Budakesser Gemeinschaft Amtliches Gemeindesiegel Budakeszi 1724

                                    

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1724

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                                             Asche auf das Haupt             

             Traurig tragen die Narren 

            die fünfte Jahreszeit zu Grabe

 

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, meint der Volksmund, dabei darf Gott Jokus am 11. 11. um 11:11 Uhr wieder sein Zepter schwingen und eine neue Narrenkampagne wird an diesem Tag eingeläutet. Für Katholiken beginnt mit dem Aschermittwoch die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. Vom Fasten ausgenommen sind die Sonntage, die keine Fasttage sein können, da jeden Sonntag die Auferstehung Christi gefeiert wird. Früher entsagten die Christen über den ganzen Zeitraum den Feinschmeckereien, heute sind nur noch der Aschermittwoch und der Karfreitag strenge Fasttage, wo das Kirchenrecht den Verzicht auf Fleischspeisen und nur eine Sättigung am Tag verordnet. Vielerorts wird der Übergang in die Fastenzeit mit einem Heringsschmaus am Aschermittwoch erleichtert. Daraus entstand in den 60er Jahren ein Fischbuffet mit allen Köstlichkeiten rund um den Fisch, der immer raffinierter und leckerer zubereitet wird. Mit den Worten “Gedenk o Mensch, du bist Staub und zum Staube kehrest du zurück“ zeichnen der Priester oder Diakon den Gläubigen ein Aschenkreuz auf die Stirn, wobei der Priester mancherorts die Asche auch auf den Scheitel streut. Ein Brauch, den Papst Urban II. im 11. Jahrhundert einführte, und der im 12. Jahrhundert durch die Bestimmung erweitert wurde, dass die Asche aus den Palmen und Ölzweigen vom Palmsonntag des vergangenen Jahres gewonnen werden muss, und die nachvatikanische Neuordnung der Liturgie besagt, dass die Asche nach dem vorangegangenen Evangelium am Aschermittwoch gesegnet und an die Gemeinde ausgeteilt wird. Mit Asche als dem Symbol der Vergänglichkeit erinnert der Priester die Gläubigen, dass der Mensch der Sühne und Reue bedarf, die 40 Tage der Buße und des Verzichts gekommen sind, und der Erdenbürger sich auf Ostern, dem höchsten christlichen Fest, mit Körper und Seele vorbereiten soll. Die Symbolik der Asche wird heute noch außerhalb des Aschermittwochs in einem anderen Gottesdienst verwendet, nämlich in der Messe zur Amtseinführung eines neuen Papstes. Die evangelische Kirche führt in der Passionszeit eine Fastenaktion unter dem Motto „Sieben Wochen ohne“ durch und lädt zum Verzicht auf liebgewordene Gewohnheiten wie das Rauchen oder das übermäßige Fernsehen ein. Auch das Autofasten ist eine aktuell gemeinsame Aktivität von Protestanten und Katholiken, die auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umsteigen sowie zu Fuß gehen.

