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Der
Schöpfung reiche Schätze zum Labsal für Mensch und Tier Reichliches
Sammeln von Kräutern, Blüten, Früchten, Wurzeln, Blättern und Samen war für
die Menschen der Urzeit wichtig, um zu überleben. Mit den Jahren fanden sie
heraus, mit welchen Blättern und Früchten sie ihren Speisen einen aparten, außergewöhnlich
guten Geschmack verleihen konnten. Im Mittelalter war das Wissen um die Kräuter
eine Angelegenheit der Mönche in den Klöstern. Sie legten weiträumige Heil-
und Küchenkräutergärten an. Pioniere im Kräuterimport waren die
Benediktiner, brachten sie doch viele Pflanzen aus ihrem Stammkloster Monte
Cassino mit und verteilten sie über Europa. Das
Kloster selbst wurde 529 von Benedikt von Nursia gegründet und gilt als eine
Urzelle abendländischer Mönchskultur. Die Abtei liegt im Süden der Region
Latium, oberhalb der Stadt Cassino, etwa 110 km von Rom entfernt. Ihre
Erkenntnisse im Umgang mit den Heilkräutern und deren Wirkstoffen ergänzten
die Ordensleute mit den mündlichen Überlieferungen der Volksmedizin. Die
Benediktinerin Hildegard von Bingen,
die "Rheinische Sybille", Gründerin zweier Frauenklöster,
Naturheilkundlerin,
Ratgeberin von Bischöfen, Päpsten und Königen, Dichterin und
Komponistin schrieb Abhandlungen zur Naturgeschichte und Naturheilkunde von
Pflanzen, Tieren, Bäumen und Edelsteinen, wobei ihre Ausführungen im
Zusammenhang mit der Pflanzenheilkunde sowie der Edelsteintherapie herausragende
Bedeutung erlangten. Im 14. Jahrhundert verbreiteten sich in den Städten die
Apotheken. Das Wissen um die Kräuter konnte aus den von Nonnen und Mönchen verfassten Büchern über
die Wirkung der verschiedenen Kräuter übernommen werden. Gegenwärtig
erleben wir einen wahren Kräuterboom, da diese als Genuss für Körper, Geist
und Seele empfunden werden, die heilen, würzen und stärken. Neben dem
vielseitigen Einsatz in der Küche zum Veredeln und Aromatisieren werden ihre
angenehmen Düfte als Grundlage für Produkte zur Körperpflege und auch ihre
medizinische Wirkung geschätzt, um Krankheiten und Beschwerden zu lindern. Inhaltsstoffe
wie ätherische Öle, Bitter-, Gerb- oder Farbstoffe wirken sich günstig auf
Gesundheit und Wohlbefinden aus. Dank würzigem Thymian,
aromatischem Salbei oder exotischem Koriander reduzieren viele Verbraucher ihren
Salzkonsum und würzen mit diesen Kräutern, die den Eigengeschmack der Speisen
zur Geltung bringen. Zudem tragen Kräuter zur Vitamin- und
Mineralstoffversorgung bei. Auch unsere Tiere leben im
Einklang mit der Natur. Viele spüren genau, wenn sie krank werden und fressen
instinktiv die Kräuter, die ihnen dabei helfen, gesund zu werden. Tiere
sind sehr feinfühlig und erkennen völlig zuverlässig, welches ätherische Öl
sie brauchen. Erkennen wir mit dem irischen Dichter George
Bernhard Shaw (1856-1950) "Oh große Kräfte sind's, weiß man sie recht zu
pflegen, die Pflanzen, Kräuter, Stein in ihrem Innern hegen." Rosina
Schmalzhaf
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