Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

 im Verband der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn e. V.                                                                 

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1724

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  „19. März 1946 - Von Haus und Hof verjagt …“ - „Vertreibung“ Zeichnung Josef de Ponte

 

                   Budakeszi gedachte der Vertreibung    Fotos des Traditionsbewahrungsvereins von den Feierlichkeiten am 19. März 2009

 

Aufgrund einer Initiative der Mitglieder des Traditionsbewahrungsvereins Budakeszi fand anno 2005 erstmals ein Gedenkgottesdienst an die Vertreibung in Form einer Lichtermesse statt. 2006 lag dieses finstere Kapitel der Nachkriegszeit 60 Jahre zurück, Anlass und Anliegen für Budakeszis damaligen Bürgermeister Farkas Gyula an das Drama der Vertreibung der rund 4.000 Budakesser zu erinnern und alle in Deutschland und in anderen Ländern lebenden Landsleute mit ihren Familienangehörigen, Freunden und Bekannten zum Besuch ihrer alten Heimat einzuladen und dem Geschehen würdig zu gedenken. Diese historischen Gedächtnistage richteten der Deutsche Stadtrat Budakeszi und die Stadt Budakeszi vom 16. März bis zum 19. März 2006 in bewegenden und stilvollen Veranstaltungen aus, die mit der Einweihung der von unserem Landsmann, dem akademischen Maler und Grafiker Josef de Ponte (+ 16. Mai 2006) entworfenen Gedenktafel zur Vertreibung beim Bürgermeisteramt Budakeszi, den anschließenden Kranzniederlegungen, dem Empfang im Nagy Sándor József Gymnasium und einem ausgezeichneten Mittagessen ihren Abschluss fanden. Die Märztage des Jahres 1946 sind prägend geblieben. Lichtermessen und Kranzniederlegungen erinnerten/erinnern im 61. Jahr und weiter an die Tragödie. In diesem Jahr begrüßte und leitete in das Gedenken Nagy Mihályné Starcz Terézia, Vorsitzende des Traditionsbewahrungsvereines Budakeszi, Dirigentin des Frauenchores und Mitglied des Deutschen Stadtrates Budakeszi ein. Bürgermeister Tagai István, Damen und Herren des Stadtrates, der Frauenchor, Schüler und Schülerinnen sowie Bürger und Bürgerinnen waren am 19. März, um 13 Uhr, gekommen, sich zu erinnern. Die Budakesser Gemeinschaft war durch ihren Vorsitzenden Franz Huber mit Gattin vertreten. Mit einem Lied eröffnete der Frauenchor die Feierlichkeiten und Schülerinnen trugen ein Gedicht vor. Die Rede unseres Vorsitzenden Franz Huber wurde von Frau Starcz Terézia ins Ungarische übersetzt. Franz Huber bedankte sich im Namen der Budakesser Gemeinschaft sehr herzlich bei der Vorsitzenden des Deutschen Stadtrates Budakeszi Kóthyné dr. Herczeg Mária und Frau Starcz Terézia als Vertreterin des Vereines für Traditionsbewahrung für die Einladung zur Gedenkfeier und die Ausrichtung dieser. In seiner Rede zitierte er den großen ungarischen Romancier und Essayisten György Konrad, welcher mit dem Franz-Werfel-Menschenrechtspreis 2007 der Stiftung Zentrum gegen Vertreibung ausgezeichnet wurde: „Die gewaltsame Trennung des Menschen von seinem Wohnort ist halber Mord. Das Wesentliche ist nicht das Haus, sondern das Leben. Es ist wahr, dass der Mensch ein Wesen ist, das immer wieder einen Neuanfang macht. Doch es trifft ebenfalls zu, dass viele zerbrechlicher sind und die Verstümmelung ihrer lokalen Existenz nur schwer überleben. Der Mensch ist eins mit seinen unsichtbaren Wurzelfasern. Unser Recht auf den Ort, an dem wir geboren worden sind, wo wir leben, ist ein fundamentales und unantastbares. Die Deportation vom Menschen oder die mit Drohungen einhergehende Vertreibung von ihrem Wohnort ist ein International zu verfolgendes Verbrechen.“ Huber führte weiter aus: „Die unmenschliche Tragödie nahm ab dem 19. März 1946 ihren Lauf. Zusammengepresst in Viehwaggons mussten die Menschen das Land verlassen. Bedeutungslos waren die 250 Jahre geworden, in denen Deutsche zur größten Zufriedenheit der Regierenden die kolonisatorischen Aufgaben erfüllten und das durch die Kriege mit den Türken verwüstete und menschenleere Ungarn wieder besiedelten. Sie kultivierten den Boden, machten ihn urbar. Über Jahrzehnte wurde mit schwerer knochenharter Arbeit aus Sumpf und Öde die Kornkammer Österreich-Ungarns geschaffen. Die Donauschwaben, die Tod, Not und schließlich Brot ernteten, loyale Bürger des Staates waren und friedlich mit den anderen Völkern zusammenlebten, wurden ihrer Heimat beraubt. Allein aus Budakeszi mussten von den rund 8500 Einwohnern etwa 3700 Menschen den Verlust ihrer Heimat und ihres Hab und Gutes beklagen. Die Deportation hinterließ tiefe Wunden. Manche wurden nie geheilt.“ Huber beendete seine Rede mit den Worten: „Trotz der traurigen Erinnerungen an die Tage der Vertreibung lieben wir Vertriebenen und ihre Nachkommen die verlorene Heimat, unser „Wudigeß“ und geben dieser Liebe immer wieder deutlich Ausdruck. Deshalb möge uns unsere heimatliche Verbundenheit nie verloren gehen.“ Der Frauenchor erfreute mit einem weiteren Lied, und die Leiterin des Deutschen Kindergartens Kunterbunt Kerekes Endréné Marika trug ein Gedicht unseres stellvertretenden Vorsitzenden Josef Pable über unsere Heimatgemeinde Wudigeß vor. Nach den Kranzniederlegungen erklangen nochmals die melodischen Stimmen des Frauenchores. In der Bilder-Ausstellung in der "Széchenyi István" Grund- und Hauptschule wurden die Vorstellungen der Schüler und Schülerinnen über die Arbeit und das Leben von damals lebendig und anschaulich dargestellt. Die sehr gut besuchte Lichtermesse am 21. März in unserer Budakesser Pfarrkirche „Maria Schnee“ mit Pfarrer: dr. Filó Kristóf beendete den Gedenkzyklus.

 

Rosina Schmalzhaf

 

      

                                                             "Deutsche Ausgewiesene - heimatlos an einem Bahnhof dieser Nachkriegszeit“  - Josef de Ponte 1946 –   Bild aus dem Heimatbuch "Budakeszi/Wudigeß" - Seite 169

    

                           

                                                  

                                                                   

                                                                    

  

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