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Die Brote, die aus dem Regal in unsere Einkaufswagen wandern, sind alle wohlgeformt oder schon in gleichen Scheiben geschnitten. Können wir, wenn wir sie verzehren, die Augenblicke genießen, ein Stück Brot zu essen? Was bedeutet für uns noch eine Scheibe Brot? Sind uns der Duft und der Geruch, der aus der Backstube des Bäckers strömt, fremd geworden? Schließlich hat das Brot die Menschheit durch ihre Geschichte begleitet. Wir kennen das Brot als Grabbeilage und als Opfergabe. Im Christentum steht es in der Eucharistiefeier und beim Abendmahl im Mittelpunkt, und im Vaterunser beten wir "Unser tägliches Brot gib uns heute". Unsere Budakesser Landsfrau Maria Bresch geb. Natto, unsere Natto Rici, schreibt in ihren Erinnerungen "Hart war die Arbeit im Schnitt" und über das Brot: "Das Brot wurde überall in den Häusern mit Ehrfurcht behandelt. Schon im Kindesalter wurde uns anerzogen, dass das Verderbenlassen von Brot eine Sünde ist. Deshalb durfte man kein Brot wegwerfen. Wenn die Mutter ein Brot anschnitt, markierte sie mit der Messerspitze drei Kreuze am Unterteil, der Backseite, des Laibes, und betete: `Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.´ Ohne dieses wurde kein Laib angeschnitten. Wurde sie gefragt, warum sie das tat, so antwortete sie: `Man dankt Gott dafür.´ Wenn ein Stück trocken wurde, verdarb es deshalb nicht. Es wurde mit Schweinefett aufgebacken und als "Padsbroud" mit etwas Knoblauch schmackhaft gemacht.“ Lernen wir das Normalste der Welt wieder mehr schätzen, achten wir darauf, welche Zutaten unser Brot enthält, lassen wir es uns wieder echt schmecken und zu einem Genuss werden.
Rosina Schmalzhaf
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