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Milch ist eines der ältesten und gleichzeitig
natürlichsten Lebensmittel, das wir kennen. In der Bibel wird vom gelobten Land
gesprochen, das weit und schön ist und in dem Milch und Honig fließen (Ex 3,8).
Am meisten verarbeitet und getrunken wird Milch, die von Kühen produziert wird.
Kühe sind Wiederkäuer und haben vier Mägen mit bis zu 230 Liter
Fassungsvermögen. Diese Verdauungsorgane ermöglichen den Tieren sogar Stroh zu
fermentieren und daraus im Stoffwechsel Milch zu produzieren. Anfänglich wird
das Futter, bis zu 60 kg, von der Kuh lediglich ohne große Kautätigkeit mit
etwas Speichel geschluckt und kommt durch den Schlund in den ersten Magen, dem
Pansen. Danach legt sich das Tier gemütlich zur Ruhe und beginnt mit der
Wiederkautätigkeit, indem die bereits von Bakterien angegriffenen Pflanzenteile,
wie Gras und Heu, durch einen Reflex wieder ins Maul befördert, nun eingehend
gekaut und mit den kräftigen Mahlzähnen zu einem feinen Brei zerrieben werden.
Bis zu 9 Stunden pro Tag verbringen Kühe so mit dem Wiederkauen. Hierzu benötigt
eine Kuh bis zu 30.000
Kaubewegungen und etwa 200 Liter Speichel. Da sie dabei zirka alle 40 Sekunden
rülpst, stößt sie bis zu 250 Liter Methangas pro Tag aus und ist massiv an der
Aufheizung der Atmosphäre beteiligt. Derzeit
versuchen Forscher mithilfe von Zusätzen im Futter oder mit Chemikalien die
Methanproduktion bei Rindern und Schafen zu reduzieren. Eine
Riesentablette wurde erfunden. Kühe werden derzeit als Klimakiller abgestempelt,
dass sie den Menschen mit Fleisch und Milch versorgen, aus ihren Hörnen Kämme
und Klaviertasten, aus der Kuhhaut Lederwaren, aus Rindertalg Seife und
Lippenstifte hergestellt werden und Kuhknorpel in der plastischen Chirurgie
Verwendung finden, wird nicht honoriert. Im Mittelalter glaubte man, dass
der Teufel über die Sünden der Menschen Buch führt. Er schreibt dabei auf edlem
Pergament zu dessen Herstellung Rinderhaut verwendet wird. Sind jedoch so viele
Missetaten zu notieren, dass diese jedes Maß sprengen, so passen die
Verfehlungen des Menschen "auf keine Kuhhaut". Ob das Abgewöhnen der Blähungen
bei Rindern und Schafen auf eine Kuhhaut gehen, wird sich zeigen. Für das
landwirtschaftliche Gülleproblem hat sich in den westlichen Industrieländern
eine Lösung durch die Erzeugung von Biogas aus Gülle ergeben mit dem positiven
Effekt, Schritt für Schritt Erdgas durch Biogas zu
ersetzen. In vielen Regionen Asiens wird die Reispflanze als Göttin des
Lebens und der Fruchtbarkeit verehrt, und der Reis als Segen für die Menschheit
bezeichnet. Forscher warnen jedoch seit Jahren vor den Folgen des Reisanbaus und
bezeichnen ihn sogar als ernste Gefahr für das Weltklima. Das Problem der
Methanbildung im Nassreisanbau, der 20% des Methans in der Erdatmosphäre
erzeugt, jährlich etwa 100 Millionen Tonnen, lässt sich durch die
zwischenzeitliche Austrocknung der Böden reduzieren. In Reisfeldern entsteht
Methan, das nach CO2 das wichtigste anthropogene, also vom Menschen
verursachte Treibhausgas ist, durch die starke Wässerung des Bodens, die einen
fast sauerstofffreien Lebensraum für anaerobe, d. h.
nicht auf Sauerstoff angewiesene, methanerzeugende Urbakterien schafft.
Die Methankonzentration in der Atmosphäre ist seit 1900 um rund hundert Prozent
gestiegen, nicht weil die Menschheit mehr Milch trinkt, bzw. Milcherzeugnisse
genießt, sondern weil die Menschen überall auf der Welt mehr und mehr Fleisch
verzehren wollen. Hierfür werden im Amazonasgebiet für die Viehzucht
Tropenwälder für Weideflächen
gerodet und Sojaplantagen zur Futtermittelgewinnung für Rinder geschaffen mit
sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen. „Die Rinder der Reichen essen das Brot der
Armen“, lautet deshalb ein markanter Satz, der die Situation realistisch
beschreibt.
Der Mensch ist und bleibt der wahre Übeltäter der
Klimakatastrophe. Rosina Schmalzhaf
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