Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

 im Verband der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn e. V.                                                                 

        Die Budakesser Gemeinschaft stellt Ihnen 

           bitte eintreten! - please enter!              sich und ihre Arbeit vor:                 Amtliches Gemeindesiegel 1724

 

1724

                          wir über uns   damals in Budakeszi   heute in Budakeszi

                      Familienforschung   unser Heimatbuch "Budakeszi / Wudigeß"

                  Portraits   Veranstaltungen und mehr   Kontakte   interessante Links

         

 

 

Festschrift

 

 10 Jahre Patenschaft

 

12. September 1999

Wappen der Budakesser GemeinschaftBudakesser

                      Gemeinschaft

 

 

Patenstadt

Neckarsulm                  

                            Wappen der Stadt Neckarsulm

                                                                                                                    

                                                                                                                        

 Fotos von der Patenschaftsfeier 

 

Die Glocken der Neckarsulmer Stadtkirche St. Dionysius riefen am 

12. September 1999 zum Festgottesdienst um 10.30 Uhr anlässlich des 

10-jährigen Jubiläums der Patenschaft zwischen der Stadt Neckarsulm 

und der Budakesser Gemeinschaft.

Zahlreich folgten Menschen aus Neckarsulm und unsere Landsleute 

der Einladung in das

getreu der alten Form  wiedererrichtete und 1949 eingeweihte Gotteshaus

im barocken Stil mit seinem bedeutendsten Kunstwerk einer Pieta, 

wahrscheinlich einer Nürnberger Arbeit von 1500, die früher in einer

Ölberganlage westlich  der Kirche stand, die ebenfalls, wie auch die 

Altstadt, Opfer des Krieges wurden.

„Alles meinem Gott zu Ehren in der Arbeit, in der Ruh!“ brachte die Gemeinde 

gesanglich als Eingangslied zum Ausdruck. Unser Landsmann, Pater Dr. Gerhard Ring,

begrüßte die Landsleute aus Budakeszi und die Christen aus Neckarsulm. 

Ganz herzlich konnte er eine Abordnung aus Budakeszi mit ihrem Bürgermeister,

Herrn Szemereki Zoltán, sowie die Delegation aus der Partnerstadt Budakeszis,

 Csikszereda in Siebenbürgen/Erdély, zum 52. Kirchweihfest willkommen heißen.

Pater Dr. Gerhard Ring führte weiter aus:

"Wir feiern wieder einmal Jubiläum: Vor 10 Jahren hatten wir die Ehre und Freude, 

dass die Stadt Neckarsulm die Patenschaft über unsere 

Budakesser Gemeinschaft übernommen hat. Für diese ermutigende Hilfe,

die unserer Verbandsarbeit in vieler Hinsicht Auftrieb gegeben hat, möchte ich den

früheren und gegenwärtigen Verantwortlichen der Stadt Neckarsulm unseren

aufrichtigen Dank aussprechen. Unser Dank gilt insbesondere Herrn 

Oberbürgermeister Blust, weil er sich für unsere Budakesser Gemeinschaft  

stets helfend eingesetzt hat und unseren Anliegen gegenüber immer offen war, 

und das schon, bevor er in das höchste Amt dieser Stadt gewählt wurde. 

Ich habe in all diesen Jahren dankbar erfahren, dass wir in ihm einen großen

Förderer unserer Sache gefunden haben, der uns und unserer alten Heimat viel

Sympathie und persönliches Interesse entgegenbringt.

Seit unsere Budakesser Gemeinschaft besteht, ist es für uns alle 

selbstverständlich gewesen und von unseren früheren wie gegenwärtigen Vorständen, 

wie ich an dieser Stelle dankbar herausheben möchte, immer als Verpflichtung

angesehen und zugleich als persönliches Anliegen empfunden worden, dass wir 

unsere Kirchweihtreffen mit einem Festgottesdienst eröffneten. Seit zehn Jahren 

haben wir dabei die Gastfreundschaft der Katholischen Kirchengemeinde 

St. Dionysius genossen. Diese Kirche ist für uns dabei ein Stück Heimat geworden, 

wo wir uns wohlfühlen. Danken wollen wir dafür allen, die diese Kirche betreuen,

bzw. betreut haben: am Altar, an der Orgel, in der Sakristei und vor allem auch

denen, die unsere heutige Festmesse gestalten: dem Blasorchester des Kolpingwerkes

