Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

 im Verband der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn e. V.                                                                 

        Die Budakesser Gemeinschaft stellt Ihnen 

           bitte eintreten! - please enter!              sich und ihre Arbeit vor:                 Amtliches Gemeindesiegel 1724

 

1724

                      wir über uns   damals in Budakeszi   heute in Budakeszi

                      Familienforschung   unser Heimatbuch "Budakeszi / Wudigeß"

                      Portraits   Veranstaltungen und mehr   Kontakte   interessante Links

         

 

     Die milden Winter sind als Alarmsignal zu verstehen -

schneereiche, kalte und lange Winter damals in Wudigeß und auf „Hasenbrote“ wartende Kinder

 

Nach dem lang andauernden, schneereichen und kalten Winter 2005/2006 erleben wir den Winter 2007/2008 mit frühlingshaften Temperaturen, reichlich Sonne und wenig Schnee. Besorgniserregend sind die Winterstürme. Nach dem Sturmtief "Franz", das zum Glück keine allzu katastrophalen Schäden angerichtet hat, folgte der Orkan "Kyrill", der eindeutig als ein schwererer Sturm einzuschätzen ist. Der milde Winter rückt die Angst vor den Folgen des Klimawandels wieder ins Bewusstsein. In der Arktis schmilzt das ewige Eis im dramatischen Tempo. In Europa beobachten Experten mit Sorge, dass die warmen Temperaturen bei einigen Tieren schon im Januar Frühlingsgefühle auslösten, da ein Wintereinbruch für die Tiere zur Falle werden könnte. Zahlreiche Zugvögel verlassen wegen des ausbleibenden Frostes die hiesigen Breiten nicht mehr. Zudem könnte ein milder Winter im Sommer für Mensch und Tier lästige Folgen haben, wenn uns im kommenden Sommer besonders viele Zecken und Mücken plagen und Blattläuse, Schnecken und Raupen verstärkt auftreten. Für Blütenpollen-Allergiker begann die Leidenszeit mit dem Flug der ersten Pollen in diesem Jahr im Januar. Viele Skigebiete melden nur magere Geschäfte, da der Naturschnee fehlt, und Skilaufen nur dort möglich ist, wo künstlich beschneit werden kann. Positive Auswirkungen hat der milde Winter auf die Konjunktur durch den Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 3,6 Millionen Menschen. Auf den Straßen und Autobahnen gab es weniger Unfälle, und die Streu- und Räumdienste waren kaum im Einsatz und ersparten eine Menge Geld. Die höheren Temperaturen lassen unsere Heizkosten   

dramatisch sinken, was wegen der gestiegenen Energiekosten ein wichtiger Faktor in der Haushaltskasse ist. Die negativen Anzeichen, die wir zurzeit erleben, sind ein klares Indiz dafür, dass sich unser Klima verändert. Dieser Winter ist ein Alarmsignal. Er schlägt bisher alle Rekorde seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Deutschland im Jahr 1856. Schon der Herbst war extrem warm. Die Analyse des gesamten Jahresverlaufs zeigt sehr ernst zunehmende Zeichen der Wetterveränderung. Weltweit fallen die zehn wärmsten Jahre seit 1856 in den Zeitraum von 1995 bis 2006. Ist das Wetter so mild ist und liegt kein Schnee bis nach Russland hinein, kann sich kein kontinentales Kältehoch bilden, das Stürme abhalten kann. Die Tiefausläufer können deshalb vom Nordatlantik ungehemmt über das europäische Festland ziehen.

Um die langen, kalten und schneereichen Winter in Wudigeß gut zu verbringen, heizten die Menschen damals mit Holz, denn Kohle war sehr teuer und täglich, im Sommer als auch im Winter, wurde der Herd zum Kochen, Waschen, für den Warmwasserbedarf und im Winter, um das Haus zu erwärmen, angefeuert. Budakeszi ist reich an Wald mit vorwiegend Laubbäumen und großen, artenreichen und gesunden Wildbeständen an Hasen, Rehen, Füchsen, Hirschen und Mufflons. Der Wald befand sich im Staatsbesitz und wurde durch das Forstamt verwaltet. Die ersten Siedler bekamen sog. „Holznummern“, die regelten, wie viel Klafter Holz in die einzelnen Häuser zum Verbrauch kostenlos zugeteilt wurden. Da im Winter die meisten Bauhandwerker ohne Arbeit waren, und das Forstamt immer Arbeiter suchte, gingen die Männer in den Wald und schlugen das Holz. Zu einer Gruppe taten sich Männer, die sich gut kannten, zusammen, um die vom Förster markierten Bäume zu fällen. Mit Rohrstiefeln ausgerüstet, gegen die Nässe das Innere des Stiefels mit Haferstroh gleichmäßig ausgelegt, und die Füße in wärmende Fußlappen eingewickelt, ging es am frühen Morgen los, um den weiten Weg in den Wald zu bewerkstelligen und um der körperlich anstrengenden und gefährlichen Arbeit des Bäume Fällens mit einfachen Werkzeugen, wie Axt und Zugsäge, nachzugehen. An dem ihnen zugewiesenen Patz angekommen, gruben sich die Männer eine Mulde, suchten Akazienholz, das brennt, auch wenn es noch feucht ist, und machten sich ein Feuer, das zum Aufwärmen und zum Speckbraten, auf einem Holzspieß, diente. Jeder gefällte Stamm wurde in meterlange Stücke gesägt und mit der Axt in vier Teile gespalten. Danach wurden sie zum Abfahren an den Wegrand getragen und dort 10 m lang und 1m hoch aufgestapelt. Der Lohn für diese Arbeit betrug 1 m lang und 1 m hoch gestapeltes Holz. Das gefällte Holz wurde im Auftrag des Forstamtes mit dem Pferdeschlitten nach Budapest an die Bäckereien geliefert, die es gekauft hatten. Kamen die Männer am Abend nach Hause, freuten sich ihre Frauen und besonders die immer hungrigen Kinder, die das mitgebrachte „Hasenbrot“ als Delikatesse verzehrten, denn, so wurde den Kindern erzählt, der Vater hätte es einem Hasen abgejagt, dem er Salz auf den Schwanz gestreut hätte. Hasenbrot ist jedoch Brot, das für die Reise oder die Arbeit als Proviant mitgenommen, aber nicht verzehrt wurde, trocken geworden war, und das die Kinder mit großem Appetit verspeisten.

Maria Bresch geb. Natto und Rosina Schmalzhaf

                                                                                                  

 

             

                                                              

                                                                    

  

                                                                          zurück zur Startseite