Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

 im Verband der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn e. V.                                                                 

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1724

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Kuerbisse als Bühnendekoration beim Kiritog der Budakesser Gemeinschaft am 20. September 2009 - Foto Willy Zahn   

Kleine, große, runde, lange, dick- und dünnfleischige,

gelb-, rot- und grüntönige Gesichter lachen uns wieder an

 

Als Christoph Kolumbus im Auftrag der spanischen Krone einen kürzeren Seeweg nach Indien erkunden sollte, landete seine Segelflotte mit dem Flaggschiff Santa Maria in der Karibik, und er entdeckte für die westliche Welt am 12. Oktober 1492 Mittelamerika, als er glaubte, den westlichen Seeweg nach Indien gefunden zu haben. Nordamerika war ja bereits mehrere Jahrhunderte zuvor, erstmals von den Wikingern, auf dem Seeweg erreicht worden. Von seinen Reisen brachte Kolumbus nicht nur die nährstoffreiche Kartoffel mit, sondern er bescherte der alten Welt auch die mineralstoffreiche Tomaten-, die stärkereiche Mais- und die kalorienarme, gesunde und köstliche Kürbispflanzen. Bereits vor 10.000 Jahren kultivierten die Mayas und Azteken, die Ureinwohner Mexikos, den Kürbis, der zusammen mit Mais und Bohnen zu deren Grundnahrungsmitteln zählte. Um ihn haltbar zu machen, schnitten sie das Fruchtfleisch in Streifen und trockneten es in der Sonne. Heute sind über 800 Kürbissorten namentlich bekannt. In der Küche wird der Kürbis gebraten, gegrillt, gedünstet, überbacken, gekocht, eingelegt und püriert. Zu Hause in Budakeszi kam er als „Zuspeis“ auf den Tisch. Rezepte zum süß-sauren Einlegen von Kürbisschnitzen waren unbekannt. Eingelegt wurden Gurken, Paprika und zum Ende des Sommers Tomaten, die noch grün waren und so ihre Verwendung fanden. Als weitere pikant würzige Beilage war Csalamádi bekannt. Hierzu wurden Weißkraut, Paprika, Zwiebel, grüne Tomaten und Gurken kleingeschnitten und in Essig eingelegt. Um dem "Schönheitsideal", den vielen schwimmenden „Fettaugen“ auf der Rindsuppe gerecht zu werden, wurde in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges, als das Rindfleisch knapp war, die Suppe mit Kürbiskernen schmackhaft veredelt, deren Öl schöne Fettaugen bildeten. Zum großen Teil wurden Kürbisse zur Fütterung der Schweine angebaut, die diese gerne fraßen und dabei prächtig gediehen. Zwar war Halloween zu jener Zeit ein unbekanntes Fest, trotzdem schnitzten die Kinder Augen, Nasen, Münder mit Zahnlücken in die Kürbisse, gaben ihnen ein grusliges Aussehen und stellten danach Kerzen hinein. In Deutschland führte der Kürbis bis 1946 eher ein Schattendasein. Die Vertriebenen machten ihn bekannt und heute werden schmackhafte Speise- sowie Zierkürbisse, die zur herbstlichen Dekoration und zum Schnitzen, z. B. für Halloween, Verwendung finden, angebaut. Allerdings werden keine Zahlen zum Anbau von Kürbissen erhoben, da dieser zur nicht meldepflichtigen Nischenkultur zählt. Nach Einschätzung der Experten wird der weitaus größere Teil der Kürbisernte nicht verzehrt, sondern dient Dekorationszwecken. In Europa zählen vor allem Spanien und Italien, aber auch Österreich, Ungarn und Rumänien zu den bedeutendsten Anbauländern. Botanisch gesehen gehört der Kürbis zu den Beeren. Im letzten Jahr wuchs Europas größtes Exemplar mit 610,5 kg in der belgischen Stadt Lüttich, war in der weltgrößten Kürbisausstellung, im Blühenden Barock in Ludwigsburg, zu sehen, und der Züchter holte den 1. Preis, der mit insgesamt 2.500 EUR dotiert war. Der 2. Preis ging an einen Landwirt und Obstbauern aus Kadelburg am Hochrhein, dessen Kürbis 596,4 kg auf die Waage brachte. Für einen Kürbis mit 579,8 kg, ebenfalls aus der BRD, gab es den 3. Preis. Die größte Beere der Welt wuchs jedoch im Jahr 2008 mit 770 kg in den USA. In diesem Jahr feiert die Kürbisausstellung im Blühenden Barock in Ludwigsburg vom 04. September bis zum 01. November ihr 10-jähriges Bestehen. Neben dem Fruchtfleisch steckt die Kraft des Kürbisses in seinen Kernen. Dies schätzten schon die Azteken und Mayas und behandelten mit dem Kürbissaft Hämorrhoiden und stellten Salben gegen Entzündungen und Verbrennungen her. Die Indianer kauten Kürbiskerne, die harntreibend wirken und bei Prostatabeschwerden, Blasen- und Nierenleiden helfen. Selbst als Grabbeigaben dienten Kürbiskerne. Gleichermaßen schätzt die benediktinische Klosterheilkunde die gesunde Wirkung des Kürbisses. Auch die Schönheitspflege hat den Kürbis entdeckt. Masken, Cremes und Bäder enthalten Kürbiskernöl, das ja in der Küche immer beliebter wird, da es gut schmeckt, leicht verdaulich und vitaminreich ist sowie einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren hat. Im Westen in Mode gekommen ist seit einigen Jahren die Kochartistik, das Früchte- und Gemüseschnitzen. Es ist eine aus dem Altertum überlieferte Tradition, die in den asiatischen Ländern gepflegt wird. So bildeten sich drei Schnitzstile heraus, der thailändische, der chinesische und der japanische. Bei den Internationalen Fachmessen, Wettbewerben, ja bei der Olympiade der Köche wird geschnitzt, gemeißelt und ausgestochen. Verschiedene Arten von Kürbissen, Melonen, Rettichen, Radieschen, Gelbe Rüben, Rote Beten und andere, zum Schnitzen geeignete Gemüse und Früchte, werden zu Kunstwerken. So schaffen es einige Kürbisse, geadelt und gekrönt zu werden.

 

Rosina Schmalzhaf unter Verwendung von Erzählungen von Budakesser Landsleuten

  

     

  

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