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Fronleichnam - Kapellen aus dem Filmdokument "Budakeszi in alter Zeit" 1926/1927
F R O N L E I C H N A M Um
das kirchliche Fest schön zu gestalten, machten sich die Leute in Budakeszi
sehr viel Arbeit. Christliche
Motive prägten den ein Meter breiten und zweieinhalb Kilometer langen
Prozessionsweg. Im
Garten wurden Rosen- und Pfingstrosenblüten gepflückt und auch Akazienblüten
von den Bäumen. Morgens
um vier Uhr begann die Arbeit, damit der Blütenteppich rechtzeitig zur
Prozession fertig wurde. Die
Körbe voller Blüten, die nach Farbe und Blütenart sortiert waren, wurden
bereitgestellt. Viele
fleißige Hände haben dann die Muster mit den Blütenblättern ausgelegt. Stundenlang
knieten ganze Familien auf dem Boden und fügten kunstvoll die
einzelnen Blüten aneinander. Jedes
Haus hatte ein eigenes Muster, das jedes Jahr von den Leuten neu gestaltet
wurde. War
der Blumenteppich fertig, wurden entlang des Prozessionsweges links und rechts
Birkenzweige aufgestellt. War
es Zeit zum Hauptgottesdienst, so begann das Läuten sämtlicher Glocken. Viele
Böllerschüsse verkündeten den Prozessionsbeginn. Zwischen
Glockengeläut und Weihrauchduft ist der Pfarrer mit seinen Ministranten aus der
Kirche getreten. In
seinen Händen hielt er die Monstranz, in der die allerheiligste Hostie gezeigt
wurde. Eine
große Prozession setzte sich in Bewegung. An der Spitze die Musikkapelle, es
folgten die Kinder, begleitet von den Nonnen, die Erstkommunikanten, Herzgarden
und weißgekleidete Marienmädchen, die am Hals ein blaues Band mit einem Medaillon, welches die Mutter Gottes zeigte trugen. Des Weiteren
folgten die Vereine mit ihren Fahnen, die ihre Schutzheiligen zeigten. Anschließend
kamen die Männer, ihnen folgten die Frauen in ihren feierlichen Trachten. Auf
dem Blumenteppich unter dem
Baldachin (Heiliger Himmel) lief nur der Pfarrer. Die sieben Gläubigen, die den
Himmel trugen. Die die Ministranten links und rechts gingen auf dem ungeschmückten
Teil des Weges. Entlang
des Prozessionsweges standen vier Straßenaltäre, die aus Baumästen und Sträuchern
aufgebaut wurden. Die
Altäre waren mit Blumen geschmückt und große Bilder, welche die Leute aus
ihren Wohnungen holten, zeigten heilige Motive. Für
die Familien, die einen Altar vor ihrem Haus hatten, war dies eine besondere
Ehre. Nach
der Andacht hatte man die Blumen von den Altären nach Hause getragen und unter
dem Hausdach aufgehängt. Dort
blieben sie, bis sie im nächsten Jahr erneuert wurden. Unser
Blumenteppich in Budakeszi war eine Attraktion. Es
kamen viele Gäste aus Budapest und Umgebung, um den herrlichen Blumenteppich zu
bewundern. Diese
Arbeit wurde bestaunt und gebührend gelobt. Es
ist schade, dass dieses wunderbare Kunstwerk nur ein paar Stunden überdauert
hat. Die meisten Motivvorlagen stammten noch von unseren Ahnen, die diese aus Deutschland mitgebracht hatten. Maria
Bresch geb. Natto
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