mit Chor, den Organisten, Vorlesern und Ministranten. Eine ganz besondere Freude 

ist es für mich, dass der Hirte dieser Kirche, Stadtpfarrer Dr. Uwe Scharfenecker, 

sich gern bereit erklärt hat, in der heutigen Jubiläumsmesse die Festpredigt zu

halten. In der kurzen Zeit seines Wirkens hier haben wir mannigfache, gute 

Kontakte gepflegt und sind uns auch persönlich nahe gekommen. Für die 

freundschaftliche, aufgeschlossene Atmosphäre, der wir hier nun begegnen, 

möchte ich persönlich wie auch im Namen unserer ganzen Budakesser

 Gemeinschaft Dir, lieber Mitbruder, ganz herzlich danken.

Ich hoffe, wir haben noch recht lang miteinander zu tun.

In unserer alten Heimat hat man früher seinen Dank durch ein 'Vergelt´s Gott' 

zum Ausdruck gebracht. Ich möchte diesen sinnigen Brauch aufgreifen und 

wünsche, Gott möge den Genannten und Ungenannten, die sich um unsere

Budakesser Gemeinschaft verdient gemacht haben, reich vergelten

und alle durch seine vergebende Gnade für die Feier der Eucharistie bereit 

machen."

Dr. Uwe Scharfenecker griff in seiner Predigt das Thema: „Hättest 

nicht auch du mit jenem Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen 

hatte?“ (Mt. 18,33) auf.

"Mit dieser Frage am Ende seiner Erzählung vom gnadenlosen Schuldner wendet

 sich Jesus an uns. Wir spüren, dass es um eine ernste Sache geht, der wir uns 

als Christen nicht entziehen können. Und doch tun sich heute viele schwer, die

Voraussetzung zu akzeptieren, von der Jesus ausgeht, - den Tatbestand nämlich, 

dass wir alle auf Gottes Erbarmen angewiesen sind, dass wir ihm gegenüber Tag 

für Tag zu Schuldnern werden. Soll die Kirche endlich schweigen von Sünde 

und Schuld. 'Ich habe doch niemanden umgebracht', so denken nicht wenige und 

meinen, damit sei das Thema abgehandelt. Wer aber gewissenhaft und ehrlich 

in die eigene Seele blickt, das eigene Handeln und Reden betrachtet, wird 

erkennen, dass er nicht frei ist von Schuld und Versagen. Mit dieser Ehrlichkeit

entsprechen wir Gottes heilendem Handeln an uns. Wenn wir uns schuldlos wähnen, 

machen wir Gott zum Lügner, stellen in Frage, was wir bei jeder heiligen Wandlung

beten, dass Christi Blut vergossen wird 'zur Vergebung der Sünden'. Diese 

Vergebung schenkt uns Gott in seinem Sohn, wir erhalten sie ohne Vorbehalt, 

so wie im Gleichnis dem Schuldner zehntausend Talente nachgelassen werden. 

Damit aber ist eine wichtige Voraussetzung geschaffen für unser menschliches 

Miteinander. Wer sich selbst als Sünder erkennt, der auf Erbarmen angewiesen

ist, wird niemanden mehr verteufeln, der an ihm schuldig wird. Wer sich selbst 

als Sünder erkennt, wird bereit sein zu vergeben. Das ist keine Zwangsläufigkeit; 

das zeigt uns die Unbarmherzigkeit des Knechtes seinem Kollegen gegenüber. 

Christus aber sagt uns, dass von uns Erbarmen eingefordert wird, dass wir uns 

nicht davonstehlen können, wenn es darum geht zu vergeben, sich zu versöhnen, 

einander anzunehmen. Der Mensch, der uns Leid zufügt, ist kein ganz anderer, 

keine Ausgeburt der Hölle im Gegensatz zu uns 'Lichtgestalten'. Wir sind 

einander Brüder und Schwestern, wir sind einander gleich in unserem Versagen,

 unserer Schuld Gott gegenüber. Wir sind einander aber auch gleich in der 

Erlösung, in der Vergebung, die Gott uns schenkt. Gerade der überragende 

Ottokár Prohászka (1858-1927), Bischof von Székesfehérvár/Stuhlweißenburg 

(in dieser Diözese liegt Budakeszi ja) betont den Eigenwert jedes Menschen: 

