Die
milden Winter sind als Alarmsignal zu verstehen -
schneereiche,
kalte und lange Winter damals in Wudigeß und auf „Hasenbrote“ wartende
Kinder
Nach
dem lang andauernden, schneereichen und kalten Winter 2005/2006 erleben wir den
Winter 2007/2008 mit frühlingshaften Temperaturen, reichlich Sonne und wenig
Schnee. Besorgniserregend sind die Winterstürme. Nach dem Sturmtief
"Franz", das zum Glück keine allzu katastrophalen Schäden
angerichtet hat, folgte der Orkan "Kyrill", der eindeutig als ein
schwererer Sturm einzuschätzen ist. Der milde Winter rückt die Angst vor den
Folgen des Klimawandels wieder ins Bewusstsein. In der Arktis schmilzt das ewige
Eis im dramatischen Tempo. In Europa beobachten Experten mit Sorge, dass die
warmen Temperaturen bei einigen Tieren schon im Januar Frühlingsgefühle auslösten,
da ein Wintereinbruch für die Tiere zur Falle werden könnte. Zahlreiche Zugvögel
verlassen wegen des ausbleibenden Frostes die hiesigen Breiten nicht mehr. Zudem
könnte ein milder Winter im Sommer für Mensch und Tier lästige Folgen haben,
wenn uns im kommenden Sommer besonders viele Zecken und Mücken plagen und
Blattläuse, Schnecken und Raupen verstärkt auftreten. Für
Blütenpollen-Allergiker begann die Leidenszeit mit dem Flug der ersten Pollen
in diesem Jahr im Januar. Viele Skigebiete melden nur magere Geschäfte,
da der Naturschnee fehlt, und Skilaufen nur dort möglich ist, wo künstlich
beschneit werden kann. Positive Auswirkungen hat der milde Winter auf die
Konjunktur durch den Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 3,6 Millionen Menschen.
Auf den Straßen und Autobahnen gab es weniger Unfälle, und die Streu- und Räumdienste
waren kaum im Einsatz und ersparten eine Menge Geld. Die
höheren Temperaturen lassen
unsere
Heizkosten
dramatisch
sinken, was wegen der gestiegenen Energiekosten ein wichtiger Faktor in der
Haushaltskasse ist. Die negativen Anzeichen, die wir zurzeit erleben, sind ein
klares Indiz dafür, dass sich unser Klima verändert. Dieser Winter ist ein
Alarmsignal. Er schlägt bisher alle Rekorde seit Beginn der Wetteraufzeichnung
in Deutschland im Jahr 1856. Schon der Herbst war extrem warm. Die Analyse des
gesamten Jahresverlaufs zeigt sehr ernst zunehmende Zeichen der Wetterveränderung.
Weltweit fallen die zehn wärmsten Jahre seit 1856 in den Zeitraum von 1995 bis
2006. Ist das Wetter so mild ist und liegt kein Schnee bis nach Russland hinein,
kann sich kein kontinentales Kältehoch bilden, das Stürme abhalten kann. Die
Tiefausläufer können deshalb vom Nordatlantik ungehemmt über das europäische
Festland ziehen.
Um
die langen, kalten und schneereichen Winter in Wudigeß gut zu verbringen,
heizten die Menschen damals mit Holz, denn Kohle war sehr teuer und täglich, im
Sommer als auch im Winter, wurde der Herd zum Kochen, Waschen, für den
Warmwasserbedarf und im Winter, um das Haus zu erwärmen, angefeuert. Budakeszi
ist reich an Wald mit vorwiegend Laubbäumen und großen, artenreichen und
gesunden Wildbeständen an Hasen, Rehen, Füchsen, Hirschen und Mufflons. Der
Wald befand sich im Staatsbesitz und wurde durch das Forstamt verwaltet. Die
ersten Siedler bekamen sog. „Holznummern“, die regelten, wie viel Klafter
Holz in die einzelnen Häuser zum Verbrauch kostenlos zugeteilt wurden. Da im
Winter die meisten Bauhandwerker ohne Arbeit waren, und das Forstamt immer
Arbeiter suchte, gingen die Männer in den Wald und schlugen das Holz. Zu einer
Gruppe taten sich Männer, die sich gut kannten, zusammen, um die vom Förster
markierten Bäume zu fällen. Mit Rohrstiefeln ausgerüstet, gegen die Nässe
das Innere des Stiefels mit Haferstroh gleichmäßig ausgelegt, und die Füße
in wärmende Fußlappen eingewickelt, ging es am frühen Morgen los, um den
weiten Weg in den Wald zu bewerkstelligen und um der körperlich anstrengenden
und gefährlichen Arbeit des Bäume Fällens mit einfachen Werkzeugen, wie Axt
und Zugsäge, nachzugehen. An dem ihnen zugewiesenen Patz angekommen, gruben
sich die Männer eine Mulde, suchten Akazienholz, das brennt, auch wenn es noch
feucht ist, und machten sich ein Feuer, das zum Aufwärmen und zum Speckbraten,
auf einem Holzspieß, diente. Jeder gefällte Stamm wurde in meterlange Stücke
gesägt und mit der Axt in vier Teile gespalten. Danach wurden sie zum Abfahren
an den Wegrand getragen und dort 10 m lang und 1m hoch aufgestapelt. Der Lohn für
diese Arbeit betrug 1 m lang und 1 m hoch gestapeltes Holz. Das gefällte Holz
wurde im Auftrag des Forstamtes mit dem Pferdeschlitten nach Budapest an die Bäckereien
geliefert, die es gekauft hatten. Kamen die Männer am Abend nach Hause, freuten
sich ihre Frauen und besonders die immer hungrigen Kinder, die das mitgebrachte
„Hasenbrot“ als Delikatesse verzehrten, denn, so wurde den Kindern erzählt,
der Vater hätte es einem Hasen abgejagt, dem er Salz auf den Schwanz gestreut hätte.
Hasenbrot ist jedoch Brot, das für die Reise oder die Arbeit als Proviant
mitgenommen, aber nicht verzehrt wurde, trocken geworden war, und das die Kinder
mit großem Appetit verspeisten.
Maria
Bresch geb. Natto und Rosina Schmalzhaf