelhausen bei Tübingen: Überreichung eines Budakesser
Heimatbuches an den ungarischen
Staatspräsidenten Árpád Göncz · Kirchweihfest 1991: hoher Besuch durch den damaligen hessischen
Umweltminister Jóska Fischer,
dessen Eltern Budakesser sind · 1992 mit Pater Dr. Ring: Niederlegung eines Kranzes in Budakeszi
für Verstorbene und Gefallene · September 1992: Einweihung der Budakeszier-Straße in Neckarsulm-Amorbach - wir haben ein Stück Heimat in Neckarsulm - und Umzug durch Neckarsulm mit Vorstellung unserer Kultur und
unseres Brauchtums · Juni 1993: Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages - Neckarsulm/Budakeszi - in Budakeszi, integriert in die Feier zum 100jährigen Todestag des Komponisten Franz Erkel, dem Schöpfer der ungarischen Nationaloper "Hunyadi László" und der ungarischen
Nationalhymne (1844) · Herbst 1996 in Budakeszi: 50. Gedenktag der Vertreibung mit Otto von Habsburg unter Anerkennung der unmenschlichen und
ungerechten Vertreibung Den Abschluss des Rückblicks durch den Ehrenvorsitzenden Hans Fritz bildete das Gedicht: „Budakesser Schicksal“, das Rosina Schmalzhaf abwechselnd mit Edith Mate in deutsch und ungarisch vortrugen. Es sind Gedanken über den Schmerz der Vertreibung, die Josef Stadler verfasste und
bei der Patenschaftsfeier am 2. September 1989 selbst vorgetragen hat. Hans Fritz bedankte sich im Namen der Budakesser Gemeinschaft bei Oberbürgermeister Blust und seinem Stadtrat für die großzügige Unterstützung all die Jahre hindurch. Fritz sagte: "Wir sind stolz darauf, einen so verständnisvollen Patenonkel zu haben, mit dem wir so harmonisch und zufrieden
zusammenarbeiten können." „Wie geht es weiter?“ und erläuterte Ideen, Vorstellungen und Wünsche der Budakesser Gemeinschaft. Ein Teil dieser Vorstellungen hat sich bereits erfüllt, stellte Huber fest. Für die Arbeit im Vorstand haben sich jüngere Mitglieder gefunden, Mitglieder, die nicht einmal mehr in Wudigeß geboren sind, wie Huber selbst. Er führte weiter aus, dass wir Dank dem unermüdlichen Einsatz unserer Eltern und Großeltern, die selbst in den schwierigen Nachkriegsjahren das jährliche Heimattreffen durchführten und bis heute durchführen, in diese Gemeinschaft hineingewachsen sind, in der wir uns wohlfühlen und uns jedes Jahr auf das Treffen freuen. Ein nächstes Ziel sollte sein, das Interesse unserer Kinder oder gar Enkelkinder für unsere Budakesser Gemeinschaft zu wecken, denn sie soll leben, wir wollen etwas bewegen, die alten Traditionen unserer Vorfahren und ihre so gehüteten Werte sollen durch
uns nicht vergessen werden, sondern wir wollen sie pflegen und weitergeben. Sehr gut vorstellbar wäre eine Heimatstube als zentralen Anlaufpunkt, einen Raum, in dem wir uns ungezwungen treffen, unsere Erfahrungen austauschen oder das eine oder andere Problem lösen könnten, betonte Franz Huber. Sie soll ein Mittelpunkt unserer Gemeinschaft werden, ein lohnendes Ziel, nach der geschichtlichen Vergangenheit unserer Vorfahren zu suchen und diese zu
verstehen. Er stellte die wichtige Arbeit des „Ahnenforscher-Teams“ vor. Diese Gruppe wertet vorhandene Daten der Geburt, Heirat und Tod der in Budakeszi seit 1696 angesiedelten Menschen aus, damit unseren Kindern und Enkeln einmal Auskunft über ihren Stammbaum gegeben werden kann. Unser Ziel ist es, diese Erkenntnisse zentral - in einem Raum - und dadurch für
jeden zugänglich zu machen. Huber unterstrich, dass alle Ideen, Wünsche und Vorstellungen der Budakesser Gemeinschaft sich nur mit allen Budakessern und den Kindern und Enkelkindern verwirklichen
lassen. Wir können auf die Unterstützung der Patenstadt Neckarsulm wie in den vergangenen 10 Jahren zählen. Dafür sagte Franz Huber dem Patenonkel, OB
Volker Blust, herzlichen Dank. Abschließend bemerkte er zukunftsweisend, dass die Zusammenarbeit aller und die Unterstützung von vielen der Vorstandschaft der Budakesser Gemeinschaft Hoffnung und Zuversicht für die Arbeit im nächsten Jahrtausend
geben. "In der Gewissheit, dass unsere Vorhaben mit Eurer Unterstützung sich langsam, aber stetig weiter entwickeln, möchte ich mich schon einmal im Voraus
bei allen für ihre Hilfe bedanken." OB Blust drückte aus, dass die nunmehr seit 10 Jahren bestehende Patenschaft der Stadt Neckarsulm mit der Budakesser Gemeinschaft in enger Verbindung mit der seit 6 Jahren bestehenden Städtepartnerschaft mit Budakeszi zu sehen ist, für welche die Budakesser Gemeinschaft den Grundstein gelegt hat. Daher freute es ihn besonders, dass sein Kollege, Bürgermeister Szemereki Zoltán, mit seiner Anwesenheit den Feierlichkeiten noch
