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Das Jahr
2009
birgt eine Fülle an
Erinnerungen Als schütte das Jahr 2009 die Gedenktage aus einem riesigen Füllhorn, so reichlich jähren sich bedeutende Begebenheiten, wie runde Geburts- und Todestage und Jahrestage von Ereignissen, die unsere Aufmerksamkeit, teils aus Interesse, teils aus Wachsamkeit oder um Lehren daraus zu ziehen, bedürfen. So wurde das Jahr 2009 auf Vorschlag der Internationalen Astronomischen Union (IAU) zum Internationalen Jahr der Astronomie erklärt, da 1609 Galileo Galilei und andere Gelehrte erstmals Teleskope für ihre astronomischen Beobachtungen einsetzten und Johannes Kepler in seinem Werk „Astronomia Nova“ die physikalischen Gesetzmäßigkeiten, denen die Himmelskörper unterliegen, verständlich erläuterte. Erklärtes Ziel für diese Jahreslosung ist es, den Menschen Gelegenheit zu geben, sich einen tieferen Einblick in die Astronomie zu verschaffen. Die UNO-Generalversammlung hat das Jahr 2009 gleich unter drei Leitgedanken gestellt, nämlich zum Internationalen Jahr des Menschenrechtslernens, zum Internationalen Jahr der Aussöhnung und zum Internationalen Jahr der Naturfasern. Die Europäische Union ruft seit 1983 Europäische Jahre mit sozialen und kulturellen Schwerpunktthemen aus, die von der EU mehrere Jahre im Voraus ausgewählt werden. 2009 steht das Jahr unter dem Motto der Kreativität und Innovation. 2009 heißen die Kulturhauptstädte Europas Linz in Österreich und Vilnius in Litauen. Das Deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung erklärte 2009 zum Jahr der Forschungsexpedition Deutschland im Rahmen der Initiative Wissenschaft im Dialog. Da der Mensch immer häufiger die Landschaft in seinem Sinn umgestaltet, und die Industrialisierung viele in der freien Natur vorkommenden Tier- und Pflanzenarten bedroht und verdrängt hat, genießt der Artenschutz immer mehr an Bedeutung. Regelmäßig wird eine Rote Liste der bedrängten Arten erstellt, die den Grad der Gefährdung von Pflanzen und Tieren darlegt. In diesem Jahr werden als Vogel des Jahres der Eisvogel, als Wildtier des Jahres der Braunbrustigel, als Fisch des Jahres der Europäische Aal, als Schmetterling des Jahres das Tagpfauenauge auf ihre bedrohten Situationen aufmerksam machen. Als Blume des Jahres steht die Gemeine Wegwarte, als Baum des Jahres der Bergahorn, als Heilpflanze des Jahres die Ringelblume und als Arzneipflanze des Jahres der Fenchel im Mittelpunkt. Gleich zu Beginn des Jahres werden berühmte Persönlichkeiten gewürdigt, am 4. Januar Louis Braille, der französische Erfinder der 6-Punkt-Blindenschrift – Brailleschrift, dessen 200. Geburtstag sich jährt, am 8. Januar ist der 100. Geburtstag des Kölner Volksschauspielers Willy Millowitsch, am 20. Januar Gedenken zum 150. Todestag der deutschen Schriftstellerin Bettina von Armin und am 19. Januar jährt sich der 200. Geburtstag des US-amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe. Liebhaber der Monarchie gedenken am 27. Januar des 150. Geburtstages des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. Am 31. Januar wird Bundespräsident Horst Köhler das erste deutsche Staatsoberhaupt Theodor Heuss anlässlich dessen 125. Geburtstag als einen Glücksfall für Deutschland ehren. Am 3. Februar jährt sich der 200. Geburtstag des bedeutenden deutschen Komponisten der Romantik Felix Mendelssohn Bartholdy. Ein Gedenken zum 100. Geburtstag gilt am 7. Februar dem brasilianischen Erzbischof und Befreiungstheologen Dom Hélder Camara, der sich unermüdlich für die Armen und für Gerechtigkeit einsetzte. Am 12. Februar ist jeweils der Gedenktag zum 200. Geburtstag für den britischen Naturforscher Charles Darwin, der mit seinen essentiellen Beiträgen zur Evolutionstheorie als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler gilt und für Abraham Lincoln, dem US-amerikanischen Präsidenten und Sklavenbefreier. Zum 100. Geburtstag am 15. Februar wird das Bundesfinanzministerium zu Ehren des deutschen Malers und Grafikers HAP Grieshaber die Sonderbriefmarke „Feuervogel“ herausbringen. 