Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

 im Verband der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn e. V.                                                                 

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1724

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Gestern ein Segen – heute ein Fluch? 

    Stirbt unsere Glühbirne einen langsamen Tod?

 

Viele unserer älteren Wudigeßer Landsleute erinnern sich noch gut daran, dass es im Haus, geschweige denn im Stall ihrer Ahl oder bei den Großeltern, ja selbst nicht in jeder Straße des Dorfes elektrisches Licht gab und mit einer Petroleumlampe für etwas Helligkeit gesorgt wurde. Dabei lösten diese Lampen damals, seit etwa 1859, der Entdeckung des Petroleums innerhalb kurzer Zeit die zuvor benutzten Öllampen ab, weil sie ein helleres Licht erzeugten, und der Brennstoff sehr preiswert zu bekommen war. Die „Lichtmacherei“ allerdings war schon sehr mühselig. Zur täglichen Arbeit gehörte es, das rußige Lampenglas zu putzen, den abgebrannten Docht zurechtzuschneiden und die Lampen mit Petroleum aufzufüllen. Es erschien wie ein Wunder, als das Licht durch das Betätigen eines Schalters erstrahlte, und die Glühbirne wie die Sonne leuchtete. Als ihr Erfinder gilt der amerikanische Staatsbürger Thomas Alva Edison aus dem Bundesstaat Ohio. Er begann 1879 mit der Verbesserung und Vermarktung der Kohlefadenglühlampe. Auf der internationalen Elektrizitätsausstellung 1881 in Paris präsentierte Edison die von ihm perfektionierte Glühlampe mit der heute noch üblichen Schraubfassung. Es wurden Elektrizitätswerke zur Stromerzeugung gebaut. Die Glühbirne konnte ihren Siegeszug durch die Welt antreten und ermöglichte es seither, die Nacht zum Tag zu machen bei einer Lebensdauer von 1.000 Stunden bis sie durchbrennt, d. h. bis der Gühwendel, in der Regel ein doppelt gewendelter Wolframdraht, durch die Erwärmung durchglüht und reißt. Heutzutage ist für die zivilisierte Welt ein Leben ohne Strom und elektrisches Licht undenkbar geworden. Das Problem unserer herkömmlichen Glühbirnen liegt jedoch darin, dass zu viel Energie verschwendet wird. Das Licht, das wir sehen können, macht nur 5% des Elektroenergiebedarfs aus, den die Glühbirne zum Leuchten benötigt, somit werden 95 % der Energie als Wärme abgestrahlt oder als für uns nicht sichtbares, ultraviolettes Licht abgegeben. Die Voraussagen zum Klimawandel sind alarmierend. Nach neuesten Erkenntnissen müssen wir Menschen innerhalb der nächsten 13 Jahre massive Maßnahmen ergreifen, da sich sonst verheerende Folgen für Mensch, Tier und Umwelt nicht mehr aufhalten lassen. Besonders kritisch wirken sich die hohen CO2-Abgaben durch Industrie, Autos und den Flugzeugverkehr aus. Im Kampf für ein besseres Klima will Australien als erstes Land der Welt die Verwendung herkömmlicher Glühbirnen verbieten und diese durch Energiesparlampen ersetzen, die aus Leuchtstoffröhren bestehen und 80 % weniger Energie verbrauchen. So soll erreicht werden, dass der Energieverbrauch und die Treibhausgase gedrosselt werden. Allerdings gehört Australien, neben den USA, Kroatien und dem Fürstentum Monaco zu den Ländern, die das Kyoto-Protokoll, das verbindliche Ziele für die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen festschreibt, 1997 zwar unterschrieben haben, nun aber nicht ratifizieren wollen. Anlass zum weiteren Überdenken gibt der Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten. Alleine in Deutschland wird für diese Bequemlichkeit so viel Energie eingesetzt, dass dafür zwei Atomkraftwerke Tag und Nacht laufen müssen. Lt. einer dpa-Meldung sieht der Elektrokonzern Philips große Möglichkeiten zum Energiesparen bei der Beleuchtung öffentlicher Gebäude, Schulen, Schwimmbädern, Museen und Straßen. Nur 20 Prozent des Energieverbrauchs für Beleuchtung fallen in privaten Haushalten an, aber 80 Prozent im öffentlichen Bereich, teilte Philips mit. Ein Drittel der Straßenbeleuchtung in Deutschland werde mit Technologie der sechziger Jahre betrieben. Derzeit wird festgestellt, dass die Verbraucher zur effizienteren und umweltfreundlicheren Energiesparlampe greifen bei alarmierend niedrigen Rückgabemengen. Da die Innenseite dieser Leuchtkörper eine Leuchtstoffschicht aus Quecksilber und anderen Schwermetallen enthält, müssen die verbrauchten Lampen als Sonderabfall entsorgt und von den Verkaufsstellen zurückgenommen werden. Hierzu gibt es Schätzungen, dass die Herstellung und Entsorgung einer Energiesparlampe im Vergleich zur Glühlampe bis zu 40 mal mehr Energie benötige, und es somit zu keinem eingesparten Energieverbrauch käme. Daher lautet nach wie vor die Forderung an die Industrie, umweltfreundliche Energien zu nutzen, umweltfreundliche Fahrzeuge zu produzieren und stromfressende Geräte durch energiesparende zu ersetzen. Als der geniale Erfinder, über 1.000 Patente, Thomas Alva Edison im Jahre 1931 in West Orange (New Jersey) starb, schalteten die Amerikaner abends um zehn Uhr für ein paar Minuten das Licht aus.

 

Rosina Schmalzhaf

 

 

                                                              

                                                                    

  

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