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Gestern ein Segen – heute ein Fluch?
Viele unserer älteren Wudigeßer Landsleute
erinnern sich noch gut daran, dass es im Haus, geschweige denn im Stall ihrer
Ahl oder bei den Großeltern, ja selbst nicht in jeder Straße des Dorfes
elektrisches Licht gab und mit einer Petroleumlampe für etwas Helligkeit
gesorgt wurde. Dabei lösten diese Lampen damals, seit etwa 1859, der Entdeckung
des Petroleums innerhalb kurzer Zeit die zuvor benutzten Öllampen ab, weil sie
ein helleres Licht erzeugten, und der Brennstoff sehr preiswert zu bekommen war.
Die „Lichtmacherei“ allerdings war schon sehr mühselig. Zur täglichen
Arbeit gehörte es, das rußige Lampenglas zu putzen, den abgebrannten Docht
zurechtzuschneiden und die Lampen mit Petroleum aufzufüllen. Es erschien wie
ein Wunder, als das Licht durch das Betätigen eines Schalters erstrahlte, und
die Glühbirne wie die Sonne leuchtete. Als ihr Erfinder gilt der amerikanische
Staatsbürger Thomas Alva Edison aus dem Bundesstaat Ohio. Er begann 1879 mit
der Verbesserung und Vermarktung der Kohlefadenglühlampe. Auf der
internationalen Elektrizitätsausstellung 1881 in Paris präsentierte Edison die
von ihm perfektionierte Glühlampe mit der heute noch üblichen Schraubfassung.
Es wurden Elektrizitätswerke zur Stromerzeugung gebaut. Die Glühbirne konnte
ihren Siegeszug durch die Welt antreten und ermöglichte es seither, die Nacht
zum Tag zu machen bei einer Lebensdauer von 1.000 Stunden bis sie durchbrennt,
d. h. bis der Gühwendel, in der Regel ein doppelt gewendelter Wolframdraht,
durch die Erwärmung durchglüht und reißt. Heutzutage ist für die
zivilisierte Welt ein Leben ohne Strom und elektrisches Licht undenkbar
geworden. Das Problem unserer herkömmlichen Glühbirnen liegt jedoch darin,
dass zu viel Energie verschwendet wird. Das Licht, das wir sehen können, macht
nur 5% des Elektroenergiebedarfs aus, den die Glühbirne zum Leuchten benötigt,
somit werden 95 % der Energie als Wärme abgestrahlt oder als für uns nicht
sichtbares, ultraviolettes Licht abgegeben. Die Voraussagen zum Klimawandel sind
alarmierend. Nach neuesten Erkenntnissen müssen wir Menschen innerhalb der nächsten
13 Jahre massive Maßnahmen ergreifen, da sich sonst verheerende Folgen für
Mensch, Tier und Umwelt nicht mehr aufhalten lassen. Besonders kritisch wirken
sich die hohen CO2-Abgaben durch Industrie, Autos und den Flugzeugverkehr aus. Im
Kampf für ein besseres Klima will Australien als erstes Land der Welt die
Verwendung herkömmlicher Glühbirnen verbieten und diese durch
Energiesparlampen ersetzen, die aus Leuchtstoffröhren bestehen und 80 % weniger
Energie verbrauchen. So soll erreicht werden, dass der Energieverbrauch und die
Treibhausgase gedrosselt werden. Allerdings gehört Australien, neben den USA,
Kroatien und dem Fürstentum Monaco zu
den Ländern, die das Kyoto-Protokoll, das verbindliche Ziele für die
Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen festschreibt, 1997 zwar
unterschrieben haben, nun aber nicht ratifizieren wollen. Anlass zum weiteren Überdenken
gibt der Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten. Alleine in Deutschland wird für
diese Bequemlichkeit so viel Energie eingesetzt, dass dafür zwei
Atomkraftwerke Tag und Nacht laufen müssen. Lt. einer dpa-Meldung sieht der
Elektrokonzern Philips große Möglichkeiten zum Energiesparen bei der
Beleuchtung öffentlicher Gebäude, Schulen, Schwimmbädern, Museen und Straßen.
Nur 20 Prozent des Energieverbrauchs für Beleuchtung fallen in privaten
Haushalten an, aber 80 Prozent im öffentlichen Bereich, teilte Philips mit. Ein
Drittel der Straßenbeleuchtung in Deutschland werde mit Technologie der
sechziger Jahre betrieben. Derzeit wird festgestellt, dass die Verbraucher zur
effizienteren und umweltfreundlicheren Energiesparlampe greifen bei alarmierend
niedrigen Rückgabemengen. Da die Innenseite dieser Leuchtkörper eine
Leuchtstoffschicht aus Quecksilber und anderen Schwermetallen enthält, müssen
die verbrauchten Lampen als Sonderabfall entsorgt und von den Verkaufsstellen
zurückgenommen werden. Hierzu gibt es Schätzungen, dass die Herstellung und
Entsorgung einer Energiesparlampe im Vergleich zur Glühlampe bis zu 40 mal mehr
Energie benötige, und es somit zu keinem eingesparten Energieverbrauch käme.
Daher lautet nach wie vor die Forderung an die Industrie, umweltfreundliche
Energien zu nutzen, umweltfreundliche Fahrzeuge zu produzieren und
stromfressende Geräte durch energiesparende zu ersetzen. Als
der geniale Erfinder, über 1.000 Patente, Thomas Alva Edison im Jahre 1931 in
West Orange (New Jersey) starb, schalteten die Amerikaner abends um zehn Uhr für
ein paar Minuten das Licht aus. Rosina
Schmalzhaf
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