Dem Aschermittwoch geht die Fastnacht voraus. Ursprünglich war damit der Vorabend vom Aschermittwoch gemeint. Ab dem 13. Jahrhundert wurde sie auf den Zeitraum vom Donnerstag vor dem Aschermittwoch bis zum Vorabend vom Aschermittwoch verlängert. Es wurde immer wieder versucht, die "fetten" bzw. "tollen" Tage noch weiter auszudehnen, so dass als Beginn der Fastnachtszeit in den deutschsprachigen Ländern traditionell der Dreikönigstag gilt und galt. Im 18. Jahrhundert hat sich jedoch teilweise eine Vorverlegung auf den 11. November, 11:11 Uhr, eingebürgert. Hintergrund der Vorverlagerung ist, dass auch das Geburtsfest Christi bereits kurz nach dessen Festlegung im Jahr 354 eine mehrwöchige Fastenperiode vorsah. Analog zur Ostern wurde eine 40-tägige Fastenzeit eingeführt, die allerdings nicht am 25. Dezember, sondern am 6. Januar, an Epiphanie, endete. Da zumindest im lateinischen Abendland, im Gegensatz zum byzantinischen Osten, weder die Samstage noch die Sonntage zur Fastenzeit zählten, erhielt man als Fastenbeginn den 12. November. Der Termin des 11. November hatte somit eine ähnliche Funktion wie der Fastnachtsdienstag: Genauso wie an Fastnacht viele Fleischvorräte gegessen wurden, wurde mit dem Martinifasten die Vorweihnachtszeit eingeläutet. Da die vorweihnachtliche Fastenzeit am 6. Januar endete, erklärt sich auch, warum die schwäbisch-alemannische Fastnacht an diesem Termin ihren offiziellen Fastnachtsbeginn feiert. Auch wenn am 11.11. vielerorts karnevalistische Veranstaltungen stattfinden, so bleibt die Folgezeit bis zum Dreikönigstag weitgehend karnevalsfrei, was mit der Rolle des Novembers als Trauermonat und dem besinnlichen Charakter der Advents- und Weihnachtszeit zusammenhängt. Das Wort Fastnacht und seine regionalen Abwandlungen, in der Schweiz Fasnacht oder die schwäbisch-alemannische Fasnet grenzt sich vom rheinischen Karneval ab. Charakteristisch ist die Vermummung der Teilnehmer mit Larven oder auch „Schemmen“, den Masken, deren Traditionen im Mittelalter und in der frühneuzeitlichen Fastnacht liegen und aus Holz, in Ausnahmefällen auch aus Stoff, Papier, Ton, Blech oder Draht bestehen und von Generation zu Generation vererbt werden. Gleiches gilt für die Kostümträger, die ihr Narrengewand ebenfalls ihren Nachkommen überlassen. Im Rheinland wurde das Wort „Fastelovend“ oder „Fasteleer“ im offiziellen Sprachgebrauch durch das Wort Karneval abgelöst. „Carne“ „vale“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Fleisch, lebe wohl“. Fastelovend ist die traditionelle Vertreibung des Winters und der trüben Gedanken der Monate mit „r“. Zuhause in Budakeszi war Fasching die Zeit der großen, eleganten, bei jung und alt beliebten Bälle, in denen die neuen Ballkleider zu bestaunen waren, flotte Musik für gute Stimmung sorgte, die Tanzbeine durch den stilvoll dekorierten Saal geschwungen wurden, fröhliche Lieder erklangen, ausgiebig knuspriges Spanferkel getafelt wurde, der Wein die Herzen erfreute, bei der großen Tombola das Glück lachte, die Stimmen raunten, wenn die Schönheitskönigin gewählt wurde, die „Zimmedkropfa“ mundeten und der Zauber der Ballnacht noch tagelang nachwirkte. Dann gab es noch die vergnüglichen Hausbälle, die „Binkerlbälle“, bei denen sich liebe Verwandte, gute Freunde und nette Nachbarn gegenseitig zum geselligen Beisammensein, zum Plaudern, Singen und Tanzen einluden. Die Gäste brachten den Wein und Essen in einem Bündel mit, das an einem handgeschnitzten, mit reichhaltigen Motiven versehenen Stab hing, der von den männlichen Besuchern über der Schulter getragen wurde. Die zusammen gebundenen Vierecktücher enthielten feinste kulinarische Köstlichkeiten aus Küche und Keller, Spezialitäten wie Kolbász, diese schmackhaften Würste, knusprige Gramüpogatscheln, ein mit Grieben hergestelltes Gebäck und Zimmedkropfa. Alles, was das Herz begehrte wurde aufgetischt. An Fasching gab es keine Prunksitzungen, Büttenreden, Umzüge und maskierte Narren. Das Aus für den Fasching kam unter Klagen und Wehgeschrei am Dienstagabend und endete mit den Worten des Faschingspfarrers: "Marsch ins Fegefeuer rein, deine letzte Stunde hat geschlagen." Und die Erkenntnis folgte: "Ja, der Fasching muss unter die Erde."

 

Maria Bresch und Rosina Schmalzhaf

 

                                                                                                   

       

                                                 

                                                                    

  

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