mehr Gewicht und Bedeutung verliehen hat. OB Blust stellte fest, dass die Budakesser Gemeinschaft schon sehr früh eine Brücke in die alte Heimat geschlagen und trotz des erfahrenen Unrechts Versöhnung mit aufgebaut hat. Die Gemeinschaft hat in den über fünf Jahrzehnten ihres Bestehens und Wirkens auf ihre Weise einen wichtigen und nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Aussöhnung und Völkerverständigung und damit letztlich auch für den Frieden in Europa geleistet. Blust verwies auf den Tatbestand, dass das 10-jährige Patenschaftsjubiläum zusammenfällt mit einem weltpolitisch bedeutsamen Jubiläum. Vor zehn Jahren öffnete Ungarn seine westliche Grenze, eine mutige Entscheidung mit historischen Auswirkungen. Oder wie der ungarische Ministerpräsident Orbán zutreffend formulierte: „Ungarn, der Geburtshelfer für das wiedervereinigte Deutschland.“ OB Blust hob hervor: "Das was Sie, die Budakesser Gemeinschaft, geleistet haben, fand letztlich auch durch uns Anerkennung, indem wir vor 10 Jahren die Patenschaft über Ihren Zusammenschluss übernommen haben. Und rückblickend betrachtet, war unsere freiwillig eingegangene Verpflichtung eine gute Sache, zumal sich daraus auch die von mir schon erwähnte Partnerschaft zwischen den beiden Städten Neckarsulm und Budakeszi ergeben hat, und ich auch die Feststellung treffen kann, dass sich diese Partnerschaft in den wenigen Jahren ihres Bestehens gut entwickelt hat, insbesondere auch auf dem Sektor der so wichtigen Schüler- und Jugendbegegnungen." Und an den 2. Vorsitzenden, Franz Huber, gewandt unterstrich der Oberbürgermeister, dass das Thema Heimatstube nicht in Vergessenheit geraten sei. Es standen bisher noch keine geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung. Den fast schon obligatorischen Scheck als kleinen Kostenbeitrag für die Veranstaltung überreichte OB Blust dem Vorsitzenden der BKG, Georg Messner, unter dem Motto: „Lieber ein
Patenonkel, der etwas mitbringt, als eine Patentante, die Klavier spielt.“ Eine Augenweide der Anblick der jungen Paare der Tanzgruppe Herceg aus Budakeszi in ihren festlichen Trachten. Anmutig die jungen Frauen, kühn die jungen Männer mit ihren Hüten und in ihren Stiefeln. Feurig und temperamentvoll wirbelten die Tänzer und Tänzerinnen über das Parkett und
durch die Luft und versprühten echte Lebenslust und Lebensfreude. Periode der letzten 10 Jahre. Er sagte: „Von denen, die heute hier feiern, besonders Sie, die Sie sich in Deutschland zu Hause und in Ungarn daheim fühlen, haben viele gewünscht, dass diese zwei Länder eine Heimat werden sollen, eine europäische Heimat, zwar mit verschiedenen Gegebenheiten, aber einer Gesinnung. Diese unsere Hoffnung wurde vor 10 Jahren geboren und entfaltet sich in unseren Tagen. Europa hat große Veränderungen erlebt. Grenzen wurden verändert, Nationen haben sich geeinigt, neue Staaten sind entstanden. Wirtschaftliche und militärische Allianzen wurden aufgehoben, in unseren Ländern wurden Kasernen zu Wohnsiedlungen umgebaut. Wir sind Mitglieder einer gemeinsamen militärischen Verteidigungsorganisation, der NATO, geworden.“ Weiter führte er aus, dass der ungarische Außenminister Dr. János Martonyi am 7. Januar bei der Begrüßung unseres Außenministers Jóska Fischer behauptete, dass Ungarn zur Zeit zwei Außenminister hätte, wenn
die Familie Fischer aus Ungarn nicht vertrieben worden wäre. BM Szemereki bekräftigte: "Die von begeisterten Vorfahren begonnenen Beziehungen können nur dann aufrechterhalten bleiben, wenn wir alle bereit sind, etwas für sie zu tun, damit die Fäden nicht lockerer werden, sondern wenn es möglich ist, noch fester. Man kann drei Gesichtspunkte hervorheben, die
uns mit Optimismus erfüllen können:
weiterhin mit Budakeszi. Die Belebung dieses schönen Gewebes ist eine wertvolle Aufgabe der neuen Generationen, die Priorität genießen muss. Wie können diese Fäden befestigt werden? Die Bestrebung der Vorstandschaft der Budakesser Gemeinschaft, eine Informations-Datenbank ins Leben zu rufen, hat mich gerührt. In dieser Datenbank kann man vieles finden, was nur der älteren Generation bekannt
ist. Nur Sie können es denen
weitergeben, die dafür Interesse haben.
mit großer Freude die Erweiterung der Vorstandschaft der Budakesser Gemeinschaft mit Vertretern der jüngeren Generationen. Eine Aufgabe zu überliefern ist manchmal schwierig, aber im Interesse der Gemeinschaft
kann und muss es zur Pflicht
werden.
