Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

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1724

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Milchmaier - Mülimari aus Budakeszi an der Mautstellean der Kettenbrücke - Foto: aus dem Heimatbuch Budakeszi/Wudigeß, Seite 199       Daham in Budakeszi waren die Mülimaris fast das ganze Jahr         unterwegs

 

Die Milch aus den ungarndeutschen Gemeinden um Budapest war für die Versorgung der Menschen

 in der Hauptstadt wichtig

 

„Muh“ verstehen wir Deutsche, wenn Kühe Laute von sich geben. In englischsprachigen Ländern machen Kühe "moo", für spanisch sprechende Menschen klingt es "muuu", auf Französisch "meuh", auf Niederländisch "boeh", auf Norwegisch "bø" und auf Ungarisch "bú". Nur für finnische Ohren beginnen die Äußerungen der Rinder mit einem Vokal, dort machen Kühe "ammuu". Jedenfalls geben sie überall einen besonderen Saft, nämlich die gesunde Milch, die fast alle Nährstoffe, die der Mensch zum Leben braucht, wie das Mineral Kalzium, Eiweiße, Fette und Vitamine enthält. Daham in Wudigess waren die „Milchmeier“, die „Mülimaris“, das ganze Jahr, Weihnachten ausgenommen, unterwegs, um einen Teil der Budapester Bevölkerung täglich mit dem wichtigen Lebensmittel zu versorgen. Die Landwirte hielten daher vor allem die schwarzgefleckten und gegen Ende des 19. Jahrhunderts die rotbraungefleckten Kühe, der in allen Erdteilen der Welt erfolgreichen Rasse „Simmental“, deren Ursprung im 13. Jahrhundert im Schweizer Kloster Einsiedeln begann, und die eine hohe Milchleistung erbringen. 3 bis 4 Kühe dazu noch Jungvieh hatte ein Bauer im Stall. Die „Kleinhäusler“ versorgten 1 bis 2 Kühe, und so ergab die Viehzählung des Jahres 1890 einen Rinderbestand von 1.074 Stück bei einer täglichen Milcherzeugung von 5.000 bis 6.000 Litern. Der Viehbestand verringerte sich später wesentlich. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden in Budakeszi noch 600 Tiere, ohne das Jungvieh, gezählt. Die Fütterung der Wiederkäuer bedeutete für die Häusler eine enorme Herausforderung, mussten sie doch das Grünfutter in Ermangelung eines Fahrzeuges und eines Zugtieres mit dem Schubkarren, der „Scheibtruchl“, von den Wiesen nach Hause fahren. Nicht selten wurde das Futter auch im Grastuch auf dem Rücken heim getragen. Bis 1930 wurden die jungen Rinder beiderlei Geschlechts in den Sommermonaten vom Kuh- und die Schweine und Ferkel vom Schweinehüter, dem „Sauhoijder“, auf die gemeindeeigenen Weiden getrieben und am Abend wieder nach Hause. Der Tag der Mülimaris begann um 3 Uhr in der Frühe, oft freundlich durch den Nachtwächter geweckt. Vor der Einrichtung der Molkereigenossenschaft brachten die Bauern die Milch zu den Mülimaris, die sie durchseihten und in Milchkannen, den „Müliplutza“, schütteten, dann diese auf den Federwagen hievten, das Pferd einspannten und ab ging die Fahrt bergauf, bergab und ab der Schönen Helena, Szép Ilona, eben bis in die Hauptstadt. Einen Stopp gab es an der Mautstelle. Alle Milchwagen mussten anhalten, eine Maut entrichten, und ein Bediensteter warf einen Blick in den Wagen bevor die Fahrt weitergehen konnte. Kamen die Milchwäger, gab es einem weiteren Stopp. Diese Personen nahmen zur Kontrolle der Milch Proben und untersuchten vor allem das Gewicht, denn es kam vor, dass diese mit Wasser „getauft“ wurde. In der Stadt hatten die Mülimaris ihre feste Kundschaft, denen sie die frische Milch in deren Wohnungen brachten. Gesundheitliche Anforderungen hinsichtlich der Eignung der Milch für die menschliche Ernährung machten die Gründung der Molkereigenossenschaft nötig. Heute würde man die Mülimaris als Subunternehmer bezeichnen, die die Milch nach Abholung in der Genossenschaft auf eigene Rechnung verkaufen. Die Milch aus Budakeszi war in der Hauptstadt sehr beliebt. Weil sie gut schmeckte, fand sie reißenden Absatz, so dass der Berufszweig der Mülimaris mehr als nur dem Broterwerb diente. Jakob Bechtold schreibt in seinem Buch „Ein Donauschwabe kritzelt …“ dass sein Hansl Vetter, ein Mülimar, mittelmäßig wohlhabend war. Vielleicht hat er die Milch nicht nur mit Gefühl verkauft, sondern auch mit etwas Brunnenwasser getauft, so Bechtold. In Hansl Vetters Haus gab es z. B. ein Grammophon und ein Extrazimmer, was von Wohlstand und Luxus zeugte. Wir kennen seit einigen Jahren auch Pflanzenmilch. Beliebt sind Milch und Milcherzeugnisse aus Soja. Die Palette der Pflanzenmilchprodukte wurde inzwischen sehr erweitert und wächst weiter.

 

Rosina Schmalzhaf nach Erzählungen von Budakesser Landsleuten und dem Heimatbuch

 

 

 

  

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