so sehr wir uns unterscheiden, im wesentlichen sind wir verbunden, und allen 

Menschen gebührt unsere Anerkennung und Versöhnungsbereitschaft, weil sie

alle durch Christi Blut erlöst sind. Der heilige Augustinus (354-430), Ordensvater 

unseres geschätzten Paters Dr. Gerhard Ring, kommt in seinen Schriften immer

 wieder darauf zu sprechen, wie sehr wir der menschlichen Gemeinschaft, der

Verbundenheit untereinander bedürfen.

Überwinden wir Feindschaft und Hass zwischen den Völkern und Staaten, in

 Verwandtschaft und Nachbarschaft, lernen wir von der Güte Gottes, selbst 

gut zu sein, seien wir barmherzig miteinander, so wie Gott sich unser erbarmt

 und unser Leben rettet. Amen."

Eindrucksvoll zur Kommunion das Kolping Blasorchester mit Chor unter Leitung 

seines Dirigenten, Michael Monroy, mit Mozarts „Ave Verum“. Erhabene Töne

auf der Orgel durch den zukünftigen Budakeszier Organisten, Szabó Lörinc.  

 Nachdenken und Besinnung nach der Kommunion:

              Herr, verzeih mir,

dass ich mich daran gewöhnt habe,

die Elendsbilder der Kinder aus den Armen- und

Kriegsgebieten oder den Erdbebengebieten aller Welt zu sehen.

Herr, verzeih mir,

dass ich mich daran gewöhnt habe,

ab und zu vielleicht etwas Geld zu geben für diese Menschen,

es beruhigt mein Gewissen.

Herr, verzeih mir,

dass ich mich an die grauenhaften Zahlen der Toten,

an die Katastrophen aller Welt gewöhnt habe,

was kann ich schon daran ändern.

Herr, verzeih mir,

dass ich es für selbstverständlich halte, in Sicherheit und

Wohlstand zu leben und von Krise zu reden, wenn es

einmal nicht im gleichen Tempo weitergeht.

Herr, verzeih mir,

hier gibt es an jeder Ecke einen McDonald's,

und was ich im Monat für Zigaretten und für meine Freizeit ausgebe,

muss in Lateinamerika den Lebensunterhalt einer ganzen Familie decken.

Herr, verzeih mir,

dass ich oft und oft das 'Vater unser' bete

und doch nur an mein tägliches Brot dabei denke.

Herr, ich will sie lieben, die Menschen in diesen Ländern.

Aber wie sieht wirkliche Liebe in diesem Fall aus?

Herr, ich träume von einer besseren Welt,

ich will meinen Teil beitragen.

Doch ich weiß nicht, wie ich es machen soll.

Als Schlusslied sang die Gemeinde "Großer Gott, wir loben dich;" und das mächtige

 „Halleluja“ von Händel bildete den krönenden Abschluss dieses Festgottesdienstes.  

Nach dem Gottesdienst fand in der Ballei das gemeinsame Mittagessen statt.

 Pünktlich um 14.00 Uhr begrüßte der 1. Vorsitzende Georg Messner die

 Landsleute auf das  herzlichste. Besonders begrüßen konnte er den „Patenonkel“,

 Herrn Oberbürgermeister Volker Blust mit Gattin und die Damen und Herren 

seines Stadtrates, den Bundesvorsitzenden der LDU, Herrn Dr. Friedrich

Zimmermann,

 Budakeszis Bürgermeister Szemereki Zoltán mit Gattin, Frau 

Maria Kothy-Herczeg, die Vorsitzende der Minderheitenselbstverwaltung

 in Budakeszi ist, Herrn Hans Fritz, den Ehrenvorsitzenden der BKG, 

Pfarrer Dr. Uwe Scharfenecker, unseren Landsmann Pater Dr. Gerhard Ring 

und den ev. Pfarrer Walter Hennig (früher Neckarsulm-Amorbach).