Städtepartnerschaft. Bitte lassen Sie es nicht außer acht, dass das System der Partnerstädte um die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich zustande gekommen ist. In den letzten zehn Jahren sind die Partnerschaftsbeziehungen zwischen deutschen und ungarischen Städten zum Mittel für die Entwicklung eines gemeinsamen Europas geworden. Von Herrn Oberbürgermeister Blust habe ich zum ersten Mal über Beziehungen der Partnerstädte gehört. Dieses sich ausbreitende System kann den Grund für weitere Partnerschaftsbeziehungen sichern. Das sind allerdings nur Rahmen. Mit Inhalt, mit Leben können sie nur mit Hilfe der teilnehmenden Personen erfüllt werden. Sie und wir haben hier und jetzt keine kleinere Aufgabe, als die Freundschaft, die Tradition und die Werte zu bewahren und zu fördern, die von unseren Vorfahren auf uns überliefert worden sind. Unsere Erfolge können vielleicht einmal als Verdienste mit historischem Maßstab gemessen werden. Die Nationen Europas politisieren durch Parteien, müssen aber anstreben, die Autonomie und Zielsetzung der Vereine und zivilen Organisationen zu bewahren, denn sie bedeuten die Grundlage der Demokratie. Bitte vergessen Sie nicht, dass die Städtepartnerschaft zwischen Neckarsulm und Budakeszi mit der Annahme der Budakesser Gemeinschaft begonnen hat. Sie ist die Erweiterung
dieser Beziehung. einander, von unserer wahren Freundschaft, von unserer christlich, europäischen Weltanschauung ab, die Fehler zu verbessern vermag, die Selbstsucht zu vermeiden imstande ist, und die für die Gemeinschaft Opfer zu bringen bereit ist. Die Budakesser
Gemeinschaft hat ein Bekenntnis in diese Richtung abgelegt. Erlauben Sie mir bitte, dass ich meinen Dank den Mitgliedern der Budakesser Gemeinschaft ausspreche, dass Sie Budakeszi in ihrer Liebe bewahrt haben und die Beziehungen mit unserer Stadt bis heute herzhaft pflegen. Wie ich bereits mehrmals erwähnt habe, ist Budakeszi ein kleiner Bruchteil von Ungarn, in dem neben einheimischen Budakessern Menschen der Gemeinschaften aus Ungarn, Siebenbürgen, aus den Karpaten, der Ukraine und der Slowakei vertreten sind. Ich möchte meinen besonderen Dank der Budakesser Gemeinschaft gegenüber aussprechen, dass Sie Freundschaften mit den aus den erwähnten Gebieten lebenden Familien
gestiftet und ihnen in vielen Fällen wertvolle Hilfe geleistet haben. Ich danke Herrn Oberbürgermeister Blust für die Einladung und den Stadträten in Neckarsulm, dass Sie die regelmäßige Zusammenkunft der Budakesser ermöglichen. Ich bedanke mich bei allen Mitgliedern der Budakesser Gemeinschaft und ihrer Vorstandschaft für die Anstrengungen in der Pflege der Beziehungen. Ich biete unser Zusammenwirken im Namen der Budakesser Selbstverwaltung für die Bewahrung der wichtigsten menschlichen Werte, und zwar der Freundschaft und der
gegenseitigen Achtung, an." Zuletzt lud BM Szemereki zu den Feierlichkeiten im Jahr 2000 zum tausendjährigen Bestehen des Staates Ungarn und der Krönung seines ersten Königs, des heiligen Stefan,
nach Budakeszi ein. Rhythmisch beeindruckend spielten die Musiker des Harmonika Clubs Neckarsulm auf ihren Instrumenten. Bravourös meisterten BM Szemereki, der um diesen Tanz
gebeten wurde, und eine junge Musikerin die Rock ´n´ Roll-Einlage. Last, not least überbrachte der Bundesvorsitzende der LDU, Dr. Zimmermann, Grußworte. Darin würdigte er die Arbeit der BKG und zitierte Otto von Habsburg mit: “Wer nicht weiß, woher er kommt, kann nicht wissen, wohin er geht, weil er nicht
weiß, wo er steht.“ Georg Messner, der 1. Vorsitzende der BKG, sprach die Schlussworte und dankte allen, die die Jubiläumsveranstaltung vorbereiteten, allen, die am Jubiläum teilnahmen, allen die mitwirkten und somit gemeinsam das gelungene Kirchweihtreffen
mit Patenschaftsfeier ermöglichten und gestalteten. Zum musikalischen Abschluss luden die Donauschwäbischen Musikanten ein, das Tanzbein
zu schwingen. Rosina Schmalzhaf
zurück zu Veranstaltungen und mehr
|