|
|
„Augenblick, verweile doch, du bist so schön!“
Unsere
schnelllebige Zeit Wie vergänglich der Augenblick ist, wusste schon Goethe. Wenn wir, noch in diesem Monat, den 30. Juni abschließen, beenden wir bereits das erste Halbjahr 2006. Dies wird wohl teils fassungslos registriert werden, denn damals, in unserem beschaulichen Wudigeß, war das anders. Die Zeit rannte den Menschen nicht so davon. Das Leben war eingebettet in das Kirchenjahr. Sonntags und feiertags war der Gang im Sonntagsgewand zur heiligen Messe das Wichtigste. Die Menschen arbeiteten hart und viel, jedoch der Sonntag diente den meisten als Ruhetag, als Tag, der der Entspannung diente und in den die Freizeit eingebettet war. Es gab einige Bauersfrauen, die am Sonntagmorgen auf dem Platz in der Ortsmitte ihre Produkte feilboten. Heute gehört Stress zu unserem Alltag, hier und wahrscheinlich ebenso in Budakeszi. Mit seinem Terminkalender treibt der Mensch die Zeit voran. Die Einzigen, die noch Zeit haben, sind kleine Kinder. Für sie scheint sie endlos zu sein. Dies ändert sich mit der Einschulung und der Einführung des Stundenplanes, eines ersten Terminkalenders. Vor allem durch das heutige Überangebot an Aktivitäten hat die Jugend keine Zeit mehr und ist einem enormen Druck ausgesetzt. Diese Anspannung setzt sich in der Welt der Erwachsenen fort. Im Arbeitsleben, ja selbst in der Freizeit, kennen wir die Forderungen nach höheren, weiteren und schnelleren Ergebnissen. Wir arbeiten an oder mit immer leistungsfähigeren Maschinen und Geräten. Computer, Telefon und Handy haben uns fest im Griff. Natürlich sind das alles Erfindungen, die uns das Leben erleichtern und verschönern sollen, auf die wir nicht mehr verzichten wollen und können. So gilt es, sich mit unserer ruhelosen Zeit zu arrangieren und ihr die guten Seiten abzugewinnen. Vielleicht leben wir deshalb so gerne in der Vergangenheit, verlieren uns in Erinnerungen oder richten unsere Hoffnungen in die Zukunft mit der Gewissheit, dass die
Minute immer 60 Sekunden hat, die stets gleich lang sind. Rosina
Schmalzhaf
|