Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

 im Verband der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn e. V.                                                                 

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1724

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                       „Augenblick, verweile doch, du bist so schön!“

                                                         Unsere schnelllebige Zeit

 

Wie vergänglich der Augenblick ist, wusste schon Goethe. Wenn wir, noch in diesem Monat, 

den 30. Juni abschließen, beenden wir bereits das erste Halbjahr 2006. Dies wird wohl teils 

fassungslos registriert werden, denn damals, in unserem beschaulichen Wudigeß, war das 

anders. Die Zeit rannte den Menschen nicht so davon. Das Leben war eingebettet in das 

Kirchenjahr. Sonntags und feiertags war der Gang im Sonntagsgewand zur heiligen Messe 

das Wichtigste. Die Menschen arbeiteten hart und viel, jedoch der Sonntag diente den 

meisten als Ruhetag, als Tag, der der Entspannung diente und in den die Freizeit eingebettet 

war. Es gab einige Bauersfrauen, die am Sonntagmorgen auf dem Platz in der Ortsmitte ihre 

Produkte feilboten. Heute gehört Stress zu unserem Alltag, hier und wahrscheinlich ebenso 

in Budakeszi. Mit seinem Terminkalender treibt der Mensch die Zeit voran. Die Einzigen, die 

noch Zeit haben, sind kleine Kinder. Für sie scheint sie endlos zu sein. Dies ändert sich mit 

der Einschulung und der Einführung des Stundenplanes, eines ersten Terminkalenders. Vor 

allem durch das heutige Überangebot an Aktivitäten hat die Jugend keine Zeit mehr und ist 

einem enormen Druck ausgesetzt. Diese Anspannung setzt sich in der Welt der Erwachsenen 

fort. Im Arbeitsleben, ja selbst in der Freizeit, kennen wir die Forderungen nach höheren, 

weiteren und schnelleren Ergebnissen. Wir arbeiten an oder mit immer leistungsfähigeren 

Maschinen und Geräten. Computer, Telefon und Handy haben uns fest im Griff. Natürlich 

sind das alles Erfindungen, die uns das Leben erleichtern und verschönern sollen, auf die 

wir nicht mehr verzichten wollen und können. So gilt es, sich mit unserer ruhelosen Zeit zu 

arrangieren und ihr die guten Seiten abzugewinnen. Vielleicht leben wir deshalb so gerne 

in der Vergangenheit, verlieren uns in Erinnerungen oder richten unsere Hoffnungen in die 

Zukunft mit der Gewissheit, dass die Minute immer 60 Sekunden hat, die stets gleich lang sind.

 

Rosina Schmalzhaf

 

                            

                                                                                            

                                                       

                                                                                                                                                                                                                                                                                                     

                                                                     

                                                       

                                    

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