Herzlich willkommen hieß er den Bürgermeister von Csikszereda, Herrn

 Dr. Csedö Csaba, die aus Budakeszi angereisten Landsleute, darunter die 

Vorsitzende des Traditionsbewahrungsvereines, Frau Maria Kerekes-Feßler, 

die Leiterin des Frauenchores, Frau Tercsi Nagy-Starcz, die Vorsitzende 

der Vereinigung Karpaten-Grund, Frau Turáni und die anwesende Presse. 

Ihre Grüße übermittelten Landrat Klaus Czernuska und StR. Gruber, die sich 

entschuldigt hatten. Herzlichen Dank sagte Messner dem Gesangverein Lassallia, 

dem Harmonikaclub Neckarsulm und der Tanzgruppe Herczeg aus Budakeszi, die mit 

ihren Beiträgen das umfassende Programm, durch das die 1. Kulturreferentin 

der BKG, Frau Maria Schönbrunn, führte, gekonnt bereicherten. Zum Auftakt 

erklangen vier ansprechende Lieder des Neckarsulmer Gesangvereins „Lassallia“,

 darunter Silchers: „Ach, du klarblauer Himmel“.

Als ältestes und noch einzig lebendes Gründungsmitglied gab der Ehrenvorsitzende

Hans Fritz einen mit Lichtbildern unterstützten Rückblick über die markantesten

 Stationen nach der im Frühjahr 1946 erfolgten Vertreibung. Bereits 1947 gab 

es erste Überlegungen, die Budakesser zu sammeln. Dr. Gödrösy wurde die 

Betreuung unserer ungarndeutschen Landsleute im nordbadischen Raum 

anvertraut. Er war der Gründer unserer Gemeinschaft. Die Ortschaften in Baden

und in Württemberg wurden abgefahren und Listen aufgestellt. Und 1947 

ermöglichte Familie Natto in Helmhof das 1. Budakesser Kirchweihtreffen. 

Mit wenigen Ausnahmen fand ab diesem Zeitpunkt jedes Jahr in einer anderen 

Ortschaft unser Kirchweihtreffen statt. Leider verstarb Dr. Gödrösy 1986. 

Hans Fritz übernahm kommissarisch die Leitung der BKG und wurde 1987 

der erste gewählte 1. Vorsitzende. Fritz stellte fest, dass die Zeit gekommen 

war, für die Budakesser Gemeinschaft einen festen Fuß zu schaffen. 

Die Vorstandschaft begann, sich Gedanken über eine Patenstadt zu machen. 

Maria Schönbrunn, die in Neckarsulm wohnhaft ist, schlug diese Stadt vor. 

Der Vorstand stimmte unwidersprochen dafür. Anfang des Jahres 1987 

sprach Hans Fritz beim damaligen OB Dr. Klotz vor und bat ihn, die Patenschaft 

für die BKG zu übernehmen. Dr. Klotz hielt den Vorschlag für akzeptabel und 

bat um einen schriftlichen Antrag. Dieser Bitte entsprach die BKG und 

Studiendirektor Dr. Follath, der damalige Kulturreferent, schrieb den Antrag. 

Am 2. September 1989 zum 42. Kirchweihtreffen unterzeichneten Dr. Klotz 

und Hans Fritz feierlich die Patenschaftsurkunde - für die Budakesser

 Gemeinschaft ein historischer Augenblick, der sie zum Stolz berechtigt, 

eine Patenstadt wie Neckarsulm zu haben, gleichzeitig verbunden und 

eingeschlossen ist die große Dankbarkeit dafür, dass die Stadt die Hand 

zu dieser Patenschaft reichte.

Weitere wichtige Ereignisse waren:

·      Oktober 1986: Herausgabe des Heimatbuches Wudigeß / Budakeszi, 

    eines 

·      März 1990: Ehrung für Hans Fritz in Budakeszi für partnerschaftliche 

    Zusammenarbeit

·      Kirchweihfest 1990 mit Fahnenweihe durch Pater Dr. Gerhard Ring. Die 

    Fahne zeigt unsere Heimatkirche, die um Budakeszi liegenden Berge und die 

   Jahreszahlen der Einwanderung und der Ausweisung. Die Farben blau und 

   silber sind die Farben unserer Kirche. Entworfen wurde die Fahne von 

   Josef de Ponte und Hans Fritz hat sie ausgearbeitet. Frau Piero geb. Stadler

   ist unsere Fahnenmutter.

