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Asche auf das Haupt
Traurig tragen die Narren die fünfte Jahreszeit zu Grabe
Es wurde immer wieder versucht, die "fetten" bzw.
"tollen" Tage noch weiter auszudehnen, so dass als Beginn der
Fastnachtszeit in den deutschsprachigen Ländern traditionell der Dreikönigstag
gilt und galt. Im 18. Jahrhundert hat sich jedoch teilweise eine Vorverlegung
auf den 11. November, 11:11 Uhr, eingebürgert. Hintergrund der Vorverlagerung
ist, dass auch das Geburtsfest Christi bereits kurz nach dessen Festlegung im
Jahr 354 eine mehrwöchige Fastenperiode vorsah. Analog zur Ostern wurde eine
40-tägige Fastenzeit eingeführt, die allerdings nicht am 25. Dezember, sondern
am 6. Januar, an Epiphanie, endete. Da zumindest im lateinischen Abendland, im
Gegensatz zum byzantinischen Osten, weder die Samstage noch die Sonntage zur
Fastenzeit zählten, erhielt man als Fastenbeginn den 12. November. Der Termin
des 11. November hatte somit eine ähnliche Funktion wie der Fastnachtsdienstag:
Genauso wie an Fastnacht viele Fleischvorräte gegessen wurden, wurde mit dem
Martinifasten die Vorweihnachtszeit eingeläutet. Da die vorweihnachtliche
Fastenzeit am 6. Januar endete, erklärt sich auch, warum die schwäbisch-alemannische
Fastnacht an diesem Termin ihren offiziellen Fastnachtsbeginn feiert. Auch wenn
am 11.11. vielerorts karnevalistische Veranstaltungen stattfinden, so bleibt die
Folgezeit bis zum Dreikönigstag weitgehend karnevalsfrei, was mit der Rolle des
Novembers als Trauermonat und dem besinnlichen Charakter der Advents- und
Weihnachtszeit zusammenhängt. Das Wort Fastnacht und seine regionalen
Abwandlungen, in der Schweiz Fasnacht oder die schwäbisch-alemannische Fasnet
grenzt sich vom rheinischen Karneval ab. Charakteristisch ist die Vermummung der
Teilnehmer mit Larven oder auch „Schemmen“, den Masken, deren Traditionen im
Mittelalter und in der frühneuzeitlichen Fastnacht liegen und aus Holz, in
Ausnahmefällen auch aus Stoff, Papier, Ton, Blech oder Draht bestehen und von
Generation zu Generation vererbt werden. Gleiches gilt für die Kostümträger,
die ihr Narrengewand ebenfalls ihren Nachkommen überlassen. Im Rheinland wurde
das Wort „Fastelovend“ oder „Fasteleer“ im offiziellen Sprachgebrauch
durch das Wort Karneval abgelöst. „Carne“ „vale“ kommt aus dem
Lateinischen und bedeutet „Fleisch, lebe wohl“. Fastelovend ist die
traditionelle Vertreibung des Winters und der trüben Gedanken der Monate mit
„r“. Zuhause in Budakeszi war Fasching die Zeit der großen, eleganten, bei
jung und alt beliebten Bälle, in denen die neuen Ballkleider zu bestaunen
waren, flotte Musik für gute Stimmung sorgte, die Tanzbeine durch den stilvoll
dekorierten Saal geschwungen wurden, fröhliche Lieder erklangen, ausgiebig
knuspriges Spanferkel getafelt wurde, der Wein die Herzen erfreute, bei der großen
Tombola das Glück lachte, die Stimmen raunten, wenn die Schönheitskönigin gewählt
wurde, die „Zimmedkropfa“ mundeten und der Zauber der Ballnacht noch
tagelang nachwirkte. Dann gab es noch die vergnüglichen Hausbälle, die „Binkerlbälle“,
bei denen sich liebe Verwandte, gute Freunde und nette Nachbarn gegenseitig zum
geselligen Beisammensein, zum Plaudern, Singen und Tanzen einluden. Die Gäste
brachten den Wein und Essen in einem Bündel mit, das an einem handgeschnitzten,
mit reichhaltigen Motiven versehenen Stab hing, der von den männlichen
Besuchern über der Schulter getragen wurde. Die zusammen gebundenen Vierecktücher
enthielten feinste kulinarische Köstlichkeiten aus Küche und Keller, Spezialitäten
wie Kolbász, diese schmackhaften Würste, knusprige Gramüpogatscheln, ein mit
Grieben hergestelltes Gebäck und Zimmedkropfa. Alles, was das Herz begehrte
wurde aufgetischt. An Fasching gab es keine Prunksitzungen, Büttenreden, Umzüge
und maskierte Narren. Das Aus für den Fasching kam unter Klagen und Wehgeschrei
am Dienstagabend und endete mit den Worten des Faschingspfarrers: "Marsch ins
Fegefeuer rein, deine letzte Stunde hat geschlagen." Und die Erkenntnis
folgte: "Ja, der Fasching muss unter die Erde."
Maria Bresch und Rosina Schmalzhaf
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