Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

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1724

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      Fronleichnam - Blumenteppiche aus dem Filmdokument "Budakeszi in alter Zeit" 1926/1927

                      Fronleichnam - Kapellen aus dem Filmdokument "Budakeszi in alter Zeit" 1926/1927

                      Fronleichnam - Blumenteppiche am 23. Juni 1992

                      Fronleichnam - Kapellen am 23. Juni 1992

 

Wie viel Tage vor Fronleichnam Regen, soviel Tage hinterher (Bauernregel)

 

Als Initiatorin des Fronleichnamfestes gilt die heilige Juliana von Lüttich in Belgien. Erstmals wurde, noch zu ihren Lebzeiten, 1246 das Fest in Lüttich begangen. 1264, sechs Jahre nach ihrem Tod, führte Papst Urban IV. Fronleichnam in das Kirchenjahr als Hochfest des Leibes und Blutes Christi ein. Der Name "Fronleichnam", „Herrenleib“, stammt von "fron", Herr und "lichnam", Leib. Seine Beliebtheit verdankt dieser Festtag vor allem der reich geschmückten Prozession, bei der der Priester hoch erhoben die "Monstranz" trägt, die die Hostien beinhaltet, und die Gemeinde ihm unter Gesang und Gebet folgt. An vier im Freien aufgebauten Altären wird das Evangelium verlesen, werden Fürbitten gebetet und durch den Priester der Segen erteilt. In ihrem Buch „Einblick in tief verwurzelte Traditionen“ beschreibt Maria Bresch, unsere Natto Rici, das Fonleichnamsfest so: „Zehn Tage nach Pfingsten ist Fronleichnam. Um das kirchliche Fest schön zu gestalten, machten sich die Leute in Budakeszi sehr viel Arbeit. Sie legten Gott zu Ehren bunte Blütenteppiche an. Christliche Motive prägten den ein Meter breiten und zweieinhalb Kilometer langen Prozessionsweg. Der kunstvoll ausgelegte Blumenteppich war einmalig in Ungarn. Schon lange vor dem Fest streiften die Kinder auf der Suche nach passenden Feldblumen durch Felder und Wiesen, um die richtigen Blüten zu finden. Gesucht wurden Margeriten, blaue Kornblüten, aber auch Klee. Im Garten wurden Rosen- und Pfingstrosenblüten gepflückt und auch Akazienblüten von den Bäumen. Diese Blumen sorgten für farbige Akzente. Bald türmten sich die Körbe voller Blumen. Um diese frisch zu halten, wurden sie in den Keller gestellt. Am Fronleichnamstag hieß es für die Anlieger auf der Hauptstraße entlang der Prozessionsstrecke früh aufzustehen. Morgens um vier Uhr begann die Arbeit, damit der Blütenteppich rechtzeitig zur Prozession fertig wurde. Der ganze Ort half mit. Mit Latten, Schablonen und anderen Hilfsmitteln kamen die Anwohner und Helfer vor die Häuser. Die Körbe voller Blüten, die nach Farbe und Blütenart sortiert waren, wurden bereitgestellt. Auf weißem Sand wurden die Motive vorgezeichnet. Viele fleißige Hände haben dann die Muster mit den Blütenblättern ausgelegt. Stundenlang knieten ganze Familien auf dem Boden und fügten kunstvoll die einzelnen Blüten aneinander. Jedes Haus hatte ein eigenes Muster, das jedes Jahr von den Leuten neu gestaltet wurde. War der Blumenteppich fertig, wurden entlang des Prozessionsweges links und rechts Birkenzweige aufgestellt. Zum Schluss wurde frisch gehäckseltes Gras um den Blütenteppich als Rahmen gestreut. War es Zeit zum Hauptgottesdienst, so begann das Läuten sämtlicher Glocken. Viele Böllerschüsse verkündeten den Prozessionsbeginn. Zwischen Glockengeläut und Weihrauchduft ist der Pfarrer mit seinen Ministranten aus der Kirche getreten. In seinen Händen hielt er die Monstranz, in der die allerheiligste Hostie gezeigt wurde. Eine große Prozession setzte sich in Bewegung. An der Spitze die Musikkapelle, es folgten die Kinder, begleitet von den Nonnen, die Erstkommunikanten, Herzgarden und weißgekleidete Marienmädchen, die am Hals ein blaues Band mit einem Medaillon, welches die Mutter Gottes zeigte, trugen. Des Weiteren folgten die Vereine mit ihren Fahnen, die ihre Schutzheiligen zeigten. Anschließend kamen die Männer, ihnen folgten die Frauen in ihren feierlichen Trachten. Auf dem Blumenteppich unter dem Baldachin (Heiliger Himmel) lief nur der Pfarrer. Die sieben Gläubigen, die den Himmel trugen, und die Ministranten links und rechts gingen auf dem ungeschmückten Teil. Entlang des Prozessionsweges standen vier Straßenaltäre, die aus Baumästen und Sträuchern aufgebaut wurden. Die Altäre waren mit Blumen geschmückt und große Bilder, welche die Leute aus ihren Wohnungen holten, zeigten heilige Motive. Für die Familien, die einen Altar vor ihrem Haus hatten, war dies eine besondere Ehre. Nach der Andacht hatte man die Blumen von den Altären nach Hause getragen und unter dem Hausdach aufgehängt. Dort blieben sie, bis sie im nächsten Jahr erneuert wurden. Unser Blumenteppich in Budakeszi war eine Attraktion. Es kamen viele Gäste aus Budapest und Umgebung, den herrlichen Blumenteppich zu bewundern. Diese Arbeit wurde bestaunt und gebührend gelobt. Es ist schade, dass dieses wunderbare Kunstwerk nur ein paar Stunden überdauert hat. Die meisten Motivvorlagen stammten noch von unseren Ahnen, die diese aus Deutschland mitgebracht hatten.“ Heute wird Fronleichnam in Budakeszi an dem Fest darauffolgenden Sonntag gefeiert unter Fortsetzung der Tradition des Gestaltens der herrlichen Blumenteppiche.

 

Rosina Schmalzhaf

                                                                                                    

 

                                                              

                                                                    

  

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