·      Mai 1991 in Bebelhausen bei Tübingen: Überreichung eines Budakesser 

    Heimatbuches an den ungarischen Staatspräsidenten Árpád Göncz

·      Kirchweihfest 1991: hoher Besuch durch den damaligen hessischen 

    Umweltminister Jóska Fischer, dessen Eltern Budakesser sind

·      1992 mit Pater Dr. Ring: Niederlegung eines Kranzes in Budakeszi 

    für Verstorbene und Gefallene

·      September 1992: Einweihung der Budakeszier-Straße in 

    Neckarsulm-Amorbach - wir haben ein Stück Heimat in Neckarsulm - 

    und Umzug durch Neckarsulm mit Vorstellung unserer Kultur und 

    unseres Brauchtums

·      Juni 1993: Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages - 

    Neckarsulm/Budakeszi - in Budakeszi, integriert in die Feier zum 

    100jährigen Todestag des Komponisten Franz Erkel, dem Schöpfer 

    der ungarischen Nationaloper "Hunyadi László" und der ungarischen 

    Nationalhymne (1844)

·      Herbst 1996 in Budakeszi: 50. Gedenktag der Vertreibung mit 

    Otto von Habsburg unter Anerkennung der unmenschlichen und 

     ungerechten Vertreibung

Den Abschluss des Rückblicks durch den Ehrenvorsitzenden Hans Fritz 

bildete das Gedicht: „Budakesser Schicksal“, das Rosina Schmalzhaf 

abwechselnd mit Edith Mate in deutsch und ungarisch vortrugen. Es sind 

Gedanken über den Schmerz der Vertreibung, die Josef Stadler verfasste 

und bei der Patenschaftsfeier am 2. September 1989 selbst vorgetragen hat.

Hans Fritz bedankte sich im Namen der Budakesser Gemeinschaft bei

Oberbürgermeister Blust und seinem Stadtrat für die großzügige Unterstützung 

all die Jahre hindurch. Fritz sagte: "Wir sind stolz darauf, einen so 

verständnisvollen Patenonkel zu haben, mit dem wir so harmonisch und 

zufrieden zusammenarbeiten können."

Nach der Rückblende stellte der 2. Vorsitzende Franz Huber die Frage:

 „Wie geht es weiter?“ und erläuterte Ideen, Vorstellungen und Wünsche 

der Budakesser Gemeinschaft. Ein Teil dieser Vorstellungen hat sich  

bereits erfüllt, stellte Huber fest. Für die Arbeit im Vorstand haben sich 

jüngere Mitglieder gefunden, Mitglieder, die nicht einmal mehr in Wudigeß 

geboren sind, wie Huber selbst. Er führte weiter aus, dass wir Dank dem 

unermüdlichen Einsatz unserer Eltern und Großeltern, die selbst in den schwierigen

 Nachkriegsjahren das jährliche Heimattreffen durchführten und bis heute 

durchführen, in diese Gemeinschaft hineingewachsen sind, in der wir uns wohlfühlen 

und uns jedes Jahr auf das Treffen freuen. Ein nächstes Ziel sollte sein, das 

Interesse unserer Kinder oder gar Enkelkinder für unsere Budakesser 

Gemeinschaft zu wecken, denn sie soll leben, wir wollen etwas bewegen, die 

alten Traditionen unserer Vorfahren und ihre so gehüteten Werte sollen 

durch uns nicht vergessen werden, sondern wir wollen sie pflegen und weitergeben.

Sehr gut vorstellbar wäre eine Heimatstube als zentralen Anlaufpunkt, einen Raum, 

in dem wir uns ungezwungen treffen, unsere Erfahrungen austauschen oder das 

eine oder andere Problem lösen könnten, betonte Franz Huber. Sie soll ein 

Mittelpunkt unserer Gemeinschaft werden, ein lohnendes Ziel, nach der 

geschichtlichen Vergangenheit unserer Vorfahren zu suchen und diese 

zu verstehen.

Er stellte die wichtige Arbeit des „Ahnenforscher-Teams“ vor. Diese 

Gruppe wertet vorhandene Daten der Geburt, Heirat und Tod der in 

Budakeszi seit 1696 angesiedelten Menschen aus, damit unseren Kindern 

und Enkeln einmal Auskunft über ihren Stammbaum gegeben werden kann. 

