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Unser Hauskalender - Das Jahrbuch der Deutschen aus Ungarn - 2007
Der Friedenspark in Budaörs, angelegt in der Gemeinde, aus der im Januar 1946 die Vertreibung der Ungarndeutschen begann, und die zu diesem Zeitpunkt zu 80% deutschstämmig war. Mit seiner sechs Hektar großen Gedenkstätte ist dieser Friedenspark der größte Soldatenfriedhof in Ungarn. Der Blick schweift in die Budaer Berge, in ein wunderschönes Landschaftsschutzgebiet, das den Gedanken, Gefühlen und Eindrücken freien Lauf lässt. Schicksalhaft erwiesen sich die Budaer Berge, in denen sich die deutsche Wehrmacht beim Rückzug im Februar 1945 besonders heftige und blutige Kämpfe mit den sowjetischen Soldaten der Roten Armee lieferte. Von den 54.000 deutschen Soldaten, die während des Zweiten Weltkrieges in Ungarn gefallen sind, wurden bisher etwa 13.500 aus ganz Ungarn umgebettet. Die hier ebenfalls bestatteten ca. 570 ungarischen Soldaten fielen als Angehörige, der mit der Wehrmacht verbündeten ungarischen Armee, bei Kämpfen in der Region. Auch wenn auf einem Granitkreuz die Lebensdaten von sechs Gefallenen dokumentiert sind, scheint die Anzahl der Gedenksteine unendlich, so dass kein Raum für Kriegsverherrlichung und Heldengedenken bleibt, sondern vielmehr Erinnerungen an das unfassbare Leid wach werden, welches der Krieg und seine Folgen, wie Vertreibung und Besatzung, über das Land gebracht haben. Nie wieder Krieg! - dieser Wunsch hat unseren Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg begleitet. Im westlichen Europa ist es den Menschen gelungen, in Frieden, Freiheit, Demokratie und Wohlstand zu leben, während in dieser Zeit weltweit jedoch viele Kriege geführt wurden. Wiederum sind ungezählte Opfer zu beklagen, wie verwundete und getötete Soldaten, vergewaltigte Frauen und verwaiste Kinder. Geschosse und Minen raubten den Menschen Gliedmaßen oder das Augenlicht. Wie die Folgen der Atombomben führte der Einsatz des Entlaubungsgifts Agent Orange im Vietnamkrieg noch nach mehreren Generationen zu schweren Missbildungen und Behinderungen und wiederum leidet die Zivilbevölkerung unter den militärischen Interventionen. Deutschland, als international anerkannter Partner, erhält zunehmend Anfragen nach mehr militärischer Verantwortung in der Welt. Nach den zwei verheerenden Weltkriegen kann Krieg jedoch kein Mittel der Politik sein. Diplomatische Lösungen sind zu suchen. Es ist unzulässig nach dem St.-Florians-Prinzip zu verfahren und unzulässig die Augen vor den Gräbern zu verschließen, die unsere persönliche Mitverantwortung für die Bewahrung des Friedens anmahnen. Rosina Schmalzhaf
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