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Was ist los auf der Wiese? Hier erfährt man über einiges über Wiesenblumen
Kräuterweihe „An Mariä Himmelfahrt, das wisse, gibt es schon die ersten Nüsse.“ Und diese ersten, reifen Wal- oder Haselnüsse schenkte man als Mariennüsse gerne den Kindern. Die Zahl der Pfarrgemeinden, die den alten, christlichen Brauch der „Kräuterweihe“ am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel pflegen, nimmt in unseren Tagen ab. Steigend ist die Zahl der Menschen, die um unsere Umwelt besorgt sind, sich für die geschändete Natur mit ihrer Pflanzen- und Tierwelt einsetzen und sich z. B. für die Heilkraft der Gewächse interessieren. Die Wurzeln der Kräuterweihe reichen weit in die heidnische Antike zurück. Die germanischen Völker kannten die Heilkraft so mancher Pflanzen, gruben sie mit geheimnisvollen Beschwörungsformeln aus oder pflückten sie. Natur- und Erntedankfeste zu Ehren verschiedener Götter feierte man mit einem Kräuterbusch. Um 745 n. Chr. wurde die Kräuterweihe verboten. Danach stellte man sie unter den Segen Mariens, die die Bezeichnung „Blume des Feldes und „Lilie der Täler“ trägt und von der eine Legende erzählt, dass dem Grab, in dem Augenblick als Maria in den Himmel aufgenommen wurde, ein wunderbarer Duft wie von Kräutern und Blumen entstiegen sein soll. Bei den Kräuterbüscheln achtete man nicht nur auf die Auswahl der Kräuter, sondern auch auf die Anzahl. Sieben, als alte heilige Zahl, mussten es unbedingt sein. Ansonsten kennt man 9er-, 12er-, 15er-, 24er- bis hin zu den 72er- oder gar 99er-Büschel, die immer die Zahl drei als Grundlage haben, da diese seit alters her bei vielen Völkern als vollkommene Zahl gilt. Man sammelte Johanniskraut, Wegwarte, Schafgarbe, Baldrian, Arnika, Kamille, Wermut, Pfefferminze, Tausendgüldenkraut, Margerite, Raute, Wegwarte, Odermennig und Klee. Beim Sammeln beachtete man einige Regeln, die auch heute noch ihre Gültigkeit haben, wie: man sammelt nur Pflanzen, die man kennt. Man achtet beim Sammeln auf die Erhaltung des Bestandes der Pflanzen, pflückt sie sorgfältig und reißt sie nicht mit dem Wurzelwerk heraus. Am besten eignen sich zum Sammeln Körbe. Man sammelt nur gesunde und keine von Schädlingen befallene Pflanzen. Man meidet Straßenränder und staubige, verschmutzte Standorte. Man sammelt möglichst bei trockenem, sonnigem Wetter. Nach dem Sammeln trocknete man die Heilkräuter, kochte Tees, verwendete
sie als Bäder, z. B. um müde, schmerzende Füße zu beleben, stellte Balsame,
Salben und Pasten her. In Pulverform waren die Kräuter zum Würzen in der Küche
sehr beliebt. Nicht jeden kann das Kräutersammeln begeistern. Über die Schönheit
unserer Pflanzen sollten jedoch alle Einklang mit der Natur finden, deren Teil
wir sind und sie und uns nicht länger selbst zerstören. Rosina Schmalzhaf
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