Unser Ziel ist es, diese Erkenntnisse zentral - in einem Raum - und dadurch 

für jeden zugänglich zu machen.

Huber unterstrich, dass alle Ideen, Wünsche und Vorstellungen der Budakesser

 Gemeinschaft sich nur mit allen Budakessern und den Kindern und Enkelkindern

 verwirklichen lassen.

Wir können auf die Unterstützung der Patenstadt Neckarsulm wie in den 

vergangenen 10 Jahren zählen. Dafür sagte Franz Huber dem Patenonkel, 

OB Volker Blust, herzlichen Dank.

Abschließend bemerkte er zukunftsweisend, dass die Zusammenarbeit 

aller und die Unterstützung von vielen der Vorstandschaft der Budakesser

Gemeinschaft Hoffnung und Zuversicht für die Arbeit im nächsten 

Jahrtausend geben.

"In der Gewissheit, dass unsere Vorhaben mit Eurer Unterstützung sich 

langsam, aber stetig weiter entwickeln, möchte ich mich schon einmal im 

Voraus bei allen für ihre Hilfe bedanken."

OB Blust drückte aus, dass die nunmehr seit 10 Jahren bestehende Patenschaft 

der Stadt Neckarsulm mit der Budakesser Gemeinschaft in enger 

Verbindung mit der seit 6 Jahren bestehenden Städtepartnerschaft mit Budakeszi 

zu sehen ist, für welche die Budakesser Gemeinschaft den Grundstein 

gelegt hat. Daher freute es ihn besonders, dass sein Kollege, 

Bürgermeister Szemereki Zoltán, mit seiner Anwesenheit den Feierlichkeiten 

noch mehr Gewicht und Bedeutung verliehen hat.

OB Blust stellte fest, dass die Budakesser Gemeinschaft schon sehr

 früh eine Brücke in die alte Heimat geschlagen und trotz des erfahrenen 

Unrechts Versöhnung mit aufgebaut hat. Die Gemeinschaft hat in den über fünf

 Jahrzehnten ihres Bestehens und Wirkens auf ihre Weise einen wichtigen und 

nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Aussöhnung und Völkerverständigung 

und damit letztlich auch für den Frieden in Europa geleistet. Blust verwies auf 

den Tatbestand, dass das 10-jährige Patenschaftsjubiläum zusammenfällt 

mit einem weltpolitisch bedeutsamen Jubiläum. Vor zehn Jahren öffnete 

Ungarn seine westliche Grenze, eine mutige Entscheidung mit historischen 

Auswirkungen. Oder wie der ungarische Ministerpräsident Orbán zutreffend 

formulierte: „Ungarn, der Geburtshelfer für das wiedervereinigte Deutschland.“

OB Blust hob hervor: "Das was Sie, die Budakesser Gemeinschaft

geleistet haben, fand letztlich auch durch uns Anerkennung, indem wir vor 

10 Jahren die Patenschaft über Ihren Zusammenschluss übernommen haben. Und

 rückblickend betrachtet, war unsere freiwillig eingegangene Verpflichtung 

eine gute Sache, zumal sich daraus auch die von mir schon erwähnte Partnerschaft 

zwischen den beiden Städten Neckarsulm und Budakeszi ergeben hat, und ich auch 

die Feststellung treffen kann, dass sich diese Partnerschaft in den wenigen Jahren 

ihres Bestehens gut entwickelt hat, insbesondere auch auf dem Sektor der so 

wichtigen Schüler- und Jugendbegegnungen." Und an den 2. Vorsitzenden, 

Franz Huber, gewandt unterstrich der Oberbürgermeister, dass das Thema 

Heimatstube nicht in Vergessenheit geraten sei. Es standen bisher noch keine 

geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung. Den fast schon obligatorischen 

Scheck als kleinen Kostenbeitrag für die Veranstaltung überreichte OB Blust 

dem Vorsitzenden der BKG, Georg Messner, unter dem Motto: „Lieber 

ein Patenonkel, der etwas mitbringt, als eine Patentante, die Klavier spielt.“

Eine Augenweide der Anblick der jungen Paare der Tanzgruppe Herceg 

aus Budakeszi in ihren festlichen Trachten. Anmutig die jungen Frauen, 

kühn die jungen Männer mit ihren Hüten und in ihren Stiefeln. Feurig und 

temperamentvoll wirbelten die Tänzer und Tänzerinnen über das Parkett 

und durch die Luft und versprühten echte Lebenslust und Lebensfreude.

