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Fronleichnam - Kapellen aus dem Filmdokument "Budakeszi in alter Zeit" 1926/1927 Fronleichnam - Blumenteppiche am 23. Juni 1992 Fronleichnam - Kapellen am 23. Juni 1992
Wie viel Als
Initiatorin des Fronleichnamfestes gilt die heilige Juliana von Lüttich in
Belgien. Erstmals wurde, noch zu
ihren Lebzeiten, 1246 das Fest in Lüttich begangen. 1264, sechs Jahre nach
ihrem Tod, führte Papst Urban IV. Fronleichnam in das Kirchenjahr als Hochfest
des Leibes und Blutes Christi ein. Der Name "Fronleichnam",
„Herrenleib“, stammt von "fron", Herr und "lichnam",
Leib. Seine Beliebtheit verdankt dieser Festtag vor allem der reich geschmückten
Prozession, bei der der Priester hoch erhoben die "Monstranz" trägt,
die die Hostien beinhaltet, und die Gemeinde ihm unter Gesang und Gebet folgt.
An vier im Freien aufgebauten Altären wird das Evangelium verlesen, werden Fürbitten
gebetet und durch den Priester der Segen erteilt. In ihrem Buch „Einblick in
tief verwurzelte Traditionen“ beschreibt Maria Bresch, unsere Natto Rici, das
Fonleichnamsfest so: „Zehn
Tage nach Pfingsten ist Fronleichnam. Um das kirchliche Fest schön zu
gestalten, machten sich die Leute in Budakeszi sehr viel Arbeit. Sie legten Gott
zu Ehren bunte Blütenteppiche an. Christliche Motive prägten den ein Meter
breiten und zweieinhalb Kilometer langen Prozessionsweg. Der kunstvoll
ausgelegte Blumenteppich war einmalig in Ungarn. Schon lange vor dem Fest
streiften die Kinder auf der Suche nach passenden Feldblumen durch Felder und
Wiesen, um die richtigen Blüten zu finden. Gesucht wurden Margeriten, blaue
Kornblüten, aber auch Klee. Im Garten wurden Rosen- und Pfingstrosenblüten
gepflückt und auch Akazienblüten von den Bäumen. Diese Blumen sorgten für
farbige Akzente. Bald türmten sich die Körbe voller Blumen. Um diese frisch zu
halten, wurden sie in den Keller gestellt. Am Fronleichnamstag hieß es für die
Anlieger auf der Hauptstraße entlang der Prozessionsstrecke früh aufzustehen.
Morgens um vier Uhr begann die Arbeit, damit der Blütenteppich rechtzeitig zur
Prozession fertig wurde. Der ganze Ort half mit. Mit Latten, Schablonen und
anderen Hilfsmitteln kamen die Anwohner und Helfer vor die Häuser. Die Körbe
voller Blüten, die nach Farbe und Blütenart sortiert waren, wurden
bereitgestellt. Auf weißem Sand wurden die Motive vorgezeichnet. Viele fleißige
Hände haben dann die Muster mit den Blütenblättern ausgelegt. Stundenlang
knieten ganze Familien auf dem Boden und fügten kunstvoll die einzelnen Blüten
aneinander. Jedes Haus hatte ein eigenes Muster, das jedes Jahr von den Leuten
neu gestaltet wurde. War der Blumenteppich fertig, wurden entlang des
Prozessionsweges links und rechts Birkenzweige aufgestellt. Zum Schluss wurde
frisch gehäckseltes Gras um den Blütenteppich als Rahmen gestreut. War es Zeit
zum Hauptgottesdienst, so begann das Läuten sämtlicher Glocken. Viele Böllerschüsse
verkündeten den Prozessionsbeginn. Zwischen Glockengeläut und Weihrauchduft
ist der Pfarrer mit seinen Ministranten aus der Kirche getreten. In seinen Händen
hielt er die Monstranz, in der die allerheiligste Hostie gezeigt wurde. Eine große
Prozession setzte sich in Bewegung. An der Spitze die Musikkapelle, es folgten
die Kinder, begleitet von den Nonnen, die Erstkommunikanten, Herzgarden und weißgekleidete
Marienmädchen, die am Hals ein blaues Band mit einem Medaillon, welches die
Mutter Gottes zeigte, trugen. Des Weiteren folgten die Vereine mit ihren Fahnen,
die ihre Schutzheiligen zeigten. Anschließend kamen die Männer, ihnen folgten
die Frauen in ihren feierlichen Trachten. Auf dem Blumenteppich unter dem
Baldachin (Heiliger Himmel) lief nur der Pfarrer. Die sieben Gläubigen, die den
Himmel trugen, und die Ministranten links und rechts gingen auf dem ungeschmückten
Teil. Entlang des Prozessionsweges standen vier Straßenaltäre, die aus Baumästen
und Sträuchern aufgebaut wurden. Die Altäre waren mit Blumen geschmückt und
große Bilder, welche die Leute aus ihren Wohnungen holten, zeigten heilige
Motive. Für die Familien, die einen Altar vor ihrem Haus hatten, war dies eine
besondere Ehre. Nach der Andacht hatte man die Blumen von den Altären nach
Hause getragen und unter dem Hausdach aufgehängt. Dort blieben sie, bis sie im
nächsten Jahr erneuert wurden. Unser Blumenteppich in Budakeszi war eine
Attraktion. Es kamen viele Gäste aus Budapest und Umgebung, den herrlichen
Blumenteppich zu bewundern. Diese Arbeit wurde bestaunt und gebührend gelobt.
Es ist schade, dass dieses wunderbare Kunstwerk nur ein paar Stunden überdauert
hat. Die meisten Motivvorlagen stammten noch von unseren Ahnen, die diese aus
Deutschland mitgebracht hatten.“ Heute wird Fronleichnam in Budakeszi an dem
Fest darauffolgenden Sonntag gefeiert unter Fortsetzung der Tradition des
Gestaltens der herrlichen Blumenteppiche. Rosina Schmalzhaf
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