Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

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1724

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                                                          Das geht auf keine Kuhhaut, oder doch?

 

 

 

Milch ist eines der ältesten und gleichzeitig natürlichsten Lebensmittel, das wir kennen. In der Bibel wird vom gelobten Land gesprochen, das weit und schön ist und in dem Milch und Honig fließen (Ex 3,8). Am meisten verarbeitet und getrunken wird Milch, die von Kühen produziert wird. Kühe sind Wiederkäuer und haben vier Mägen mit bis zu 230 Liter Fassungsvermögen. Diese Verdauungsorgane ermöglichen den Tieren sogar Stroh zu fermentieren und daraus im Stoffwechsel Milch zu produzieren. Anfänglich wird das Futter, bis zu 60 kg, von der Kuh lediglich ohne große Kautätigkeit mit etwas Speichel geschluckt und kommt durch den Schlund in den ersten Magen, dem Pansen. Danach legt sich das Tier gemütlich zur Ruhe und beginnt mit der Wiederkautätigkeit, indem die bereits von Bakterien angegriffenen Pflanzenteile, wie Gras und Heu, durch einen Reflex wieder ins Maul befördert, nun eingehend gekaut und mit den kräftigen Mahlzähnen zu einem feinen Brei zerrieben werden. Bis zu 9 Stunden pro Tag verbringen Kühe so mit dem Wiederkauen. Hierzu benötigt eine Kuh bis zu 30.000 Kaubewegungen und etwa 200 Liter Speichel. Da sie dabei zirka alle 40 Sekunden rülpst, stößt sie bis zu 250 Liter Methangas pro Tag aus und ist massiv an der Aufheizung der Atmosphäre beteiligt. Derzeit versuchen Forscher mithilfe von Zusätzen im Futter oder mit Chemikalien die Methanproduktion bei Rindern und Schafen zu reduzieren. Eine Riesentablette wurde erfunden. Kühe werden derzeit als Klimakiller abgestempelt, dass sie den Menschen mit Fleisch und Milch versorgen, aus ihren Hörnen Kämme und Klaviertasten, aus der Kuhhaut Lederwaren, aus Rindertalg Seife und Lippenstifte hergestellt werden und Kuhknorpel in der plastischen Chirurgie Verwendung finden, wird nicht honoriert. Im Mittelalter glaubte man, dass der Teufel über die Sünden der Menschen Buch führt. Er schreibt dabei auf edlem Pergament zu dessen Herstellung Rinderhaut verwendet wird. Sind jedoch so viele Missetaten zu notieren, dass diese jedes Maß sprengen, so passen die Verfehlungen des Menschen "auf keine Kuhhaut". Ob das Abgewöhnen der Blähungen bei Rindern und Schafen auf eine Kuhhaut gehen, wird sich zeigen. Für das landwirtschaftliche Gülleproblem hat sich in den westlichen Industrieländern eine Lösung durch die Erzeugung von Biogas aus Gülle ergeben mit dem positiven Effekt, Schritt für Schritt Erdgas durch Biogas zu ersetzen. In vielen Regionen Asiens wird die Reispflanze als Göttin des Lebens und der Fruchtbarkeit verehrt, und der Reis als Segen für die Menschheit bezeichnet. Forscher warnen jedoch seit Jahren vor den Folgen des Reisanbaus und bezeichnen ihn sogar als ernste Gefahr für das Weltklima. Das Problem der Methanbildung im Nassreisanbau, der 20% des Methans in der Erdatmosphäre erzeugt, jährlich etwa 100 Millionen Tonnen, lässt sich durch die zwischenzeitliche Austrocknung der Böden reduzieren. In Reisfeldern entsteht Methan, das nach CO2 das wichtigste anthropogene, also vom Menschen verursachte Treibhausgas ist, durch die starke Wässerung des Bodens, die einen fast sauerstofffreien Lebensraum für anaerobe, d. h. nicht auf Sauerstoff angewiesene, methanerzeugende Urbakterien schafft. Die Methankonzentration in der Atmosphäre ist seit 1900 um rund hundert Prozent gestiegen, nicht weil die Menschheit mehr Milch trinkt, bzw. Milcherzeugnisse genießt, sondern weil die Menschen überall auf der Welt mehr und mehr Fleisch verzehren wollen. Hierfür werden im Amazonasgebiet für die Viehzucht Tropenwälder für Weideflächen gerodet und Sojaplantagen zur Futtermittelgewinnung für Rinder geschaffen mit sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen. „Die Rinder der Reichen essen das Brot der Armen“, lautet deshalb ein markanter Satz, der die Situation realistisch beschreibt. Der Mensch ist und bleibt der wahre Übeltäter der Klimakatastrophe.

 

Rosina Schmalzhaf

    

 

 

  

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