Bürgermeister Szemereki aus Budakeszi sprach über die schicksalswendende 

Periode der letzten 10 Jahre. Er sagte: „Von denen, die heute hier feiern, 

besonders Sie, die Sie sich in Deutschland zu Hause und in Ungarn daheim 

fühlen, haben viele gewünscht, dass diese zwei Länder eine Heimat werden 

sollen, eine europäische Heimat, zwar mit verschiedenen Gegebenheiten, aber 

einer Gesinnung. Diese unsere Hoffnung wurde vor 10 Jahren geboren und 

entfaltet sich in unseren Tagen. Europa hat große Veränderungen erlebt. 

Grenzen wurden verändert, Nationen haben sich geeinigt, neue Staaten sind 

entstanden. Wirtschaftliche und militärische Allianzen wurden aufgehoben, 

in unseren Ländern wurden Kasernen zu Wohnsiedlungen umgebaut. Wir sind 

Mitglieder einer gemeinsamen militärischen Verteidigungsorganisation, der 

NATO, geworden.“ Weiter führte er aus, dass der ungarische Außenminister 

Dr. János Martonyi am 7. Januar bei der Begrüßung unseres Außenministers 

Jóska Fischer behauptete, dass Ungarn zur Zeit zwei Außenminister hätte, 

wenn die Familie Fischer aus Ungarn nicht vertrieben worden wäre.

BM Szemereki bekräftigte: "Die von begeisterten Vorfahren begonnenen 

Beziehungen können nur dann aufrechterhalten bleiben, wenn wir alle bereit 

sind, etwas für sie zu tun, damit die Fäden nicht lockerer werden, sondern 

wenn es möglich ist, noch fester. Man kann drei Gesichtspunkte hervorheben, 

die uns mit Optimismus erfüllen können:

bulletDie vielen Wurzeln der verwandtschaftlichen Beziehungen verbinden Sie 

         weiterhin mit Budakeszi. Die Belebung dieses schönen Gewebes ist eine 

         wertvolle Aufgabe der neuen Generationen, die Priorität genießen muss. 

        Wie können diese Fäden befestigt werden? Die Bestrebung der 

        Vorstandschaft der Budakesser Gemeinschaft, eine 

        Informations-Datenbank ins Leben zu rufen, hat mich gerührt. In dieser 

        Datenbank kann man vieles finden, was nur der älteren Generation bekannt 

        ist. Nur Sie können es denen weitergeben, die dafür Interesse haben.

bulletDer zweite Gesichtspunkt ist die Rolle der neuen Generation. Ich begrüße 

         mit großer Freude die Erweiterung der Vorstandschaft der Budakesser

          Gemeinschaft mit Vertretern der jüngeren Generationen. Eine Aufgabe 

        zu überliefern ist manchmal schwierig, aber im Interesse der Gemeinschaft 

        kann und muss es zur Pflicht werden.

bulletDer dritte in unsere Hoffnung einfließende Gesichtspunkt ist die

        Städtepartnerschaft. Bitte lassen Sie es nicht außer acht, dass das System 

        der Partnerstädte um die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich 

       zustande gekommen ist. In den letzten zehn Jahren sind die 

       Partnerschaftsbeziehungen zwischen deutschen und ungarischen Städten 

       zum Mittel für die Entwicklung eines gemeinsamen Europas geworden. 

       Von Herrn Oberbürgermeister Blust habe ich zum ersten Mal über 

       Beziehungen der Partnerstädte gehört. Dieses sich ausbreitende System 

       kann den Grund für weitere Partnerschaftsbeziehungen sichern. Das sind 

       allerdings nur Rahmen. Mit Inhalt, mit Leben können sie nur mit Hilfe der

       teilnehmenden Personen erfüllt werden. Sie und wir haben hier und jetzt 

       keine kleinere Aufgabe, als die Freundschaft, die Tradition und die Werte 

       zu bewahren und zu fördern, die von unseren Vorfahren auf uns überliefert 

       worden sind. Unsere Erfolge können vielleicht einmal als Verdienste mit 

       historischem Maßstab gemessen werden. Die Nationen Europas politisieren 

      durch Parteien, müssen aber anstreben, die Autonomie und Zielsetzung der 

      Vereine und zivilen Organisationen zu bewahren, denn sie bedeuten die 

       Grundlage der Demokratie. Bitte vergessen Sie nicht, dass die 

       Städtepartnerschaft zwischen Neckarsulm und Budakeszi mit der Annahme 

       der Budakesser Gemeinschaft begonnen hat. Sie ist die Erweiterung 

       dieser Beziehung.