1960 entwarf Helmut Andreas Paul Grieshaber für die Heidelberger Ballettaufführung „Der Feuervogel“ das Bühnenbild und die Kostüme. Für die Freunde des Dichters und Komödianten Heinz Erhardt ist der 20. Februar ein wichtiges Datum, da es zur Hommage, anlässlich des 100. Geburtstages des beliebten Humoristen Heinz Erhardt, zahlreiche ehrende Veranstaltungen geben wird. Auch wird pünktlich zu seinem 100. Geburtstag eine Sonderbriefmarke „noch´n Gedicht" mit dem Portrait des lachenden Künstlers erscheinen. Am 6. März ist der 550. Geburtstag des deutschen Kaufmannes Jakob Fugger der Reiche oder der Jüngere genannt, der der gleichnamigen Augsburger Handelsfamilie entstammte und seinerzeit der bedeutendste und reichste Kaufmann und Bankier Europas war. Am 17. März ist der 175. Geburtstag des deutschen Ingenieurs, Konstrukteurs und Industriellen Gottlieb Daimler, am 22. März der 550. Geburtstag des deutschen Kaisers Maximilian I. von Habsburg, am 27. März der 100. Geburtstag des deutschen Historikers Golo Mann, am 30. März der 450. Todestag des deutschen Mathematikers Adam Ries auf den der Ausspruch „nach Adam Riese“ zurückgeht. Weitere Gedenktage des Jahres 2009 sind am 14. April der 250. Todestag des deutsch-britischen Komponisten in der Epoche des Barocks Georg Friedrich Händel, den sein festlicher Chorsatz „Halleluja“ aus seinem Meisterwerk, dem Oratorium „Der Messias“, unsterblich machten, am 24. April der 100. Geburtstag des deutschen Zoologen, erfolgreichen Tierfilmers und ehemaligem Direktor des Frankfurter Zoos Bernhard Grzimek, am 6. Mai der 150. Todestag des deutschen Forschers und Entdeckers Alexander von Humboldt, am 9. Mai der 100. Todestag der an Kinderlähmung erkrankten Margarete Steiff, der Gründerin der weltweit bekannten Spielwarenfabrik Steiff mit dem Markenkennzeichen „Knopf im Ohr". Der 31. Mai wird zum Gedenktag an den 200. Todestag des österreichischen Komponisten der Wiener Klassik Joseph Haydn, der 12. Juli zum Gedenktag an den 500. Geburtstag des Genfer Reformators französischer Abstammung Johannes Calvin, des Begründers des Calvinismus oder besser ausgedrückt als Begründer des reformierten Protestantismus, nachdem sich Calvin dagegen verwahrte, die durch ihn geprägte Reformation in Deutschland Calvinismus zu nennen, da eine reformatorische Kirche im Hören auf Gottes Wort der fortwährenden Reformation bedarf. Am 4. Oktober jährt sich der 150. Todestag des deutschen Verlegers und Autors von Reiseführern Karl Baedeker, am 26. Oktober der 250. Geburtstag des größten Redners und Volkshelden der französischen Revolution Georges Danton, der nach korrupten Machenschaften von Robespierre auf die Guillotine geschickt wurde, und der, wenige Monate, später selbst durch das Fallbeil sterben musste. Am 10. November gilt es, des 250. Geburtstages des in Marbach am Neckar geborenen deutschen Dichters Friedrich von Schiller zu gedenken, der mit seinen Dramen „Die Räuber“ 1781 und „Kabale und Liebe“ 1784 die Epochen „Sturm und Drang“ und die „Weimarer Klassik“ mit Werken wie „Don Carlos“ 1787, „Der Taucher“ 1797, „Die Bürgschaft“ 1798, „Das Lied von der Glocke“ 1799, „Maria Stuart“ 1800, „Die Jungfrau von Orléans“ 1801, „Wilhelm Tell“ 1803/04, u. a. vertritt. Schließlich liegt am 16. Dezember das Augenmerk auf dem 150. Todestag des deutschen Sprach- und Literaturwissenschaftlers Wilhelm Grimm der gemeinsam mit seinem älteren Bruder Jacob - Märchen und Sagen sammelte, und die als „Brüder Grimm“ einen festen Platz in der Welt der Märchen einnehmen. Als ein besonderes Jahr der Erinnerung und des Gedenkens berühren die geschichtlichen Ereignisse des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 unter dem Vorwand „ab 5:45 Uhr wird zurückgeschossen“ mit dem ein Krieg zum Ziel, Deutschland zur Weltmacht zu erheben und neuen „Lebensraum“ im Osten zu schaffen, begann, der Grausamkeiten, Tod, Vernichtung, unsägliches Leiden, unendliche Schmerzen und Berge von materiellen, körperlichen und seelischen Trümmern brachte. Mit der Beschließung des Grundgesetzes am 8. Mai 1949 und der Gründung der Bundesrepublik am 23. Mai 1949 sind die Gedanken beim Neuanfang nach dem größenwahnsinnigen, menschenverachtenden, nationalsozialistischen Regime und am 9. November zum 20. Jahrestag des Falls der Mauer in Berlin. 2009 – ein wahrlich alle Sinne ergreifendes Jahr. Rosina
Schmalzhaf
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