Die Gegenwart und die Zukunft hängen von uns, von unserem Verständnis für 

einander, von unserer wahren Freundschaft, von unserer christlich, europäischen

Weltanschauung ab, die Fehler zu verbessern vermag, die Selbstsucht zu vermeiden

imstande ist, und die für die Gemeinschaft Opfer zu bringen bereit ist. Die 

Budakesser Gemeinschaft hat ein Bekenntnis in diese Richtung abgelegt.

Erlauben Sie mir bitte, dass ich meinen Dank den Mitgliedern der Budakesser

Gemeinschaft ausspreche, dass Sie Budakeszi in ihrer Liebe bewahrt haben 

und die Beziehungen mit unserer Stadt bis heute herzhaft pflegen. Wie ich bereits

mehrmals erwähnt habe, ist Budakeszi ein kleiner Bruchteil von Ungarn, in dem 

neben einheimischen Budakessern Menschen der Gemeinschaften aus Ungarn, 

Siebenbürgen, aus den Karpaten, der Ukraine und der Slowakei vertreten sind. 

Ich möchte meinen besonderen Dank der Budakesser Gemeinschaft gegenüber

aussprechen, dass Sie Freundschaften mit den aus den erwähnten Gebieten lebenden

 Familien gestiftet und ihnen in vielen Fällen wertvolle Hilfe geleistet haben.

Ich danke Herrn Oberbürgermeister Blust für die Einladung und den 

Stadträten in Neckarsulm, dass Sie die regelmäßige Zusammenkunft 

der Budakesser ermöglichen.

Ich bedanke mich bei allen Mitgliedern der Budakesser Gemeinschaft  

und ihrer Vorstandschaft für die Anstrengungen in der Pflege der 

Beziehungen. Ich biete unser Zusammenwirken im Namen der Budakesser

Selbstverwaltung für die Bewahrung der wichtigsten menschlichen Werte, 

und zwar der Freundschaft und der gegenseitigen Achtung, an."  

Zuletzt lud BM Szemereki zu den Feierlichkeiten im Jahr 2000 zum tausendjährigen

Bestehen des Staates Ungarn und der Krönung seines ersten Königs, des heiligen

Stefan, nach Budakeszi ein.

Rhythmisch beeindruckend spielten die Musiker des Harmonika Clubs Neckarsulm 

auf ihren Instrumenten. Bravourös meisterten BM Szemereki, der um diesen 

Tanz gebeten wurde, und eine junge Musikerin die Rock ´n´ Roll-Einlage.

Last, not least überbrachte der Bundesvorsitzende der LDU, Dr. Zimmermann, 

Grußworte. Darin würdigte er die Arbeit der BKG und zitierte Otto von Habsburg 

mit: “Wer nicht weiß, woher er kommt, kann nicht wissen, wohin er geht, weil er 

nicht weiß, wo er steht.“

Georg Messner, der 1. Vorsitzende der BKG, sprach die Schlussworte und dankte 

allen, die die Jubiläumsveranstaltung vorbereiteten, allen, die am Jubiläum 

teilnahmen, allen die mitwirkten und somit gemeinsam das gelungene 

Kirchweihtreffen mit Patenschaftsfeier ermöglichten und gestalteten.

Zum musikalischen Abschluss luden die Donauschwäbischen Musikanten ein, das 

Tanzbein zu schwingen.

                                                         

      Rosina Schmalzhaf                                             

 

                                                 zurück zu "10 Jahre Patenschaft"

                                                                        zurück zu "September"

                                                          

                                                                        zurück zu "wir über uns"

                                                          zurück zu Veranstaltungen und mehr

 

 

                                                                          zurück zur Startseite